Ich weiß nicht so richtig, wie man so einen Text anfängt. Also fange ich einfach mit dem an, was ich sagen will.
Melli und Max sind meine engsten Freunde. Ich war Trauzeuge bei ihrer Hochzeit und seit Theo auf der Welt ist, bin ich sein Patenonkel. Die beiden sind Menschen, wie man sie sich als Freunde wünscht. Ehrlich, warmherzig, verlässlich. Immer die Ersten die anrufen, wenn es jemandem schlecht geht. Beide arbeiten bei der Polizei. Melli als Notruferin und Disponentin in der Einsatzzentrale, dort, wo die Anrufe auflaufen, die anderswo den schlimmsten Tag im Leben markieren. Max ist Mitarbeiter beim Außendienstleiter in Augsburg. Beide im Schichtdienst, Tag, Nacht, Wochenende, Feiertage. Beide haben in ihrem Beruf schon unzählige Male anderen Menschen an den schwersten Tagen ihres Lebens beigestanden.
Zur Familie gehört außerdem Max vierjährige Tochter. Ein aufgewecktes, herzliches Mädchen, mit der er unheimlich viel Zeit verbringt und für die er ein liebevoller Papa ist. Sie ist ein fester Teil dieses kleinen Familienuniversums. Und jetzt ist da dieser eine Satz, den ich immer noch schwer über die Lippen bekomme: Melli hat Brustkrebs. Die Diagnose kam während der Schwangerschaft mit Theo. Mitten in der Vorfreude auf ein Baby, mitten in der Angst um Mellis Leben.
Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Die Erkrankung ist irreversibel. Die Metastasen sind so weit verstreut, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Die Ärzte sagen offen, worauf das hinauslaufen wird. Nur das Wann bleibt offen.
Trotzdem sind Melli, Max und Theo eine Familie. Sie leben, sie lachen, sie halten sich fest. Sie holen sich gute Tage, so viele es eben gibt. Und sie versuchen für Theo möglichst viel Normalität und Geborgenheit zu schaffen, so lange es geht.
Warum ich hier um Hilfe bitte
Diese Kampagne hat zwei Ziele, und beide sind mir wichtig zu erklären.
Das erste ist ganz konkret: Max war vier volle Monate komplett ohne Bezüge, weil er sich in dieser Zeit um Melli und Theo gekümmert hat. Vier Monate, in denen Miete, Lebensmittel, Windeln, Strom und alles Weitere trotzdem bezahlt werden mussten. Diese Lücke tut weh und lässt sich nicht so einfach wieder schließen. Dazu kommt: Wer im Schichtdienst arbeitet, weiß, wie viel die Schichtzulagen im Familieneinkommen ausmachen. Fallen sie weg, weil Melli nicht mehr arbeiten kann und Max sein Schichtmodell anpassen muss, dann entsteht ein weiteres Loch, das in einer normalen Familienplanung schlicht nicht vorgesehen ist. Und dann ist da noch Max Tochter, für die er selbstverständlich Verantwortung trägt. Auch für sie fallen laufend Kosten an, die weder Rücksicht auf Krankheit noch auf Verdienstausfälle nehmen. Für Max heißt das: zwei Kinder, die ihn brauchen, eine schwer kranke Frau und finanzielle Verpflichtungen, die keine Pause machen.
Das zweite lässt sich schwerer in Zahlen fassen. Es geht darum, dass die verbleibenden Wochen und Monate dieser Familie nicht zusätzlich von Geldsorgen überschattet werden. Dass Max nicht darüber nachdenken muss, wie die Miete diesen Monat bezahlt wird, wenn er eigentlich bei seiner Frau und seinen Kindern sein möchte. Dass Melli nicht das Gefühl haben muss, ihrer Familie mit ihrer Krankheit auch noch finanziell zur Last zu fallen. Dass diese vier die Zeit, die ihnen miteinander bleibt, so ruhig und so schön wie möglich verbringen können.
Das ist etwas, was Geld tatsächlich leisten kann. Und genau darum bitte ich hier um Unterstützung.
Wofür das Geld verwendet wird
Konkret geht es darum, den Verdienstausfall aufzufangen, den Max in der Pflegezeit hatte, und die wegbrechenden Zulagen im Schichtdienst abzufedern. Es geht darum, den Alltag der Familie stabil zu halten, für Melli, für Max und für Theo. Und es geht darum, Raum zu schaffen. Raum für gemeinsame Zeit, für ruhige Stunden, für all das, was jetzt zählt.
Ein festes Spendenziel möchte ich bewusst nicht nennen. Jeder Betrag, der zusammenkommt, ist ein Stück Sorge weniger. Und genau darum geht es.
An die Blaulichtfamilie
Wenn du diesen Text liest und selbst Uniform trägst, in der Leitstelle das Headset aufsetzt, im Streifenwagen sitzt, im Rettungsdienst arbeitest oder bei der Feuerwehr Dienst schiebst, dann brauche ich dir vieles nicht zu erklären. Du weißt, was Schichtdienst bedeutet. Du weißt, wie viel Zulagen im Familieneinkommen ausmachen und wie schnell es wackelt, wenn sie plötzlich fehlen. Und du weißt, was es heißt, wenn es eine Kollegin, einen Kollegen und ihre Familie so trifft.
Melli und Max sind zwei von uns. Sie haben unzählige Nächte damit verbracht, für andere da zu sein. Wenn jetzt jemand von uns Rückhalt braucht, dann ist das auch unser Moment, ihn zu geben. So, wie wir ihn hoffentlich alle bekämen, wenn es uns treffen würde. Teilt diese Seite in euren Wachen, Dienststellen, Gruppen und Chats. Auch eine kurze Nachricht an die Kollegin von der Nachbardienststelle kann eine Tür öffnen, die sonst zu bliebe.
Wie du helfen kannst
Wenn du spenden magst, ob 5 Euro, 50 Euro oder mehr, jeder Betrag hilft. Wirklich jeder. Ich weiß, wie oft man solche Sätze liest und wie hohl sie manchmal klingen. In diesem Fall stimmen sie einfach.
Und falls es gerade selbst eng ist bei dir, dann ist das völlig okay. Dann teile diese Seite mit Menschen, die vielleicht helfen können. Eine Weiterleitung, eine Nachricht in eine Chatgruppe, ein Post. Man weiß nie, wen so ein Aufruf am Ende erreicht.
Zum Schluss
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Text überhaupt schreiben soll. Melli und Max wollen keine Bühne und ihre Geschichte gehört eigentlich ihnen. Aber ich sehe jeden Tag, wie sehr sie tragen. Und ich möchte einfach ein bisschen von der Last mittragen, so gut ich kann.
Wenn du bis hierhin gelesen hast, danke. Für die Zeit, für die Aufmerksamkeit, für jeden guten Gedanken an diese Familie. Ihr Weg ist ein leiser. Aber jede helfende Hand macht ihn ein Stück leichter.
Für Melli, Max, Theo und alles, was sie noch miteinander erleben dürfen.