Hallo, mein Name ist Cora, ich bin 22 Jahre alt und möchte Geld für die Erstausstattung meiner allerersten eigenen Wohnung sammeln. Es ist mein erster eigener Wohnraum, in dem ich endlich Privatsphäre habe, etwas das ich bisher nie richtig genießen konnte. Zu Hause wurden meine Grenzen nie respektiert, weshalb diese Wohnung für mich nicht nur ein Dach über dem Kopf ist, sondern auch mein erster sicherer Rückzugsort. Die Wohnungsübergabe ist bereits für den 1.10.2025 geplant.
Ich bin in einem schwierigen familiären Umfeld aufgewachsen. Mein Vater ist alkoholabhängig und schon als Kind und später dann als Jugendliche musste ich viel Verantwortung übernehmen, wenn er seine Phasen hatte und nicht konnte. Ich habe Verantwortung für mich, für ihn, für die Wohnung und für Dinge übernommen, die eigentlich nicht meine Aufgabe waren. Das führte dazu, dass ich mich schnell überfordert gefühlt habe und vieles schon damals unglaublich viel Energie gekostet hat. Gleichzeitig hat es mich früh gelehrt, wie wichtig eine saubere Umgebung und Hygiene für mich sind.
Prinzipiell könnte ich auch gebrauchte Geräte kaufen. Das Problem ist jedoch, dass mein Kopf und meine Ängste das nicht zulassen würden. Ich weiß rational, dass es sicher ist und ich das Essen aus einem gebrauchten Ofen essen könnte, ohne dass etwas passiert. Aber der Gedanke daran, dass vorher jemand anderes sein Essen darin zubereitet oder stehen gelassen hat, löst massiven Ekel bei mir aus. Dieser Ekel würde mich davon abhalten, mich normal zu versorgen. Deshalb wären für mich neue Geräte wie ein Geschirrspüler, Kühlschrank oder Herd sehr wichtig. Dann weiß ich, dass ich die erste Person bin, die sie benutzt, muss keine Angst haben und kann mich sicher um mich kümmern. Neue Geräte sind für mich also nicht nur praktisch, sondern auch psychologisch notwendig, sie geben mir Sicherheit und erleichtern mir den Alltag enorm.
In den letzten Jahren war es extrem schwer, eine Wohnung zu finden. Entweder konnte ich die Kosten nicht alleine stemmen, das Amt hätte die Miete nicht übernommen, weil sie zu hoch gewesen wäre, oder die Wohnungen waren schlicht zu klein. Ich wollte natürlich auch etwas, das realistisch und gerecht für mich und meine Katzen ist – in einer Einraumwohnung hätte das einfach nicht funktioniert. Dazu kam, dass Bewerbungen oder Wohnungsanfragen oft unbeantwortet blieben. Wenn man es überhaupt bis zu einer Besichtigung geschafft hat, dann wurden danach logischerweise meistens die Leute bevorzugt, die ein stabiles, eigenständiges Einkommen nachweisen konnten.
Ich habe Wochen damit verbracht, Formulare auszufüllen, wie zum Beispiel für einen WBS, was mir im Nachhinein leider nicht viel genutzt hat, weil es in der Umgebung kaum WBS-Wohnungen gab. Die Bescheide sind zudem auch nur ein Jahr gültig und in dieser Zeit habe ich nicht ein einziges Angebot erhalten, obwohl ich keine besonderen Präferenzen gestellt hatte, außer dass die Wohnung in einer passenden Umgebung liegen sollte. Es ist einfach unfassbar schwer, in diesem System wirkliche Hilfe zu bekommen, weil oft niemand genau weiß, wie er unterstützen soll. Damals erhielt ich auch für einige Zeit Unterstützung vom Jugendamt, die jedoch nur begrenzt war, sodass mir letztlich nicht wirklich weitergeholfen werden konnte.
Durch meine Lebensumstände bin ich nicht ganz gesund daraus hervorgegangen und habe im Alltag mit Angstzuständen, Panikattacken, Sozialphobie und einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen. Das bedeutet, dass ich mir meine Energie gut einteilen muss und nicht Vollzeit arbeiten kann. Trotzdem bin ich seit vier Jahren zuverlässig in einem Minijob bei demselben Unternehmen angestellt und habe nach meinem dritten Jahr sogar einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen.
Zu meinen Katzen, sie sind rundum ausgestattet: drei Kratzbäume, fünf Katzenklos, Kratzmöbel, Spielzeug und alles andere was sie brauchen. Diese Spendenaktion ist wirklich nur dafür gedacht, dass ich und meine Katzen einen funktionalen, sauberen und sicheren Alltag haben können.
Sie haben für mich immer oberste Priorität und wer selbst Tiere hat, weiß, dass unvorhersehbare Tierarztkosten entstehen können, dafür habe ich einiges von dem, was ich damals eigentlich für die Wohnung gespart hatte, verwenden müssen. Denn nach mehreren Jahren ohne große Fortschritte bei der Wohnungssuche hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben, überhaupt noch eine Chance zu bekommen. Da meine Katzen zwischenzeitlich krank wurden, habe ich mein Geld lieber für sie eingesetzt, anstatt es zurückzuhalten. Umso überraschender war es, dass sich nun nach so langer Zeit endlich die Möglichkeit für eine eigene Wohnung ergeben hat. Diese liegt leider über dem Preisrahmen, den das Jobcenter vollständig übernehmen würde, und deshalb falle ich unter anderem aus den Leistungen für die Erstausstattung heraus.
Trotz allem habe ich über die Jahre schon einiges zusammengetragen: Möbel wie einen Esszimmertisch, einen Couchtisch, Regale, eine Kommode und kleine Dinge wie Küchenutensilien, Tücher oder eine Kochplatte für den Anfang. Was mir jedoch fehlt, sind die großen und wirklich wichtigen Geräte wie Kühlschrank, Herd, Waschmaschine oder ein Geschirrspüler.
Jede Spende, egal wie groß oder klein, hilft mir enorm, diesen neuen Lebensabschnitt zu starten. Sie unterstützt mich dabei, endlich ein eigenes Zuhause aufzubauen, in dem ich mich sicher und wohlfühlen kann, und erleichtert mir den Start in ein erstes, schönes und selbstständiges Leben.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Hilfeaufruf zu lesen und danke, dass ihr versucht, meine Situation zu verstehen und mich auf diesem Weg zu unterstützen!