Mein Name ist Ramona. Ich bin 35 Jahre alt und lebe in Wien.
Ich war nie jemand, der um Hilfe bitten musste.
Ich habe gearbeitet, ich habe mein Leben selbst getragen.
Doch eine Depression hat alles verändert.
Sie kam leise und blieb.
Seit fast drei Jahren schaffe ich es kaum noch, meine Wohnung zu verlassen.
Einkaufen, Menschen, U-Bahn – es fühlt sich an wie eine Wand, durch die ich nicht komme.
Ich bestelle mein Essen, weil allein der Gedanke an einen Supermarkt Angst auslöst.
Vor ein paar Monaten ist mein Bett kaputtgegangen.
Und von da an ging es bergab.
Ich schlafe seitdem auf dem Boden.
Es ist nicht nur unbequem.
Es nimmt mir den Schlaf, die Kraft, die Würde.
Jeden Morgen wache ich auf, noch müder als am Abend.
An manchen Tagen schaffe ich es nicht einmal aufzustehen.
Ich versuche, mich mit Illustrationen über Wasser zu halten.
Wenn ich zeichnen kann, verdiene ich etwas – aber die Konzentration fehlt oft.
Meine Energie geht fürs Überleben drauf, nicht fürs Leben.
Ich habe versucht, still durchzuhalten.
Ich habe mich geschämt, Hilfe zu suchen.
Doch jetzt stehe ich an einem Punkt, an dem ich es nicht mehr alleine schaffe.
Ich brauche kein schönes Leben.
Ich brauche:
ein Bett, um schlafen zu können
Essen, ohne zu zählen, ob es reicht
ein kleines finanzielles Polster, um nicht ständig Angst vor morgen zu haben
Ich möchte wieder arbeiten können.
Ich möchte wieder etwas aufbauen.
Aber dafür brauche ich zuerst einen Boden, der mich trägt – nicht einen, auf dem ich liege.
Wenn du helfen kannst, gibst du mir die Chance, wieder aufzustehen.
Wenn du nicht spenden kannst, hilft es mir schon, wenn du meine Geschichte teilst.
Danke, dass du mich siehst.
Ramona