Der Wohnungskonzern LEG hat unseren Raum gekündigt. Der Raum ist ein zentraler Ort im Viertel - ein Ort des Zusammenkommens, der gegenseitigen Hilfe und des gemeinsamen Kämpfens. Damit ist der Raum der LEG ein Dorn im Auge, weswegen sie uns jetzt rausschmeissen wollen.
Dagegen setzen wir uns zur Wehr. Seit der Kündigung vor einem halben Jahr haben wir als Nachbarschaft protestiert und deutlich gemacht, welchen Mehrwert der Raum für Berg Fidel hat.
Die LEG hält bisher weiter an der Kündigung fest. Doch wir kämpfen weiter. Heute, am letzten Tag der Kündigungsfrist, hat der Trägerverein von Berg Fidel Solidarisch Widerspruch bei der LEG gegen die Kündigung eingereicht.
Damit wird eine Auseindersetzung vor Gericht wahrscheinlicher. Dabei ist natürlich klar, dass die Machtressourcen ungleich verteilt sind. Wir sind einige Dutzend wehrhafte Nachbar:innen, die gegen einen milliardenschweren Großkonzern kämpfen. Die LEG hat wahrscheinlich mehr Anwälte als wir Mitglieder. Doch wir sind nicht alleine. Wir stehen für Millionen von Mieter:innen, die einen großen Teil ihres Lohns an Vermieter abdrücken und damit ihr Geschäft am Laufen halten. Wir stehen für Millionen von Arbeiter:innen, die für diesen Lohn hart arbeiten und täglich kämpfen müssen. Wir sind die vielen. Und wenn wir uns zusammentun sind wir mächtiger als jeder Großkonzern!
Um der LEG auch vor Gericht standzuhalten, brauchen wir jetzt finanzielle Unterstützung, um eventuelle Verfahrens- und Anwaltskosten bezahlen zu können. Jeder Betrag hilft! Wenn nur 500 Menschen uns 10 € spenden, können wir schon einiges an Kosten decken. Alles darüber hinaus hilft umso mehr!
Zeigen wir den großen Wohnungskonzernen Grenzen auf!
Zeigen wir ihnen, dass wir uns zur Wehr setzen und dass sie nicht machen können, was sie wollen!
Kontext:
In Berg Fidel, einem der ärmsten Stadtteile Münsters, spitzt sich seit einigen Monaten ein Konflikt zu, der stellvertretend steht für eines der drängensten Themen für Millionen von Menschen in Deutschland: Wohnen und Miete.
Berg Fidel ist wie viele Nachbarschaften in Großstädten fest in der Hand eines Wohnungskonzerns, in diesem Fall der LEG. Die LEG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Düsseldorf. Über 170.000 Wohnungen deutschlandweit mit Schwerpunkt NRW sind in ihrem Besitz. Damit macht die LEG weit über eine Milliarde Umsatz im Jahr, von dem sie zuletzt etwa 200 Millionen an ihre Aktionäre ausschüttete.
Der LEG gehören fast alle großen Wohngebäude im Viertel sowie alle zentralen Ladenlokale. Das Profitstreben der LEG führt dazu, dass im Viertel an allen Ecken gespart wird. Reparaturen werden, wenn überhaupt, nur spät und notdürftig erledigt, die Erreichbarkeit ist katastrophal, Nebenkosten werden oft instransparent und zu hoch abgerechnet und die Mieten werden ständig erhöht.
Gegen diese Zustände setzen sich seit jeher Menschen zur Wehr. Damit diese Kämpfe nicht vereinzelt bleiben, haben wir vor knapp 8 Jahren die Stadtteilgewerkschaft Berg Fidel Solidarisch gegründet. Bei Berg Fidel Solidarisch kommen wir zusammen, tauschen uns aus und kämpfen gemeinsam gegen unsere Probleme und für eine solidarische und gerechte Welt.
Inzwischen ist Berg Fidel Solidarisch fest im Viertel verankert. Es gibt regelmäßige offene Treffs mit Kaffee und Kuchen, wir haben eine solidarische Mietberatung und feiern jährlich ein großes Viertelfest am 1.Mai.
Seit April letztens Jahres konnten wir für all diese Aktivitäten endlich einen eigenen Raum anmieten. Die Miete dafür finanzieren wir ausschließlich mit Spenden. Im vergangen Jahr haben wir mit viel tatkräftiger und finanzieller Unterstützung unseren Raum renoviert und hergerichtet. Kurz bevor wir den Raum feierlich eröffnen wollten, kam nach nur einem halben Jahr Miete bereits die Kündigung durch die LEG.
Mehr Informationen zur Kündigung: