Manchmal gibt es Menschen, die trotz unvorstellbarer Belastungen niemals aufgeben. Menschen, die jeden einzelnen Tag mit Schmerzen, Einschränkungen und Angst leben – und trotzdem weiterkämpfen, weiterträumen und weiter an das Gute glauben.
Ich bin eine dieser Menschen.
Mein Name ist Ines Vasku. Ich bin 34 Jahre alt, Autorin, Hobby-Schriftstellerin und ein Mensch, der trotz vieler Schicksalsschläge nie aufgehört hat, an die Kraft von Worten zu glauben.
Seit meiner Geburt lebe ich mit einer spastischen Parese. Später kam Multiple Sklerose hinzu. Seit meinem 20. Lebensjahr sitze ich dauerhaft im Rollstuhl, inzwischen verbringe ich den größten Teil meines Lebens im Bett. Seit vielen Jahren bin ich Palliativpatientin, da ich auf sämtliche Medikamente gegen Multiple Sklerose allergisch reagiert habe und mittlerweile als austherapiert gelte.
Mein Alltag besteht aus Schmerzen, Erschöpfung, Atemproblemen, Krankenhausaufenthalten und immer wieder schweren Lungenentzündungen, die lebensgefährlich werden können. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, wie es ist, wenn der eigene Körper Tag für Tag schwächer wird. Wenn man vieles, was andere ganz selbstverständlich tun, nicht mehr alleine schafft. Wenn schon kleine Dinge wie Aufstehen, Sitzen oder ein paar Stunden außer Haus zu einem Kraftakt werden.
Es gibt Tage, an denen ich kaum die Kraft habe, meinen Kopf vom Kissen zu heben. Tage, an denen ich kaum sprechen kann. Tage, an denen ich mich frage, wie lange ich diesen Weg noch gehen kann. Und trotzdem versuche ich jeden Tag weiterzumachen.
Denn es gibt etwas, das mir niemand nehmen kann: meine Worte.
Schreiben ist für mich nicht nur ein Hobby. Schreiben ist mein Überlebensanker. Es ist das, was mir geblieben ist, wenn mein Körper versagt. Es ist die einzige Welt, in der ich frei sein kann. Wenn ich schreibe, bin ich nicht nur die kranke Frau im Bett oder im Rollstuhl. Dann bin ich Autorin. Dann bin ich jemand, der Geschichten erzählen, Gefühle ausdrücken und anderen Menschen vielleicht Mut machen kann.
In den vergangenen Jahren habe ich bereits fünf Bücher geschrieben – darunter Kinderbücher, Biografien und ein Fachbuch. In meinen Texten geht es um Krankheit, Verlust, Familie, Hoffnung, Depressionen, Schmerz und die Frage, wie man trotz allem weiterlebt. Meine Bücher sind nicht nur Geschichten. Sie sind mein Leben.
Jede Seite, die ich schreibe, kostet Kraft. Jede Zeile entsteht oft unter Schmerzen, in Nächten ohne Schlaf, zwischen Medikamenten, Arztterminen und Krankenhausaufenthalten. Aber genau deshalb bedeuten mir meine Bücher so viel. Sie sind das Einzige, was ich erschaffen kann, obwohl mein Körper immer weniger zulässt.
Viele Menschen denken, Schreiben koste nichts. Doch gerade als schwer kranke Autorin entstehen viele Ausgaben, die ich alleine kaum bewältigen kann. Während andere Menschen reisen, arbeiten oder ihren Hobbys nachgehen können, fließt bei mir fast jede Kraft und jeder Gedanke in meine Bücher.
In nächster Zeit würde ich für meine Arbeit als Autorin unter anderem folgende Dinge benötigen:
Für viele Menschen mögen diese Dinge wie Luxus klingen. Für mich sind sie das nicht. Für mich bedeuten sie die Möglichkeit, weiterhin schreiben zu können. Sie bedeuten, dass ich meine Gedanken, Erinnerungen und Gefühle festhalten kann, solange ich noch die Kraft dazu habe.
Ich weiß, dass ich krank bin. Ich weiß, dass mein Körper immer schwächer wird. Aber ich bin trotzdem noch jung genug, um Wünsche, Träume und Hoffnungen zu haben.
Ich wünsche mir keine Luxusreise, keine teuren Kleider und keinen Reichtum. Ich wünsche mir einfach nur die Möglichkeit, weiter schreiben zu können. Weiter Bücher zu verfassen. Weiter meine Gedanken, Erinnerungen und Geschichten festzuhalten, solange ich noch da bin.
Vielleicht kann ich meinen Körper nicht retten. Vielleicht wird meine Krankheit irgendwann stärker sein als ich. Aber solange ich noch Worte habe, solange ich noch schreiben kann, habe ich das Gefühl, dass ich noch nicht ganz verloren bin.
Jede kleine Spende könnte mir helfen, diesen Traum weiterleben zu lassen. Sie könnte mir helfen, Programme zu kaufen, einen besseren Laptop anzuschaffen, Druckkosten zu bezahlen und meine Arbeit als Autorin fortzuführen.
Denn meine Bücher sind nicht einfach nur Bücher.
Sie sind meine Stimme.
Sie sind mein Leben.
Und vielleicht bleiben irgendwann genau diese Worte von mir zurück.
Von Herzen danke an jeden Menschen, der mich unterstützt, an mich glaubt oder meinen Weg ein kleines Stück mitgeht.