Als wir in der Zeitung lasen, dass die Hansestadt Lübeck die Bedingungen eines Kinder- und Jugendwettbewerbs beim Brückenbau aus Papier aufgrund der Haushaltssperre nicht einhalten könne, waren wir entsetzt.
Schnell hatten wir die Idee, einen „Marzipan-Fonds“ zu gründen, damit Kinder und Jugendliche den versprochenen Preis erhalten. Uns ist dabei klar, dass es existenziell wichtigere Aufgaben gibt, jedoch finden wir den Lerneffekt für Kinder und Jugendliche im Umgang mit Stadt und Politik immens wichtig.
Zum Hintergrund: Die Hansestadt Lübeck hatte Kinder und Jugendliche zum Wettbewerb eingeladen, eine Brücke aus Papier zu bauen. Das Gewicht, das die Brücke trägt, sollten die Teilnehmenden als Marzipan erhalten. Aufgrund der Haushaltssperre und weil 61 Brückenkonstruktionen eingereicht wurden, hat die Hansestadt nun eine Absage erteilt, es würde zu teuer so viel Marzipan einzukaufen, auch hygienische Gründe würden dagegen sprechen. Es werden alle Teilnehmenden etwas erhalten, hieß es in den Lokalnachrichten – jedoch nicht das versprochene Marzipan.
Nun lässt sich sicherlich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Kindern und Jugendlichen kiloweise Marzipan, das zu einem erheblichen Anteil aus Zucker besteht, zu versprechen. Doch hätte dies vorher bedacht werden sollen. Hier gilt für uns, dass Wettbewerbsbedingungen eingehalten werden müssen – im Großen wie im Kleinen. Kinder und Jugendliche sollten an diesem Beispiel nicht lernen, dass Erwachsene ihr Wort brechen, selbst, wenn anstelle des Marzipans wertvolle Gutscheine vergeben werden. Deshalb rufen wir zu spende für die Kinder auf!