Zwischenstand im Juli 2025
Stell dir vor, du kannst nur 50 Euro Bargeld im Monat abheben. So geht es den Geflüchteten im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe, seit die Bezahlkarte für Geflüchtete nach und nach eingeführt wird. Und das, obwohl Asylsuchende und Geflüchtete ohnehin keine Arbeitserlaubnis haben und oft weniger als 150 Euro im Monat erhalten.
Was bedeutet das für Asylsuchende? Sie werden entmündigt und gezwungen, in bestimmten Geschäften einzukaufen, in denen die Bezahlkarte akzeptiert wird. Online-Einkäufe, Flohmärkte, Sozialkaufhäuser, spendenbasierte Strukturen – aber auch Bargeld für Schulausflüge – all das ist mit der Bezahlkarte kaum noch möglich.
Die Gesetzgebenden begründen die Einführung der Bezahlkarte damit, dass Geflüchtete davon abgehalten werden sollen, Geld in ihre Heimatländer zu schicken, um damit „Menschenhandel“ zu finanzieren. Diese Behauptung ist jedoch völlig unbegründet. Eine Ende 2024 erschienene Studie des DIW zeigt, dass nur sieben Prozent der Geflüchteten überhaupt Geld ins Ausland senden – und diese Zahl sinkt. Hier geht’s zur Studie.
Die Bezahlkarte ist also vor allem Teil einer diskriminierenden Symbolpolitik gegen Menschen auf der Flucht. Sie ist ein Instrument zur Abschreckung, Kontrolle und Unterdrückung von Geflüchteten. Sie schränkt ihre Selbstbestimmung, Entscheidungsfreiheit und Würde massiv ein.
Aber wir unternehmen etwas dagegen, um den Geflüchteten zu helfen und die Karte ad absurdum zu führen – und du kannst uns dabei unterstützen.
Mit der Bezahlkarte können Asylsuchende Gutscheine in Supermärkten kaufen. Wir haben eine lokale Tauschbörse für diese Gutscheine aufgebaut. Du erhältst den Gutschein – und die Person mit Bezahlkarte den gleichen Wert in Bargeld. Den Gutschein kannst du ganz einfach in dem Geschäft einlösen, in dem du sowieso einkaufen möchtest. Für dich ändert sich wenig, aber für die Person mit Bezahlkarte bedeutet das eine Menge!
Um den Betroffenen zu ermöglichen, die mit der Bezahlkarte gekauften Gutscheine gegen Bargeld zu tauschen, benötigt unsere Initiative finanzielle Mittel. Der entsprechende Gegenwert liegt dabei stets entweder in Form von Gutscheinen oder als Bargeld innerhalb der Initiative vor. Darüber hinaus benötigen wir, wie alle anderen politischen Gruppen auch, Geld für unsere Strukturen, zum Beispiel für die Miete des Tauschortes, Kopierkosten für Flyer oder unsere IT-Infrastruktur. In jedem Fall hilft eure Spende dabei, Geflüchteten mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen.
In Städten wie Hamburg, Bremen und München uvm. ermöglichen Tauschbörsen Asylsuchenden wieder den Zugang zu Bargeld. Das schaffen wir auch in Karlsruhe! Folge uns gerne auch auf Instagram: @nein.zur.bezahlkarte.karlsruhe
Wir freuen uns auch über weitere Unterstützer*innen!