Nieke braucht einen Rückzugsort.
Meine Frau Nieke ist jetzt 62 Jahre alt und erst seit 5 Jahren als Autistin diagnostiziert. Sie selbst ist froh, nicht mehr das „Marsmännchen“ zu sein und sie zeigt sich unmaskiert. Leider führt das autistische „Outing“ zu echten Problemen bei der Wohnraumsuche.
Nieke verfügt über eine extrem tiefe Wahrnehmung, hat aber keinerlei Filter für Lärm (egal ob Geräusche, Musik, Gespräche u.a.), Lichteinflüsse, Gerüche uvm.
Wenn wir Nachbarn über den Autismus informieren und sie bitten bestimmte Verhaltensformen anzupassen, dann passiert genau das Gegenteil. Autist:innen wird sofort unterstellt, dass sie Krank, Behindert, Unzurechnungsfähig und nicht ernstzunehmen sind. Und genau so verhalten sich die Menschen. Sie werten Nieke sofort ab und versuchen uns wieder los zu werden.
Unser derzeitiger Vermieter hat uns das Reihenendhäuschen mit 500 m² Garten als absolut ruhig angepriesen. Allerdings hat er vergessen zu erwähnen, dass er das ganze Jahr über 5 Meter neben unserer Terrasse sein Feuerholz mit einer großen Standkreissäge sägt und anschließend dort auch mechanisch hackt.
Das ist Mobbing und Diskriminierung in Reinkultur und leider auch der Grund, warum wir in den letzten 11 Jahren ungefähr 12 mal umgezogen sind.
Wir möchten jetzt ein Tiny-House erstehen und uns einen ruhigen und abseits gelegenen Stellplatz zu suchen, verfügen aber nicht über den kompletten Kaufpreis. Wir leben derzeit von meiner Rente, Nieke bekommt ihre kleine Rente (sie hat über 16 Jahre als Schwerstbehindertenpflegerin gearbeitet) erst in 5 Jahren.
Sie erleidet fast täglich einen autistischen Shutdown wegen der Rücksichtslosigkeit der Menschen, das ist absolut gesundheitsschädlich – Autist:innen sterben Studien zufolge 16 bis 30 Jahre früher als unsereins – und haut sie gleich für mehrere Tage von den Beinen. Ganz davon zu schweigen, dass sie ihre Medikamenteneinnahme dann auch erhöhen muss, um einigermaßen durch den Tag zu kommen.
Wir brauchen eure Hilfe.
Danke sagen Rolf und Nieke Horst