Buch in Einfache Sprache übersetzen

Raul Krauthausen Berlin, Germany

Buch in Einfache Sprache übersetzen

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Hallo liebe*r Unterstützer*in, 

Im Frühjahr dieses Jahres habe ich mein Buch „Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.“ im Rowohlt-Verlag herausgebracht. Darin benenne ich Missstände und zeige Wege zur Inklusion für behinderte Menschen auf. Zu meiner großen Freude hat es sehr viele Menschen erreicht und wurde sogar ein Spiegel-Bestseller. Dieses Buch möchte ich im Sinne der Barrierefreiheit nun in Einfache Sprache übersetzen lassen.

 

Denn für Menschen mit Lese- und Lernschwierigkeiten sind die Inhalte noch nicht zugänglich und das ist für mich nicht hinnehmbar. 

Leider ist mir dies auch nicht so ohne Weiteres möglich. 

Für einen auf "Einfache Sprache" spezialisierten Verlag ist mein Buch (nach Angaben des Verlags) nicht rentabel genug.

Also habe ich beschlossen, „Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.“ im Selbstverlag in Einfacher Sprache herauszubringen und es anschließend kostenlos auf meiner Webseite zur Verfügung zu stellen. Doch dafür benötige ich finanzielle Unterstützung.

  1. Mithilfe einer Redaktion für Einfache Sprache soll dieses Buch jetzt übersetzt und anschließend von einer Prüfgruppe von Betroffenen auf Verständlichkeit geprüft werden.
  2. Für diese Prüf-Arbeit beauftragt man gewöhnlich Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Allerdings weigere ich mich, mit meinem Projekt eine WfbM zu unterstützen, da nur ein minimaler Anteil der Gelder bei den Prüfenden selbst ankommt.

Stattdessen möchte ich die Personen, die die Überprüfung durchführen, direkt für ihre Arbeit entlohnen und sicherstellen, dass sie angemessen vergütet werden.

All das wird einen Betrag von insgesamt 12.000 € kosten, und daher bitte ich um deine finanzielle Mithilfe. Jede Spende, egal wie groß oder klein, hilft.

Hierzu erlaube mir noch ein paar Worte als Aktivist: 

Ich sehe eine bittere Ironie in der Tatsache, dass mein Buch genau von Situationen wie diesen handelt: Von Wegen zu Inklusion, die nicht beschritten werden. Es verärgert mich, dass eine Personengruppe, die mein Buch persönlich betrifft, keinen gleichberechtigten Zugang dazu hat. Und dass Verlage sich nicht in der Lage sehen, dafür zu sorgen. Erneut wird deutlich: Behinderte Menschen sind die letzten, die mitgedacht und die Ersten, die vergessen werden.

Es kann nicht sein, dass die Autor*innen allein in der Verantwortung stehen, für die Barrierefreiheit ihrer Werke zu sorgen. Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht, und solange nur Einzelpersonen und nicht die maßgeblichen Akteure, die tatsächlich etwas bewegen können, diese Menschenrechte umsetzen, haben wir unser Ziel noch nicht erreicht.

In diesem Sinne: Danke, dass du mir dabei hilfst, mein Buch für die Menschen zugänglich zu machen, um die es darin (auch) geht. Deine Unterstützung weiß ich sehr zu schätzen. 

Dein Raul

++++++

Text in Einfacher Sprache:

Hallo liebe*r Unterstützer*in, 

Im Früh·jahr 2023 habe ich mein neuestes Buch heraus·gebracht.

Das Buch heißt: Wer Inklusion will, findet einen Weg.

Wer sie nicht will, findet Ausreden.

Der Rowohlt-Verlag hat das Buch heraus·gebracht.

Worum geht es in dem Buch?

Es geht um Barrieren.

Um Probleme im Alltag behinderter Menschen.

Um die Gründe, warum sie oft nicht selbst über ihr Leben entscheiden können.

Und es geht um fehlende Inklusion.

Viele Menschen haben mein Buch gelesen.

Das freut mich sehr.

Das Buch war sogar auf der Spiegel-Bestseller·liste. 

Das bedeutet:

Sehr viele Menschen haben das Buch gekauft.

Dieses Buch möchte ich jetzt in Einfache Sprache übersetzen lassen.

Damit mehr Menschen es lesen können.

Denn Einfache Sprache ist eine Form der Barriere·freiheit.

Ohne Leichte und Einfache Sprache können viele Menschen das Buch nicht lesen.

Zum Beispiel Menschen mit Lern·schwierigkeiten.

Und Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen.

Und das will ich unbedingt ändern!

Aber das ist nicht so einfach.

Ich habe mit Fach·leuten gesprochen.

Diese Fach·leute haben einen Verlag für Bücher in Einfacher Sprache.

Und sie haben mir gesagt:

Sie können mein Buch nicht übersetzen.

Weil sie damit nicht genug Geld verdienen würden.

Also habe ich beschlossen:

Wer Inklusion will, findet einen Weg.

Wer sie nicht will, findet Ausreden.

So heißt mein Buch.

Und das ist auch mein Motto.

Für mein Buch bedeutet das:

Ich will mein Buch in Einfache Sprache übersetzen lassen.

Und ich will es selbst heraus·bringen.

Die Menschen können es dann auf meiner Internetseite herunter·laden.

Aber:

Dafür brauche ich Geld.

Darum suche ich jetzt Unterstützer*innen.

Eine Sache ist mir besonders wichtig:

Zuerst wird mein Buch in Einfache Sprache übersetzt.

Dann soll eine Prüf·gruppe die Übersetzung prüfen.

Damit klar ist:

Alle Menschen können den Text gut lesen und verstehen.

Aber:

Viele Prüfer*innen arbeiten in einer Werkstatt.

Das bedeutet dann:

Sie werden fürs Prüfen nicht fair bezahlt.

Sie bekommen nur 1,35 Euro für eine Stunde Prüfen.

Das restliche Geld bekommt die Werkstatt.

Aber:

Damit bin ich nicht einverstanden!

Ich will durch mein Projekt keine Werkstätten unterstützen!

Sondern ich will die Prüfer*innen fair bezahlen.

All das wird 12 Tausend Euro kosten.

Und darum bitte ich Euch um Unterstützung.

Jede Spende hilft.

Egal, wie groß oder klein sie ist.

Jede Spende hilft.

 

Hierzu möchte ich als Aktivist noch ein paar Worte sagen:  

Um genau solche Probleme geht es in meinem Buch.

Um Hindernisse bei der Inklusion.

In meinem Buch geht es um den Alltag von Menschen mit Behinderung.

Und viele Menschen mit Behinderung können mein Buch nicht lesen.

Weil sie Texte in Leichter oder Einfacher Sprache brauchen.

Das ärgert mich sehr!

Ich finde:

Darum müssen sich eigentlich die Verlage kümmern.

Aber sie sagen:

Sie können es nicht.

Das zeigt auch dieses Mal wieder:

Behinderte Menschen werden nicht mit·gedacht.

Sie werden oft vergessen.

Ich habe das Buch geschrieben.

Ich will, dass alle es lesen können.

Aber ich muss mich selbst um die Barriere·freiheit kümmern.

Barriere·freiheit ist ein Menschen·recht!

Nicht nur die Aufgabe von einzelnen Menschen.

Bis jetzt haben wir unser Ziel nicht erreicht.

Darum sage ich: Danke!

Danke für Deine Unterstützung.

Mit Deiner Hilfe können bald mehr Menschen mein Buch lesen.

Auch die Menschen, für die das Buch am wichtigsten ist.

Deine Unterstützung bedeutet mir viel. 

Dein Raul

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19. June 2023
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