Gestrandet in Deutschland–Helft meinen Kindern

Lars-Peter Neu Elsterwerda, Germany

Gestrandet in Deutschland–Helft meinen Kindern

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Unser Neuanfang

Wir stehen gerade an einem Wendepunkt und brauchen dringend eine Starthilfe. Unser Leben war einmal ganz anders – bis zum Jahr 2020 führten wir ein gutes Leben in China. Ich bin 61 Jahre alt, habe zwei wunderbare Kinder (Long, 16, und Li, 11) und lebte mit meiner Familie zwölf Jahre in China. Dann planten wir nur eine kurze Reise nach Deutschland: Ich wollte meinen Kindern zeigen, wie eine deutsche Currywurst schmeckt, wie schön Weihnachtsmärkte sind und die Alster in Hamburg. Doch dann kam Corona. Die Grenzen wurden geschlossen, alle Flüge gestrichen, Hotels dicht. Plötzlich standen wir im tiefsten Winter da, mit vier Koffern, zwei Kindern und keiner Ahnung, was als Nächstes passieren würde. Wir hatten kein Zuhause mehr – unsere Ferien wurden zu einem Verhängnis.

Angekommen in der Kälte

Die ersten Monate in Deutschland waren unglaublich hart. Es war Winter, überall lag Schnee, und wir hatten buchstäblich keinen Ort zum Warmhalten. Für drei Monate und zehn Tage lebten wir in einem Kaltlager in einem Industriegebiet gegenüber einem Amazon-Warenlager. Sechs Quadratmeter, kein warmes Wasser, keine Heizung, kein richtiges Bett – es war einfach nur kalt und ungemütlich. Wir schliefen auf dem Boden, und meine Kinder mussten sich mit Socken beschäftigen, weil sie kein Spielzeug hatten. Alles, was wir tun konnten, war, unsere Wäsche im Eimer zu waschen, uns an einem winzigen Waschbecken schnell abzuwaschen und unsere wenigen Sachen draußen an der kalten Luft aufzuhängen.

Monatelang kein Zuhause: Drei Monate und zehn Tage verbrachten wir im Kaltlager. Das war keine Unterkunft, das war ein Überlebenskampf.

Mangel an allem: In dem winzigen Raum gab es keine Heizung, kein warmes Wasser und kaum Privatsphäre.

Für die Kinder: Long und Li sind mit all dem unglaublich tapfer umgegangen. Sie spielten auf dem Boden und versuchten, in dieser harten Zeit Normalität zu finden.

Endlich eine Wohnung – doch ohne wirkliches Zuhause

Nach endloser Suche haben wir schließlich in Elsterwerda (nahe Dresden) eine Wohnung gefunden. Viele Vermieter hatten uns abgelehnt, weil wir keine Miethistorie in Deutschland vorweisen konnten. Wir lebten also weiter im Kaltlager – doch endlich bahnte sich eine Perspektive an. Die neue Wohnung war zwar noch nicht fertig, aber sie hatte wenigstens ein Badezimmer. Ein Dach über dem Kopf, endlich ein bisschen Privatsphäre – und das erste Gefühl von Dankbarkeit nach langer Zeit.

Allerdings war unsere Erleichterung gedämpft: Die Wohnung war praktisch unfertig. Keine Küche, Böden ohne Teppich, unfertige Türen und Fenster. Wir zogen trotzdem ein und richteten uns notdürftig ein. Für über ein Jahr mussten wir mit ganz wenigen Möbeln leben. In der Küche gab es kaum etwas – wir haben dort mit einem Campingkocher gekocht und auf dem Boden gegessen. Das Jobcenter verweigerte uns sogar die Erstausstattung für die Wohnung. Die Begründung war hart: Wir hätten doch noch Möbel in China. Dabei waren unsere letzten Habseligkeiten in Deutschland vier Reisekoffer.

Kaltlager hinter uns: Nach drei Monaten in der Kälte hatten wir es geschafft, eine Wohnung zu bekommen. Sie war unser erster Lichtblick.

Leer und unfertig: Die Wohnung war im unfertigen Zustand. Wir hatten keine Möbel, und der schönste Raum der Wohnung war das Badezimmer.

Kinderzimmer und Küche: In unserem neuen Zuhause stand ein leeres Kinderzimmer. Die Küche war nur provisorisch – so lebten wir über ein Jahr, weil wir keine Unterstützung für Einrichtung bekamen.

Wir waren unendlich dankbar für das Dach über dem Kopf, aber „angekommen“ haben wir uns nie wirklich gefühlt. In Elsterwerda hatten wir zwar vier Wände um uns, aber innerlich waren wir immer noch auf der Durchreise.

Meine Kinder ohne Heimatgefühl

Deutschland fühlt sich für meine Kinder nicht wie Heimat an. Long (16) und Li (11) sind zwar hier geboren, aber aufgewachsen sind sie in China. Sie haben hier nie Wurzeln schlagen können. Vieles hier ist für sie fremd – die Sprache, die Kultur, selbst das Gefühl, im eigenen Land zu sein. Deshalb sage ich oft: „Meine Kinder sind hier – aber ihre Herzen sind woanders.“

Long und Li sind unglaublich höflich, ruhig und bescheiden. Aber ihr Lachen habe ich kaum noch gesehen. Dafür höre ich Long öfter heimlich weinen. Er frisst es in sich hinein. Li flüchtet in seine Welt. Sie haben in den letzten Jahren so viel verloren: zuerst die Krankheit ihrer Mutter, dann die Trennung, weil sie jemanden neuen kennengelernt hat, schließlich die Scheidung – und dabei natürlich unser Zuhause. Sie haben alte Freunde verloren, sich an ein komplett neues Leben gewöhnen müssen und das Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören.

Oft reden sie davon, wie es früher in China war. Manchmal sehen sie sich Videos aus der alten Heimat auf TikTok an und sagen: „Papa, da möchte ich jetzt sein!“ In diesen Momenten spüre ich, wie sehr sie sich nach Wärme und Geborgenheit sehnen – nach einem Ort, der wieder Vertrautheit für sie bedeutet. Hier in Deutschland sind sie die Fremden. Wenn sie sagen: „Papa, wir wollen nach Hause“, dann sprechen sie nicht von Urlaub. Sie sprechen von ihrem Leben, ihrer Familie, ihrem Gefühl, zu Hause zu sein. Und ich verstehe sie nur zu gut. Mir geht es genauso. Deutschland war für uns zwar eine Zuflucht – ein sicherer Ort – aber nie wirklich Zuhause. Wir leben hier, aber wir gehören hier nicht hin.

Verlorenes Zuhause: Ihre Kindheit in China war schön – das Leben in Deutschland fühlt sich kalt und fremd an.

Sehnsucht nach der Heimat: Durch TikTok und alte Fotos sehnen sie sich oft nach ihrer alten Heimat. Sie sagen mir immer wieder, dass sie „nach Hause“ wollen.

Marydil – ein Lichtblick in der Dunkelheit

Dann trat Marydil in mein Leben. Sie wohnt auf den Philippinen, in der Nähe von Cebu. Ihr Leben dort ist einfach: kaum Strom, kein fließendes Wasser, eine winzige Holzhütte mit Wellblechdach – das ist ihr Zuhause. Sie hat nur sehr wenig materiellen Besitz und lebt mit ihrem kleinen Sohn zusammen. Aber sie besitzt etwas, das uns hier so oft fehlt: Wärme, Herz und unglaubliche Stärke.

Seit über zweieinhalb Jahren stehen wir in engem Kontakt. Wir chatten täglich, telefonieren und machen regelmäßig Videoanrufe. Obwohl wir uns noch nicht persönlich begegnet sind, ist zwischen uns eine tiefe Verbundenheit entstanden. Ich habe gesehen, wie sehr sie für ihre Familie kämpft und liebt. Sie hat mir gezeigt, dass es auch unter schwierigen Bedingungen Liebe und Geborgenheit geben kann. Ich spüre, dass Marydil nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern das geben kann, was ihnen hier fehlt: Geborgenheit, Nähe und ein Zuhause, das sich wirklich nach Zuhause anfühlt.

Wofür wir kämpfen

Für uns geht es nicht um Luxus oder Abenteuer – es geht um die Zukunft meiner Kinder. Long und Li haben in ihrem jungen Leben schon mehr durchgemacht, als viele Erwachsene je erleben. Sie haben Träume verloren und schwere Abschiede erlebt. Trotzdem sind sie stark geblieben. Aber ich sehe auch den Schmerz in ihren Augen und ich weiß: Es ist Zeit, etwas zu ändern.

Ich kämpfe dafür, dass meine Kinder wieder Kinder sein dürfen. Dass sie morgens aufwachen und sich freuen, den Tag zu beginnen. Dass sie einfach lachen, spielen, Freunde haben und ohne Sorgen aufwachsen dürfen. Das wünsche ich mir mehr als alles andere auf der Welt.

Cebu ist für uns mehr als nur ein Reiseziel – es ist eine echte Chance auf ein neues Leben. Dort, in der Nähe von Marydil und Cedric, wartet Wärme und Geborgenheit auf uns. Ich weiß, dass meine Kinder dort das bekommen können, was ihnen hier in Deutschland so fehlt: ein Zuhause, in dem sie nicht „die Anderen“ sind, sondern einfach Kinder mit einem Lachen im Gesicht. Genau dafür kämpfen wir jeden Tag – nicht für uns selbst, sondern für Long und Li.

Unser Plan für die Zukunft

Unser Ziel ist klar: Wir wollen Deutschland bis Ende 2025 verlassen. Aber wir wissen, dass wir dafür einen Plan brauchen, um ein sicheres Leben aufzubauen. Ich bin 61 Jahre alt und habe mein Leben lang gearbeitet – unter anderem in China im Bereich E-Commerce und Social Media Live Shopping. Wir hatten sogar eine eigene Fabrik und vertrieben unsere Produkte darüber. Doch durch Corona haben wir all das verloren. Die Fabrik musste schließen, und es ist für einen 61-Jährigen praktisch unmöglich, in Deutschland einen Job zu finden. Wer stellt einen Mann ein, der bald 62 wird?

Deshalb haben wir einen neuen Plan geschmiedet: Wir möchten ein kleines Produktionsstudio in Bulgarien eröffnen. Dort wollen wir unsere Erfahrungen und unser Können in Social Media, Livestreaming und E-Commerce einbringen. Warum Bulgarien? Weil es uns erlaubt, relativ schnell unsere Projekte zu starten und erste Einnahmen zu generieren – etwas, das in Deutschland schwer geworden ist. Mit unserem Studio wollen wir unsere eigenen Produkte und vielleicht auch für andere Unternehmen Live-Shopping-Kanäle betreiben. So könnten wir schon bald auf eigenen Beinen stehen.

Die ersten Schritte sind gemacht: Wir haben begonnen, unser Leben öffentlich zu dokumentieren. Auf YouTube, TikTok und Facebook teilen wir unsere Geschichte – unsere Erfolge, aber auch unsere Rückschläge. Wir nehmen jeden mit auf diese Reise: von unseren Plänen und Träumen, von kleinen Fortschritten und großen Herausforderungen, von unserer Hochzeit und dem Zusammenleben als neue Familie. So könnt ihr uns begleiten und miterleben, wie wir unseren Traum in die Tat umsetzen.

Warum wir eure Hilfe brauchen: Um unser kleines Studio aufzubauen und unsere Familie nach vorne zu bringen, brauchen wir eine finanzielle Starthilfe. Jede noch so kleine Spende hilft uns, Miete und Ausrüstung für das Studio zu bezahlen. Sie ermöglicht uns, in Bulgarien anzufangen und irgendwann den Weg nach Cebu zu schaffen. Eure Unterstützung bedeutet uns mehr, als ihr euch vorstellen könnt.

Wie ihr uns unterstützen könnt

Wir wissen, dass wir in einer Welt voller großer Projekte und Herausforderungen um Unterstützung bitten. Aber jede Hilfe zählt – sei es eine Spende, ein Teilen unserer Geschichte oder einfach ein paar aufmunternde Worte. Folgt uns gerne auf unseren Kanälen (YouTube, TikTok, Facebook), um dabei zu bleiben, wie aus dieser Idee Wirklichkeit wird. Jede Interaktion, jedes Teilen hilft uns, mehr Menschen auf unsere Situation aufmerksam zu machen.

Wenn ihr Fragen habt oder mehr über uns wissen möchtet, schreibt uns einfach. Wir sind für jede Kommunikation offen und freuen uns über jeden Austausch.

Von Herzen bedanken wir uns bei allen, die mit uns fühlen und uns unterstützen. Jeder Euro, jedes Teilen, jedes Daumendrücken bringt uns unserem Traum ein Stück näher. Danke, dass ihr unsere Geschichte lest und vielleicht ein Teil unseres Neubeginns werdet.

Lars-Peter & Marydil ❤️

 

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Started by

Lars-Peter Neu
Elsterwerda, Germany
06. November 2025
Children and Youths
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