*** English abstract below ***
Abraham (Foto rechts, *04.07.1999 in Monrovia/Liberia), im Februar aus der Ukraine geflohen, möchte sein Studium „Health Informatics“ (Gesundheitsinformatik) an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) in Bayern fortsetzen, aber er verfügt nicht über die richtige Staatsangehörigkeit oder den richtigen Aufenthaltstitel als Geflüchteter, und seine Familie ist nicht reich genug, um seine Lebenshaltungskosten hier finanzieren zu können. Damit wäre die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung zum Studium ausgeschlossen.
Helft mir bitte, Abraham dabei zu unterstützen, in Deutschland einen Hochschulabschluss zu erreichen! Ich bewundere seinen Mut und seine Anstrengungen, und ich finde es ungerecht, dass Studierende aus dem EU-Ausland oder mit einem ukrainischen Pass selbstverständlich ein BAföG-Darlehen beantragen können, Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland nur in ganz besonderen Fällen – ansonsten müssen sie € 11.208,00 oder ein fettes Stipendium mitbringen. Eine Fluchtgeschichte wie die von Abraham findet keine Berücksichtigung!
Abraham ist im Februar 2022 aus Odessa/Ukraine, wo er schon im 4. Jahr Medizin studierte, geflohen, und ich habe ihn mit der großartigen Unterstützung von Kontaktpersonen über MitOst e.V. zu mir nach Berlin gelotst. Ich kannte Abraham bereits, da ich als Jugendliche in Liberia mit seinem Vater befreundet war. Dieser studierte damals Medizin und wurde von meinen Eltern mit einer Unterkunft bei uns unterstützt. Als ich nach dem 14 Jahre währenden Bürgerkrieg Liberia wieder besuchen konnte, habe ich Abrahams Vater, der inzwischen als Arzt an einem desolaten Krankenhaus arbeitete, zu meiner großen Freude wiedergefunden und dann auch seine Familie kennen gelernt. Nach seinem tragischen Tod durch eine Ebola-Infektion 2014 habe ich mit seiner Frau Kontakt gehalten. Als es zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine kam, fragte ich sie sogleich nach Abraham, von dem ich wusste, dass er in der Ukraine studierte. Ich erfuhr, dass er bereits, ohne Kontakte dort zu haben, nach Moldau geflohen war, und lud ihn zu mir ein.
Als Kriegsflüchtling aus der Ukraine erhielt Abraham in Berlin eine Aufenthaltsgenehmigung gemäß §24 AufenthG – als Nicht-Ukrainer jedoch nur in Form einer Fiktionsbescheinigung, also nur bedingt, bis auf Weiteres. Da Abraham möglichst schnell weiterstudieren wollte, haben wir intensiv nach einem Studienplatz gesucht. Eine Fortsetzung seines Medizinstudiums war aussichtslos, aber Abraham hat sich erfolgreich für den englischsprachigen Studiengang „Health Informatics“ beworben und konnte sich im September 2022 an der THD einschreiben. Mit der Immatrikulation und der Beschaffung eines verlängerten Passes waren die Voraussetzungen, in den sicheren Aufenthaltsstatus zu Studienzwecken wechseln zu können, – fast – erfüllt. Es fehlte noch ein Sperrkonto mit € 10.332,00, von dem ihm monatliche Raten zur Deckung der Lebenshaltungskosten ausgezahlt würden. Dieser Betrag konnte mit Mühe noch rechtzeitig von Abrahams Mutter, dem Düsseldorfer Verein vision:teilen und einer großzügigen Spenderin aufgebracht werden.
Nach einem erfolgreichen Studienjahr muss Abraham nun seine für nur ein Jahr gewährte Aufenthaltsgenehmigung zu Studienzwecken (§16b AufenthG) verlängern, und er muss wieder sein Sperrkonto – nach Anhebung des BAföG-Satzes, an den dieser Betrag gekoppelt ist – mit nunmehr € 11.208,00 auffüllen!
Da es ihm noch nicht gelungen ist, ein tragfähiges Stipendium zu ergattern, sein Job als Fahrradkurier samstags im fast 2 Stunden entfernten München nicht einträglich genug ist und seine Mutter ihn nicht länger unterstützen kann, hat er im Mai – nach Ermutigung von einer BAföG-Beratungsstelle – einen BAföG-Antrag gestellt. Nachdem weitere Unterlagen aus Liberia eingefordert wurden und Abraham diese auch zügig beibringen konnte, waren wir hoffnungsfroh. Doch dann kam ein ablehnender Bescheid. Begründung: Der vor einem Jahr gewährte Aufenthaltstitel gemäß §16b AufenthG schließe eine Förderung nach BAföG aus. Somit war Abraham mit Studierenden aus dem Ausland, deren Eltern ein Studium in Europa finanzieren können, gleichgestellt worden. Leider konnte uns eine rechtliche Prüfung des Bescheids keine Hoffnung auf eine andere Entscheidung machen.
Abrahams Aufenthaltsgenehmigung läuft am 16. November 2023 ab, und die Voraussetzungen für eine Verlängerung müssen 8 Wochen vorher erneut nachgewiesen werden. Alle Voraussetzungen können erfüllt werden – bis auf die finanzielle.
Ich finde, gerade Menschen aus dem historisch strukturell benachteiligten sogenannten globalen Süden sollten hier – unabhängig davon, wie sie nach Deutschland kommen – viel leichter eine Ausbildung machen oder studieren können. Es sollte viel einfacher für sie sein, Unterstützung, ein Stipendium oder ein BAföG-Darlehen zu bekommen. Mit einer solchen „Willkommenskultur“ würden vielfältige Chancen eröffnet: interkulturelle Offenheit und Verständigung, Verbesserung von Lebensbedingungen hier wie dort und Entwicklungs- und Forschungszusammenarbeit für eine gemeinsame planetare Zukunft.
In dem halben Jahr, in dem ich Abraham bei mir beherbergen konnte, und dann im weiterbestehenden engen Kontakt habe ich einen wunderbaren, besonderen jungen Menschen kennen gelernt (nebenbei auch viel Neues über Liberia erfahren). Abraham hat sich hier gut eingelebt, Freunde und Freundinnen gefunden und sich mit dem Studienplatz eine gute Chance für seine Zukunft erarbeitet. Ich wünsche ihm sehr, dass er diese Chance auch wahrnehmen und er einen Bachelor-Abschluss an der THD erreichen kann.
Zunächst gilt es, mit dem vom Landratsamt Rottal-Inn geforderten Nachweis gesicherter Lebenshaltungskosten in Form eines Mindestguthabens von € 11.208,00 auf einem Sparkonto mit Verfügungsbeschränkung Abrahams Aufenthalt für ein weiteres Jahr zu sichern. Mit dem von Abrahams Mutter und ihm selbst aufgebrachtem Eigenanteil reduziert sich der noch offene Betrag auf € 9.208,00.
Ich bitte nun recht kurzfristig sehr herzlich um Spenden, um das für die Verlängerung von Abrahams Aufenthaltsgenehmigung zum Studium benötigte Sperrkonto bis spätestens Mitte September 2023 wieder zu füllen zu können!
Glücklicherweise haben wir bereits die Zusage einer erneuten Unterstützung des gemeinnützigen Vereins vision:teilen ! Hierdurch können größere Spenden, für welche eine Spendenbescheinigung benötigt wird, zweckgebunden an den Verein überwiesen werden:
vision:teilen e.V., Stadtsparkasse Düsseldorf, IBAN: DE26 3005 0110 0010 0113 10, BIC: DUSSDEDDXXX, Verwendungszweck: Unterstützung Abraham Jr. / Eu-2023-68
Ich werde hier sofort mitteilen, wenn unser Spendenziel erreicht ist.
Herzlichsten Dank für jede Spende!
(Foto: Am 11.07.2023 mit Freunden auf dem THD-Campus in Pfarrkirchen, Abraham rechts.)
*** Englisch ***
Abraham (photo right, *04.07.1999 in Monrovia/Liberia), who fled Ukraine in February, wants to continue his studies in "Health Informatics" at the Technical University of Deggendorf (THD) in Bavaria, but he does not have the right citizenship or residence permit as a refugee and his family is not rich enough to finance his living expenses here. This would preclude the extension of his residence permit to study.
Please help me to support Abraham to get a university degree in Germany! I admire his courage and his efforts and I find it unfair that students from other EU countries or with a Ukrainian passport can of course apply for a BAföG loan, people from non-EU countries only in very special cases - otherwise they have to bring € 11,208.00 or a fat scholarship. A flight story like Abraham's is not taken into account!
The first step is to secure Abraham's stay for another year by providing proof of secure living costs in the form of a minimum balance of € 11,208.00 in a restricted savings account, as required by the Rottal-Inn District Office. With the own contribution raised by Abraham's mother and himself, the outstanding amount is reduced to € 9,208.00.
I am now asking very sincerely for donations at very short notice in order to be able to fill the blocked account needed for the extension of Abraham's residence permit for study again by mid-September 2023 at the latest!
Fortunately, we already have the promise of a renewed support of the non-profit association vision:teilen! Through this, larger donations, for which a donation receipt is required, can be transferred to the association for a specific purpose:
vision:teilen e.V., Stadtsparkasse Düsseldorf, IBAN: DE26 3005 0110 0010 0113 10, BIC: DUSSDEDDXXX, Purpose: Unterstützung Abraham Jr. / Eu-2023-68
I will share here immediately when our fundraising goal is reached.
Sincere thanks for every donation!