Hilfe bei den Beerdigungskosten meines Vaters.
- Zielsumme 6.500,00 € (Kosten der Beerdigung)
- Spendenziel bis zu meinem 29. Geburtstag am 16. Januar 2026
Hallo, ich bin Anna und benötige eure Hilfe.
Ich stand im Schlafzimmer meines Vaters. Drei Tage zuvor ist er hier, in seinem Bett – auf das ich jetzt schaue, mit den Spuren eines dort Verstorbenen – von mir gegangen. Man fand ihn zwei Tage nach seinem Tod. Überall liegen noch Gummihandschuhe der Polizisten und Gerichtsmediziner auf dem Boden. Ich schaue auf den Tisch, an dem wir noch zwei Wochen zuvor gesessen und Pläne geschmiedet hatten, dass er bald in meine Nähe ziehen würde, damit ich mich um ihn kümmern könne. Lange Zeit war das für ihn nicht vorstellbar, aber jetzt, mit 73 Jahren, lenkte er ein und war einverstanden. Nächstes Jahr, hat er mir versprochen. Ein nächstes gemeinsames Jahr wird es nicht geben.
Der Vermieter meines Vaters rief mich an, um mir vom Tod meines Vaters zu berichten – und von der Aufforderung des Bestatters, den die Polizei beauftragt hatte, sofort zum drei Stunden entfernten Wohnort meines Vaters zu fahren, mir die Hausschlüssel abzuholen und dringend benötigte Papiere vom Sterbeort meines Vaters zu besorgen.
Hier stand ich nun, in der Wohnung meines Vaters, und suchte nach den Dokumenten, die der Bestatter dringend von mir verlangte. Ich fand die geforderten Unterlagen – bis auf eine Sterbevorsorgeversicherung. Kein Geld, keine Wertsachen, Kontoauszüge mit einem Saldo von 8,54 €. Mein Vater erhielt in den letzten Jahren seines Lebens Grundsicherung.
Was ich fand, war das Passwort seines E-Mail-Accounts. Es lautete: „Anna und ich“. Ich war am Boden zerstört. „Anna und ich“ – ein Passwort, das mir alles sagte. Das war aus seinem bewegten, lauten Leben geworden: ein einsamer Mann. Er hatte nur noch mich. Über den Tod sprach er nicht gerne. Immer wenn ich ihn darauf ansprach, ob er vorgesorgt hätte und was er sich wünsche, winkte er ab. Er behauptete, es sei ein schlechtes Omen, über den Tod zu sprechen – er werde 128 Jahre alt. Das Einzige, was ihm wichtig war, war, in seiner Heimatstadt Dortmund beerdigt zu werden. Dortmund war, auch wenn er in den letzten Jahren immer weiter von dort wegzog, seine Heimat. Dort ist er aufgewachsen, sein Herzblut war Schwarzgelb.
Ich habe ihm diesen Wunsch erfüllt. Vereinbart wurde eine würdevolle, einfache Beerdigung unter den Bedingungen einer Sozialbestattung. Ich kaufte von meinem Geld Blumenschmuck, ließ ein Foto meines Vaters vergrößern und versuchte, alle Menschen zu erreichen, die im Leben meines Vaters eine Rolle gespielt hatten.
Bis zur Beerdigung meines Vaters bin ich durch die Hölle gegangen. Ich brauchte Zeit für meine Trauer, die ich aber nicht hatte, da ich die Beerdigung organisieren musste: Lieder für seine Trauerfeier aussuchen, die Trauerrede verfassen – ich war nicht mehr ich selbst. Nachdem mein Vater beerdigt worden war, musste ich Anträge beim Sozialamt seines Wohnortes stellen. Ich war nicht die Einzige, die zur Übernahme der Beerdigungskosten verpflichtet war – es gab noch vier weitere „Verwandte“. Doch alle anderen schwiegen.
Der Bestatter, der mir versichert hatte, dass dies sein tägliches Geschäft sei und er alles „im Rahmen einer Sozialbestattung“ durchführen würde, ließ in der Rechnung Kosten auftauchen, die jenseits einer „normalen“ Sozialbestattung lagen. Für den Antrag beim Sozialamt des Ortes, an dem mein Vater Grundsicherung bezog, zog ich mich sprichwörtlich bis auf die Unterwäsche aus. Ich lieferte alle Informationen – sogar die Einkünfte meines Freundes, der mit meinem Vater gar nichts zu tun hatte. Sein Einkommen wurde voll angerechnet; Kosten, die ihm durch seine Arbeit oder seine gesundheitlichen Einschränkungen entstehen, wurden weder angefordert noch berücksichtigt.
Vermögen oder Einkommen der weiteren vier Personen, die zur Übernahme der Beerdigungskosten verpflichtet gewesen wären, wurden nicht angefordert – denn mein Name stand unter der Beauftragung des Bestatters. Der Bestatter hatte mir versichert, dass dies „üblich“ sei und ich mir keine Sorgen machen müsse wegen der Übernahme der Bestattungskosten. Mein Antrag wurde wegen des Einkommens meines Freundes – ohne Berücksichtigung seiner Ausgaben – abgelehnt.
Als Studentin, ohne BAföG, mit einem Job, der gerade mein Studium und meine notwendigen Ausgaben deckt, ohne Unterstützung vom Staat oder anderen Personen, bin ich völlig überfordert. Ich bin 28, habe nicht nur meinen Vater verloren, sondern bin nun – für die Münze des Fährmanns – für meine Verhältnisse hoch verschuldet.
Ich bitte um eure Hilfe. Jeder Betrag, egal wie klein, hilft mir, die entstandenen Kosten zu begleichen. Ich habe mir ein Limit gesetzt, bis zu dem ich den Versuch abschließen möchte, mich um den würdigen Tod meines Vaters, der oft zu laut, oft verrückt, oft „über der Spur“ war – aber immer versucht hat, anderen zu helfen und meine wirtschaftliche Zukunft weiter zu bemühen.
Ich werde Fotos vom Grab teilen, um zu zeigen, wofür eure Hilfe verwendet wurde.
Von Herzen danke ich jedem, der spendet, teilt oder einfach ein paar liebe Worte hinterlässt.
In tiefer Dankbarkeit
Anna