Mit dem Verlust meiner Arbeit begann ein Weg, den ich mir niemals hätte vorstellen können. Ursache war eine lebensbedrohliche Nierenerkrankung, die mich seit vier Jahren drei Mal pro Woche für jeweils fünf Stunden an die Dialysemaschine zwingt. Während andere ihren Alltag planen, ist meiner von Behandlungszeiten, Erschöpfung und der ständigen Ungewissheit geprägt, wie viel Kraft mir noch bleibt.
Doch meine Erkrankung ist nur ein Teil einer Geschichte, die unsere gesamte Familie seit mehr als fünf Jahren begleitet. Es ist eine Zeit, in der eine Krise kaum verarbeitet war, bevor die nächste bereits begann.
Unsere Tochter Emilie kam mit einer Fehlbindung zur Welt. Wochen und Monate voller Angst folgten, unzählige Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, ein sechsmonatiger Krankenhausaufenthalt. Am Ende stand keine vollständige Heilung, sondern die Erkenntnis, dass Emilie ihr Leben lang mit einer Stuhlinkontinenz leben muss. Wir waren dankbar für jede kleine Verbesserung – und zugleich gezwungen, uns von der Vorstellung eines unbeschwerten Starts ins Leben zu verabschieden.
Kurz darauf stand meine Frau selbst zwischen Leben und Tod. Nach der Geburt von Emilie erlitt sie eine beidseitige Lungenembolie. Tage voller Bangen, voller stiller Gebete, voller Angst, unsere Familie könnte auseinandergerissen werden.
Und dann unser Sohn Joris. Auch er kämpfte von der ersten Minute an. Eine vorzeitige Plazentaablösung brachte ihn in akute Lebensgefahr. Dass er heute bei uns ist, ist ein Wunder – eines, das uns jeden Tag daran erinnert, wie fragil und gleichzeitig wie kostbar das Leben ist.
Wir haben all das überstanden. Aber diese Jahre haben Spuren hinterlassen. Tiefe Spuren.
Was geblieben ist, ist meine schwere Erkrankung – und mit ihr die Frage, wie ich meiner Verantwortung als Vater und Ehemann noch gerecht werden kann. Jahrelang habe ich versucht, trotz Dialyse und gesundheitlicher Einschränkungen zu arbeiten. Immer wieder. Immer weiter. Doch inzwischen ist mein Körper an seine Grenzen gekommen.
Ich kann diesen Weg nicht mehr gehen.
Also musste ein neuer entstehen.
Die Selbstständigkeit als Sprecher ist für mich mehr als nur eine berufliche Alternative. Sie ist Hoffnung. Sie ist eine Möglichkeit, meine Fähigkeiten einzusetzen, ohne meine Gesundheit weiter zu zerstören. Sie lässt sich in meinen Alltag integrieren, in einen Alltag, der von Krankheit, aber auch von dem Wunsch nach Normalität geprägt ist.
Die Spende gibt mir die Chance, diesen Weg weiterzugehen. Sie hilft mir, meine Selbstständigkeit auszubauen und wieder auf eigenen Beinen zu stehen – nicht aus Mitleid, sondern aus eigener Kraft. Vor allem aber schenkt sie mir etwas Unbezahlbares: eine Perspektive auf eine Zukunft, in der ich meine Familie versorgen kann und eine echte Chance habe, meine Kinder groß werden zu sehen.
Von Herzen danke
Ich möchte mich von ganzem Herzen bei allen bedanken, die spenden, die bereits gespendet haben und die diesen Weg mit uns teilen. Jede einzelne Spende bedeutet für mich weit mehr als finanzielle Unterstützung. Sie ist ein Zeichen von Mitgefühl, von Solidarität und von Menschlichkeit.
Zu wissen, dass Menschen Anteil nehmen, Mut machen und helfen wollen, gibt mir Kraft in einer Situation, die oft von Unsicherheit und Sorge geprägt ist. Eure Unterstützung schenkt mir Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Ich bin dankbar für jede Spende – ganz gleich in welcher Höhe – und für jede Form der Teilhabe. Dafür, dass ihr meine Geschichte lest, sie weitertragt oder einfach an uns denkt. All das bedeutet mir und meiner Familie unendlich viel.
Danke, dass ihr an mich glaubt.
Danke, dass ihr uns Hoffnung schenkt.
Danke, dass ihr diesen Weg ein Stück mitgeht.
Von Herzen: Danke.