Liebe alle,
im Juni dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, mit der Artemed Stiftung nach Nyangao im Süden Tansanias zu reisen. Durch meine schulische Facharbeit, aber auch durch mein Interesse an Gesundheitsversorgung in Entwicklungsregionen durfte ich vor Ort das St. Walburg‘s Hospital sowie die Sr. Dr. Thekla Nyangao School of Nursing kennenlernen und unterstützen (Sr. Dr. Thekla Nyangao School Of Nursing).
Ich selbst bin 18 Jahre alt und Schülerin am Gymnasium Adolfinum in Moers.
Die Sr. Dr. Thekla Nyangao School of Nursing wurde im Jahr 2014 mit Unterstützung der Missions-Benediktinerinnen Tutzing sowie durch Spendengelder gegründet. Als private Bildungseinrichtung erhält die Schule also keine staatliche Finanzierung und ist daher auf Schulgebühren sowie Spenden angewiesen, um sich aufrechtzuhalten und weiterzuentwickeln. Die Schule entstand aufgrund des kritischen Mangels an qualifizierten Pflegekräften im Süden Tansanias. Seit ihrer Gründung wurden bereits über 270 Pflegekräfte ausgebildet – Menschen, die dazu beitragen, die medizinische Versorgung einer ganzen Region zu sichern.
Diese Reise hat mich bewegt.
Während wir in Deutschland eine Ausbildung als selbstverständlich ansehen, kämpfen viele junge Menschen in Tansania täglich um die Chance auf Bildung.
Trotz bedeutender Erfolge steht die Schule vor Herausforderungen. Die momentan Größte sind die Prüfungsgebühren. Viele Auszubildende stammen aus armen Familien, die von der Landwirtschaft leben und deren Einkommen stark von den Ernteerträgen und Erntezeiten abhängt. Die Prüfungsgebühren betragen zweimal 50 Euro (150.000 Tansania-Schilling) pro Semester und umfassen einen schulinternen Test und eine staatliche Prüfung – für viele Familien ein Betrag, der kaum aufzubringen ist. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Dabei werden diese Fachkräfte dringend benötigt. Die medizinische Versorgung im Süden Tansanias ist vielerorts unzureichend. Das nahegelegene St. Walburg‘s Hospital versorgt jährlich rund 90.000 Patientinnen und Patienten und ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, medizinische Hilfe zu erhalten. Dies funktioniert allerdings nur mit ausreichend Fachpersonal.
Was mich vor Ort besonders beeindruckt hat, war die Entschlossenheit der Auszubildenden. Trotz einfacher Lebensbedingungen lernen sie mit großem Engagement. Sie lernen nicht nur für sich selbst, sondern für ihre Familien, ihre Dörfer und die Menschen, die später auf ihre Hilfe angewiesen sein werden.
Ich habe die Schule, die Lehrkräfte und die Auszubildenden persönlich kennengelernt. Ich habe gesehen, mit wie viel Leidenschaft dort gearbeitet wird und wie viel bereits mit begrenzten Mitteln erreicht werden konnte.
Deshalb möchte ich helfen – mit Ihrer Unterstützung können wir jungen Menschen beim Bezahlen der Prüfungsgebühren helfen, ihnen dadurch eine Zukunft ermöglichen und gleichzeitig dazu beitragen, dass mehr Menschen in Tansania gute medizinische Versorgung erhalten.
Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit der aktuellen kommissarischen Leitung der Pflegeschule, Cosima Laschet. Sie kommt aus Deutschland, arbeitet aber seit fast zwei Jahren vor Ort. Zusammen mit dem Team vor Ort entwickeln wir die Schule weiter.
Vielen Dank für ihre Unterstützung!
Carla Finkenrath