Mein Name ist Lisa. Ich bin 31 Jahre alt, neurodivergent, lebe also mit Autismus und ADHS sowie einer rheumatischen Erkrankung – und stehe an einem entscheidenden Punkt meines Lebens.
Seit nun mehr als 12 Jahren arbeite ich im sozialen Bereich und engagiere mich für andere. Dabei habe ich sowohl als Helfende, als auch als selbst Betroffene schmerzlich erfahren müssen, wie schwierig es für Menschen mit Behinderungen ist, dauerhaft beruflich teilzuhaben – selbst dann, wenn sie gut ausgebildet, motiviert und engagiert sind. Klassische Arbeitsstrukturen, mangelnde Barrierefreiheit, Überforderung und Diskriminierung haben dazu geführt, dass ich meine Arbeitsfähigkeit immer wieder verloren habe.
Heute weiß ich: Ich brauche einen Beruf, der zu meinen Fähigkeiten, meinen Bedürfnissen und meiner Neurodivergenz passt.
Warum diese Ausbildung so wichtig ist
Im März 2026 habe ich die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin zu beginnen. Diese Ausbildung eröffnet mir erstmals eine realistische Perspektive, meine berufliche Teilhabe langfristig zu sichern. Sie ermöglicht mir später ein leidensgerechtes Arbeiten – mit planbaren Rahmenbedingungen, festen Patient:innen, angepassten Räumen und der nötigen Autonomie.
Ich habe es nicht für möglich gehalten, ein Institut zu finden, dass bereit ist, die Rahmenbedingungen der Ausbildung an meine Behinderung anzupassen und mir somit Inklusion und Teilhabe zu ermöglichen. Ich wurde positiv überrascht und bin sehr dankbar für die Möglichkeit!
Darüber hinaus ist diese Ausbildung eng mit meiner Vision verbunden:
Ich möchte mich künftig gezielt für neurodivergente Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene einsetzen, die im Hilfesystem oft übersehen werden, lange auf Unterstützung warten oder keine passenden Angebote finden. Perspektivisch plane ich, meine Qualifikation auch in einen gerade in Gründung befindenden gemeinnützigen Verein und einer Beratungs- und Kontaktstelle für neurodivergente Menschen einzubringen – von Betroffenen, mit Betroffenen, für Betroffene.
Warum deine Unterstützung so viel mehr bewirkt
Diese Ausbildung ist für mich nicht einfach ein Wunsch oder ein nächster Karriereschritt. Sie ist meine Chance, arbeitsfähig zu bleiben – in einer Welt, die für neurodivergente Menschen oft nicht mitgedacht ist.
Ich habe jahrelang versucht, mich in Systeme einzupassen, die mich überfordern, krank machen und ausschließen. Ich habe mich angestrengt, angepasst, erklärt, um Verständnis gebeten – und bin trotzdem immer wieder an Grenzen gestoßen. Nicht, weil ich nicht leistungsfähig bin, sondern weil die Rahmenbedingungen es mir unmöglich machen, gesund zu bleiben.
Ohne eine berufliche Perspektive, die zu mir passt, droht mir genau das, was so viele neurodivergente Menschen erleben:
der Verlust von Arbeitsfähigkeit, Stabilität und Selbstwert – obwohl Wissen, Motivation und Fähigkeiten da sind.
Diese Ausbildung gibt mir zum ersten Mal das Gefühl, dass es einen Weg gibt, der mich nicht bricht. Einen Weg, auf dem ich meine Stärken einsetzen kann, statt ständig meine Grenzen zu verteidigen.
Doch deine Unterstützung bewirkt noch mehr.
Indem du mich unterstützt, hilfst du nicht nur einer einzelnen Person. Du unterstützt die Idee, dass Menschen mit Behinderungen nicht "aussortiert" werden, "mit ihnen etwas nicht stimmt" oder sie sich einfach nur "genug anstrengen müssten", sondern die richtigen Rahmenbedingungen brauchen.
Du trägst dazu bei, dass künftig neurodivergente Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine Anlaufstelle haben, bei der sie verstanden werden – ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen.
Ich möchte das weitergeben, was mir selbst so lange gefehlt hat: Verständnis. Sicherheit. Fachlichkeit. Hoffnung.
Die finanzielle Hürde
So wertvoll diese Ausbildung ist, so groß ist auch die finanzielle Belastung:
Ohne Unterstützung ist sie für mich kaum realisierbar.
Mein Spendenziel
Ich sammle 30.000 Euro, um:
Meine Bitte
Diese Ausbildung ist für mich mehr als ein beruflicher Schritt.
Sie bedeutet Hoffnung, Stabilität und die Chance, meine Fähigkeiten endlich dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden – und gleichzeitig einen Ort mitzugestalten, an dem neurodivergente Menschen gesehen, verstanden und unterstützt werden.
Jede Spende – egal wie klein – hilft mir, diesem Ziel näherzukommen.
Auch das Teilen dieses Aufrufs ist eine große Unterstützung.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Geschichte zu lesen.
Danke für dein Vertrauen, deine Solidarität und deine Unterstützung.