Margarete ist 81 Jahre alt.
Im Moment geht es ihr nicht gut. Sehr oft geht es ihr sogar sehr schlecht.
Sie leidet unter starken Depressionen. Der Lebensmut, der sie früher getragen hat, ist fast verschwunden. Viele Tage sitzt sie still da, zieht sich zurück, spricht kaum noch. Manchmal sagt sie, sie wisse gar nicht mehr, wofür sie morgens aufstehen soll. Es zerreißt mir das Herz, das mit ansehen zu müssen.
Dabei war sie ihr Leben lang eine starke Frau.
In den letzten Jahren hat sie jedoch mehr verloren, als ein Mensch eigentlich verkraften kann:
Während der Corona-Zeit starb ihr Sohn – mein Bruder – mit nur 46 Jahren. Kurz danach erkrankte sie selbst schwer an Corona und lag allein im Krankenhaus, ohne Besuch, ohne Nähe, voller Angst.
Im letzten Jahr starb dann auch noch ihr Mann. Ihr Lebenspartner. Ihr Halt. Ihr Zuhause.
Seitdem ist sie innerlich sehr allein.
Finanziell bleibt ihr keine Luft zum Atmen.
Sie bekommt Rente und Witwenrente, doch diese reichen gerade so aus, um die Heimkosten zu bezahlen. Deshalb erhält sie keine Unterstützung vom Sozialamt. Auf dem Papier ist alles gedeckt – im echten Leben bleibt kein einziger Euro übrig.
Das Ersparte, für das meine Eltern ihr ganzes Leben gearbeitet haben, ist vollständig aufgebraucht – für Pflege und Heimkosten.
Es ist so traurig zu sehen, dass am Ende eines arbeitsreichen Lebens nichts bleibt. Kein Spielraum. Keine kleinen Freuden.
Für Dinge, die Würde und Lebensqualität bedeuten würden, reicht es nicht:
ein neuer Pullover
ein Friseurbesuch
eine neue Brille
ein kleiner Ausflug ins Grüne, ein Kaffee außerhalb des Heims
Alles Kleinigkeiten – und doch für sie unerreichbar.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meiner Mutter wieder kleine Lichtblicke zu schenken. Momente, in denen sie sich gesehen fühlt. In denen sie spürt: Ich bin noch da. Ich bin noch wichtig.
Jeder noch so kleine Beitrag kann helfen, ihr ein Stück Lebensfreude, Wärme und Menschlichkeit zurückzugeben.
Von Herzen danke ich jedem Menschen, der Margarete unterstützt.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel das für sie – und auch für mich – bedeutet. 🤍