Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
wir möchten euch heute sachlich und transparent über die jüngsten Entwicklungen im Fall Rugi informieren. Die Rückholung erweist sich als ein komplexer bürokratischer Prozess, der uns viel Ausdauer abverlangt.
Hier ist der aktuelle Stand der Dinge:
1. Der juristische Weg: Beschleunigtes Fachkräfteverfahren Unsere Fachanwältin arbeitet intensiv daran, Rugis Rückkehr über ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren (für eine Ausbildung in unserem Betrieb) rechtlich durchzusetzen. Aktuell verzögert eine unerwartete formelle Hürde den Prozess: Im zentralen Behördensystem ist noch ein veralteter Eintrag aus der Zeit der Abschiebung aktiv. Diese formelle Altlast führt dazu, dass das System das neue Fachkräfteverfahren vorübergehend blockiert. Die Kanzlei steht bereits im direkten Austausch mit den zuständigen Stellen, um die Löschung dieses Eintrags zu erwirken und das Verfahren fortführen zu können.
2. Deutschkurs und Vorbereitungen in Ghana Rugi lebt derzeit in Accra (Ghana). Dort geht es ihr den Umständen entsprechend gut.
Leider sind die Sprachkurse des dortigen Goethe-Instituts, die nur halbjährlich stattfinden, derzeit restlos ausgebucht. Um dennoch keine Zeit zu verlieren, haben wir für Rugi einen Privatlehrer organisiert. Sie lernt nun intensiv Deutsch und wartet auf den nächsten verfügbaren offiziellen Prüfungstermin für das zwingend benötigte Zertifikat.
3. Finanzen und Transparenz Dank eurer Solidarität verfügen wir über die finanziellen Mittel, die uns diese lange Durchhaltephase überhaupt erst ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, transparent darzulegen, wofür die Spendengelder (bisher ca. 15.600 €) in den vergangenen Monaten verwendet wurden:
- 7.000 €: Puffer für fortlaufende feste Kosten (wie Miete etc.) hier in Deutschland.
- 6.500 €: Rugis unmittelbare Lebenshaltungskosten, die Nachholung zwingend notwendiger Impfungen, Dokumentenbeschaffung und Transporte vor Ort. Da ihr durch die Abschiebung jede Lebensgrundlage entzogen wurde, stellen wir so ihre Grundversorgung sicher.
- 2.000 €: Vorschusszahlung für das Mandat unserer Fachanwaltskanzlei.
- 100 €: Bank- und Transfergebühren für Auslandsüberweisungen.
Das verbleibende Guthaben liegt zweckgebunden auf dem Spendenkonto. Wir benötigen diese Rücklage zwingend für den weiteren juristischen Prozess und die fortlaufenden Lebenshaltungskosten. Unsere Zusage gilt unverändert: Sollte der juristische Weg am Ende an den Ämtern scheitern, verbleibt das restliche Geld bei Rugi – als Ausgleich für den immensen existenziellen Schaden, den sie erlitten hat.
Das oberste Ziel für Rugi und uns ist dennoch die Rückkehr nach Deutschland und in unseren Betrieb.
4. Das politische Klima und die öffentliche Debatte Wie stark das Thema Arbeitsmigration die Gesellschaft polarisiert, haben wir kürzlich wieder erfahren: Ein großes Branchennetzwerk, mit dem wir einen ausführlichen Beitrag zu Rugis Fall aufgezeichnet hatten, entschied sich intern gegen die Veröffentlichung. Die Begründung: Das Thema sei politisch zu heikel.
Das zeigt uns einmal mehr, wie groß die Scheu in Teilen der Wirtschaft ist, sich bei diesem Thema zu positionieren. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir die Debatte öffentlich sichtbar halten – unter anderem mit unserem eigenen Podcast-Format, in dem wir mit Fachleuten über die Realität der Migrationspolitik gesprochen haben. Wenn andere aus Sorge vor Kontroversen verstummen, müssen wir erst recht die Stimme für Rugi und alle anderen da draußen erheben.
Wir danken euch für euer Vertrauen und eure ausdauernde Unterstützung.
Euer Beppo und das Team vom Goldenen Schiff