Hallo ihr Lieben!
Wie einige von euch vielleicht wissen, arbeite ich seit fast zwei Jahren an Schulen als Antidiskriminierungs- und Gewaltpräventionstrainer mit Kindern verschiedener Altersklassen - von der Grundschule bis in die Mittelstufe. So sehr ich die Arbeit mit Kindern liebe, weil jedes einzelne Kind anders ist und ich selbst als Trainer einiges von ihnen lerne, so sehr ist diese Arbeit auch immer von Geldern abhängig.
Wie ihr sicherlich auch wisst, sind die neue Bundesregierung und auch der neue Oberbürgermeister Bonns nicht unbedingt dafür bekannt, sehr viel Wert auf soziale Demokratieförderprojekte oder solche, die Zivilcourage fördern zu legen. Das Geld und die Förderung durch den Staat fehlt den Schulen an vielen Stellen - mehr als ohnehin schon.
Seit Ende letzten Jahres sind aufgrund der Kürzungen auch gleich zwei Trainings für Schüler*innen, die ich betreuen sollte, ausgefallen. Spontan und ohne Vorwarnung, weil die Schulen einfach nicht die Mittel locker machen konnten - was wirklich mehr als verständlich ist!
Die letzten Monate musste ich also mit mühsam Erspartem auskommen, weil das Einkommen von knapp 4 Monaten (durch diese zwei Projekte, die jeweils 2 Monate gedauert hätten) plötzlich ausfiel und ich habe dieses jetzt nach 4 Monaten ohne das Einkommen durch diese Arbeit an Schulen aufgebraucht.
Aktuell kann ich meine Rechnungen für diesen Monat noch zahlen. Wie ich es nächsten Monat schaffen soll, weiß ich nicht. Ab Mai sieht es düster aus.
Dass Bund und Länder Mittel für die Förderungen sozialer Projekte fast willkürlich derartig kürzen oder umleiten und, dass wir Trainer*innen und Lehrkräfte deshalb auf dem Trockenen sitzen bleiben, wie auch ich, ist ein ernstes Problem.
Ich kenne das Gefühl von Armut, weil ich bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen bin und das unser Alltag war. In derartige Geldnot zu geraten, bedeutet aber Unsicherheit, Angst und Stress, der mir wieder unglaublich zusetzt - psychisch.
Selbst wenn ich das Geld hätte, um mich weiter voll und ganz auf die Kinder, die ich unterrichte, konzentrieren zu können: Diese ständige Angst vor Projektausfällen und finanzieller Not nimmt mir Unmengen an Energie, die ich viel lieber in die Kinder stecken würde.
Meine Situation steht sinnbildlich für die vieler anderer Menschen, die Kindern soziale Kompetenzen vermitteln wollen und dafür wirklich brennen!
Diese Kürzungen und die daraus entstehende Geldnot bedeuten natürlich auch, dass die Kinder weniger sozial geschult und unterstützt werden können - ein Bereich, der bei den brechend vollen Lehrplänen und fehlendem Personal im gesamten Bildungs- und Erziehungsbereich sowieso oft als Erstes unter die Räder kommt. Wir als Trainer*innen haben gar nicht die Chance, an unsere Arbeit an Schulen zu denken, während wir nicht wissen, wie wir die nächste Miete zahlen sollen. Es ist unglaublich prekär und, wenn uns die Kinder nicht so sehr am Herzen liegen würden, wären viele wahrscheinlich gar nicht bereit, diesen Dauerstress und die ständige Angst vor Geldnot auf sich zu nehmen.
Die Kürzungen und meine Notlage bedeuten auch, dass ich meine Arbeit im schlimmsten Fall nicht fortsetzen kann. Ich möchte diese Arbeit aber unbedingt weiter machen! Es gibt ohnehin viel zu wenige (sichtbar) migrantische Personen im Bildungssystem, die für rassifizierte Kinder ein Bezugspunkt sein können. Es ist bezeichnend, dass gerade wir immer wieder in den prekärsten der prekären Bereichen und Arbeitsbedingungen arbeiten.
Aktuell fehlen mir durch den doppelten Projektausfall mehr als 2.000€ an Einkommen für die letzten Monate. Das ist unheimlich viel Geld! Es würde mir bereits unglaublich weiterhelfen, wenn diese Lücke geschlossen werden könnte und ich so meine Rechnungen begleichen kann! Kein Luxus, sondern einfach nur, damit ich mich wieder meiner Arbeit mit den Kindern widmen kann und mich nicht fragen muss, wie ich meine übernächste Miete zahlen soll.
Danke euch - für jeden Cent!
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