Nothilfe für eine inhaftierte transfem-PoC in DE

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Aktuelle Situation:

R ist eine Schwarze trans Frau, die vor queerfeindlicher Gewalt aus ihrer Heimat Jamaica nach Deutschland geflohen ist. Doch hier hörte die Gewalt nicht auf. Sie wurde 2022 Opfer von Polizeigewalt, als sie sich gegen eine rassistische Polizeikontrolle wehrte. Ihr wurde aus unmittelbarer Nähe Pfefferspray ins Auge gesprüht und sie erlitt einen Jochbeinbruch. Sie wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und musste obendrauf noch die Reinigungskosten für das Polizeiauto übernehmen, auf dem ihr Blut war. Diese Gewalt wurde von Hilfsstellen, an die R sich wandte nie ernst genommen. R fühlte sich alleine, fand als trans Frau keinen Job und griff immer öfter zum Alkohol. Im Juni letzten Jahres wurde sie dann Opfer eines transfeindlichen Angriffs. Unmittelbar zuvor hat Sie eine Aufforderung zur rückwirkenden Mietzahlung in Höhe von mehreren tausenden Euros erhalten.

Sie lernte unmter diesem enormen Druck beim Ausgehen einen Mann kennen, der ihr einen Job versprach und sie mitnahm in die Bar, in der er angeblich arbeitete. Dort brachte er sie in den Keller, schloss hinter sich ab. Nachdem R. um Hilfe rief und versuchte auf sich aufmerksam zu machen, schlug er sie zu Boden, würgte sie und griff schließlich nach einem Messer. Ihr gelang es ihm das Messer zu entwenden und sich mit diesem zu verteidigen. Erst nach mehrenen Stichen ließ der Angreifer von ihr ab, sie flüchtete auf die Straße, wo sie direkt Nwotruf und Polizei verstädigte und dort auf sie wartete. Bei deren Ankunft versucht sie darauf aufmerksam zu machen, dass im Keller eine verletzte Person ist, die dringend Hilfe braucht, sie wird jedoch direkt als Täterin behandelt, zu Boden gedrückt und in Handschellen gelegt. In den Bodycam Aufnahmen hört man, wie sie sagt "Ich kriege keine Luft", worauf eine Beamte nur erwiedert "Da passt doch noch ein Finger dazwischen". Sie wird schließlich aufs Revier gebracht, dort von männlichen Beamten ausgezogen, fotografiert und befragt und schließlich in Untersuchungshaft in den Männerknast gebracht. Der Angreifer verstirbt im Krankenhaus an seinen Verletzungen. 

Erst im September letzten Jahres begann R`s Prozess. Bis dahin saß sie bereits 17 Monate in Untersuchungshaft im Männerknast, wo sie tagtäglich Retraumatisierung patriarchaler und sexualisierter Gewalt ausgesetzt war. Doch auch vor Gericht ging diese Gewalt weiter. Sie wurde von Anfang an als Lügnerin bezeichnet, erniedrigt und bloßgestellt. Sie musste vor den weißen, männlichen Richtern und Staatsanwalt sich all die Videos und Fotos von der Tat und vom Revier danach, wo sie teilweise fast nackt ausgezogen wurde immer und immer wieder ansehen, sie musste diese traumatische Situation bei jedem Prozesstermin erneut durchleben und dabei zuhören, wie ihr ihr Recht auf Selbstverteidigung und Selbstbestimmung abgesprochen wird, die Gewalt die sie erlebte nicht geglaubt wird und sie als Täterin dargestellt wird. Immer wieder wird sie als aggressiv und hysterisch dargestellt. Sie würde Situationen fälschlicherweise auf ihr transsein beziehen und Gefahrszenarien konstruieren. Von einem weißen Psychiater wird ihr vor Gericht eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, die dieses Verhalten begründen soll. Das sie tatsächlich in Lebensgefahr war, ist für Richter und Staatsanwalt keine denkbares Szenario. R muss es sich also eingebildet haben. Sie soll in diesem Prozess für ihr Verhalten diszipliniert und bestraft werden. Dafür, dass sie sich gewehrt hat.

Nun wurde am Montag ein Urteil verkündet. Das Urteil lautet forensische Psychatrie. R sei nicht steuerungsfähig aufgrund ihrer angeblichen Persönlichkeitsstörung und wird von der Schuld freigesprochen. Dennoch wird sie als Täterin und Gefahr für die Öffentlichkeit behandelt und gehört laut Gericht weggesperrt. Für wie lange ist unklar. laut Richter ist dies ein gnädiges Urteil, den es bewahre R vor der Gewalt, die sie hier draußen erfahren würde. Doch unter dem Deckmantel von Hilfe und Besserung werden Menschen dort ihrer Selbstbestimmung beraubt. Selten führen Psychatrien zur Besserung. Im Gegenteil, meist sind sie Orte der Gewalt, der Traumatisierung und des Zwangs. Mithilfe des §63, der im Faschismus entstanden ist, wird dort das Wegsperren von “psychisch-kranken” Personen legitimiert. So auch in Rs Fall. R muss nun in Gänze für die Gerichtskosten aufkommen, während des Prozesses ist ihr Aufenthaltstitel ausgelaufen, ihre Betreuung hat sich nicht um die Verlängererung gekümmert. Ihre Schulden haben sich getürmt. Nun wurde ein Privatinsolvenz Verfahren eingeleitet, ohne ihr wissen. Wir versuchen nun um uns eine neue Betreuuung und Aufenthaltstitel für R zu kümmern, doch können all dies nicht allein.

R. ist nun in einer forensischen Psychiatrie untergebracht und benötigt eine Reihe von Dingen die ihr das Verharren dort erleichtern könnten. Am dringendsten benötigt Sie warme Winterbekleidung. Aber auch ein Fernsehgerät, CD-Spieler, Musik-CD's, eine warme Decke, Hygiene- und Komsetik-Artikel und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs.

R braucht dringend eure Unterstützung um all diese Kosten zu decken.

Bitte spendet also wenn ihr könnt und teilt den Aufruf. 

Justice for R!

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Weitere, ältere Infos:

Liebe Community, liebe Mitmenschen,

während ich diesen Aufruf schreibe, sitzt R. bereits seit über einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Es gibt Menschen, die immer wieder durch das System „rutschen“ – weil ihre Fälle als zu kompliziert gelten oder angeblich die Ressourcen und Kapazitäten fehlen. Genau das ist R. passiert: Zuständige Stellen haben versagt, Hilfe blieb aus.

Ich habe R. 2022 im Rahmen eines Stammtisches für queere Geflüchtete kennengelernt. Sie erzählte mir von ihrem Alltag als geflüchtete trans* Person, von Diskriminierung in Unterkünften und auf dem Arbeitsmarkt sowie von ihren Hoffnungen und Zukunftswünschen.

Im Herbst 2022 berichtete R. mehrfach von schwerer Polizeigewalt gegen sie. Juristisch blieb diese für die beteiligten Beamt*innen folgenlos – stattdessen wurde R. selbst verurteilt (1.200 € Geldstrafe, zusätzlich Reinigungskosten für das Polizeifahrzeug). Sie erlitt schwere Verletzungen, unter anderem durch Pfefferspray aus kurzer Distanz ins Auge. Die notwendige medizinische Behandlung musste sie selbst bezahlen.

R. ist schwarz und trans* und durch diesen Vorfall schwer traumatisiert und depressiv. Um mit den Folgen umzugehen, entwickelte sie schädliche Coping-Strategien wie exzessiven Alkoholkonsum, was ihre Situation weiter verschärfte.

Gerichtlich wurde ihr eine Betreuerin bestellt. Laut R. hat sich ihre Lage dadurch jedoch verschlechtert: Rechnungen und Unterlagen werden nicht weitergeleitet, wichtige Dokumente liegen R. selbst nicht vor.

Die finanzielle Situation eskalierte so weit, dass R. zeitweise kein Geld mehr für Lebensmittel hatte. Seit fast zwei Jahren stand sie auf der Warteliste der örtlichen Tafel, wurde jedoch immer wieder zurückgestellt. Ich wandte mich an die Diakonie, doch dort wurden schriftliche Nachweise über die Polizeigewalt verlangt – obwohl diese aus dem Urteil nicht hervorgehen, da es ausschließlich eine stark einseitige Darstellung enthält, die R. diskreditiert. Ihre Schilderungen wurden offenbar nie dokumentiert, obwohl sie konsistent und glaubhaft waren. Andere, weiße und heteronormative Migrant/-innen wurden durch diese Stelle laut Aussage von R. bevorzugt.

R. ist so viel Ungerechtigkeit in diesem Land der Ungerechtigkeit erfahren wie mensch sich nur schwer vorstellen kann. Daher brauchst Sie unsere Unterstützung.

Bitte unterstützt R., wenn ihr könnt: es wird Geld für das Begleichen der vielen Schulden gebraucht sowie für das weitere Bekanntmachen Ihrer geschichte - damit Menschen wie R und ihre Geschichte nicht so leicht in Vergessenheit gebracht werden können.

Spendet – auch kleine Beträge helfen.

Teilt diesen Aufruf.

Oder meldet euch unter helpforr ät riseup. net, wenn ihr anderweitig helfen möchtet.

Vielen Dank für eure Solidarität.

LG

Sof

Frankfurt, 31.07.2025

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12. February 2026
Human Rights
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