Als Sprecherin der Lokalgruppe Sea-Eye Hannover war ich zu einer Vorstellung der MITTELMEER-MONOLOGE von Micheal Ruf mit anschließendem Publikumsgespräch nach Wuppertal eingeladen worden. Ich war absolut begeistert von dem Dokumentartheater und will es unbedingt nach Hannover holen.
Die MITTELMEER-MONOLOGE erzählen von den politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen 'Küstenwachen' und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen.
Diese Aktivist*innen überzeugen beim 'Alarmphone' die Küstenwachen, nach Menschen in Seenot zu suchen oder lernen auf der Seawatch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren – kurzum sie tun das eigentlich Selbstverständlichste, was im Jahr 2026 alles andere als selbstverständlich ist: menschliches Leben zu retten!
Das Besondere: Es sind echte Geschichten, die erzählt werden. Der Autor und Regisseur Michael Ruf der gemeinnützigen Organisation "Wort und Herzschlag" führt für seine Dokumentartheaterstücke Interviews, die mehrere Stunde, teils mehrere Tage dauern. Diese Interviews werden dann gekürzt und verdichtet. Die Kunst ist die authentische Widergabe. Das ist wortgetreues, wortwörtliches Theater.
Als Landcrew der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye e.V. werden wir häufig nach echten Seenotretter*innen und Menschen gefragt, die die Flucht über das Mittelmeer erlitten haben. Hier bekommen sie eine Stimme, ohne dass sie sich selbst mit ihrer ganzen Verletzlichkeit präsentieren müssen. Schauspieler*innen übernehmen das so professionell, dass man fast vergisst, dass sie nicht ihre eigene Geschichte erzählen. Eine weitere Besonderheit ist, dass stets lokale Schauspieler*innen ausgewählt werden.
Sea-Eye Hannover ist es mit dem Kooperationspartner, dem Förderverein Lister Turm wichtig, dass Kultur gerade zu diesem Thema kostenlos angeboten wird, damit wirklich jede*r unabhängig vom Geldbeutel teilnehmen kann und sich seiner Wirksamkeit bewusst wird, wie man auch ohne Geld an einer von Mitmenschlichkeit geprägten Welt mitarbeiten kann.
Damit die Mittelmeer-Monologe wie geplant am 18. September 2026 um 19:00 Uhr im Lister Turm in Hannover stattfinden können, brauchen wir Geld für die wirklich niedrigen Honorare der Schauspieler*innen (aber ganz umsonst geht es natürlich auch nicht), Technik, Miete, GEMA, Helfer*innen für Auf- und Abbau etc.
Ganz gleich, was Du erübrigen kannst, egal, wie klein der Beitrag auch sein mag - er hilft, dass Menschen dieses Stück sehen können. Dein Beitrag wird sich vervielfachen, davon bin ich überzeugt. Gib der Seenotrettung die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Und wenn Du irgendwie, irgendwo am 18. September in der Nähe bist, komm`doch einfach vorbei. Danke!