Wir brauchen weltweit klimaresiliente ökologische Land-/Agroforstwirtschaft
Landwirtschaft versorgt uns mit Nahrungsmitteln. Wir können
Maximal 5 Minuten leben ohne zu atmen.
Maximal 5 Tage ohne zu trinken.
Maximal 5-6 Wochen ohne zu essen.
Gesunde Nahrungsmittel gehören also zusammen mit Atemluft, Trinkwasser zu den drei Dingen, die für uns Menschen absolut „systemrelevant“ sind. Den Begriff „systemrelevant“ haben wir alle mit COVID gelernt.
Doch ohne intakte Böden haben wir nichts zu essen, wie das Kirsten Thonicke vom Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) so prägnant in einem Interview auf ARTE angemerkt hat.
Sie hat damit stark kondensiert gesagt, welches Konfliktpotential am Entstehen ist (und schon besteht) angesichts der Degradation landwirtschaftlicher Böden und eines gestörten Wasserhaushalts weltweit. Denn wenn weltweit die Böden nicht mehr genug produzieren können, dann gibt es Hunger und politische Instabilität und Krieg.
Die FAO, die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, warnt, dass 90 Prozent der fruchtbaren Bodenschicht der Erde bis 2050 "at risk" sind.
Wir verlieren wortwörtlich unsere Lebensgrundlage
Praktische Forschung und konkretes Handeln zu ökologischer und klimaresilienter Landwirtschaft oder besser Agroforstwirtschaft ist also unverzichtbar und absolut dringlich.
Einen RESET des Bodens https://www.permaguinee.site/unser-boden haben wir auf unserer Lern-und-Lehr-Plantage https://www.permaguinee.site/home5a47ff3d versucht. Und er ist auf unserem Experimentalfeld gut gelungen. Nun heißt es, auch die anderen Felder in diesem Sinne aufzubauen. Das ist viel und harte Arbeit.
Doch dass die jungen Männer aus den Dörfern der Nachbarschaft, die meine Mitarbeiter in diesem Projekt sind, freiwillig begonnen haben, den Rest des Feldes auf diese Weise aufzubauen, zeigt mir, dass sie sehen: Hey, das funktioniert, das Gemüse und die Papayas haben eine ganz andere Kraft! Das learning-by-doing hat also schon begonnen.
Für klimaresiliente Landwirtschaft ist es aber auch unabdingbar, zu lernen, wie man auch oberhalb des Bodens mit lokalen und soweit möglich natürlichen Maßnahmen und Materialien ein für gutes Wachstum erforderliches HABITAT schaffen kann – das heißt das notwendige MIKROKLIMA, das ja auch wieder das Leben im Boden schützt! Doch Gewächshäuser sind teuer und Insektenschutznetze sind aus Kunststoff und sollten so wenig wie möglich Verwendung finden (die Problematik der Entsorgung solcher Netze/Mikroplastik). Das bedeutet, das Habitat muss ggf. auch flexibel gestaltbar sein – je nach Sonne/Hitze, Regen und Wind/Sturm.
Wir versuchen es mit unseren „pflanzlichen Gewächshäusern“ https://www.permaguinee.site/habitat1feea7ea. Rankende Pflanzen, wie Passionsfrucht, aber auch Gurken oder Kürbisse sollen an Stützstrukturen hochwachsen und so einen „Windschutz“ gegen Sturmschäden und eine „Überdachung“ als Schutz vor Hitze und zu starken Regenfällen schaffen.
Die FAO bestätigt: der Aufbau klimaresilienter Landwirtschaft benötigt anfangs mehr Zeit und Geld, doch die Ergebnisse sind nachhaltig. Und mittelfristig sind sie auch wirtschaftlich sinnvoller, vor allem wenn man die positiven Synergie-Effekt miteinberechnet.
Projekte wie unsere Plantage PermaGuinee ermöglichen es zu lernen, wie der Aufbau solch einer Land- bzw. Agroforstwirtschaft rascher und produktiver gestaltet werden kann. Eigentlich ist es nur eine Sache von viel Arbeit und viel Geduld – und natürlich das Wissen WIE.
Die Forschung und Projekte, aber auch wir im Kleinen in der Praxis, wissen schon viel. Doch das Wissen ist noch bruchstückhaft und z.T. wird es auch nur bruchstückhaft angewandt.
Und: Dieses Wissen ist nicht immer dort, wo es gebraucht wird.
Deshalb arbeiten wir vor Ort in Westafrika, wo die Menschen nur wenig Zugang zu solchen Informationen haben. Wir lernen von ihnen ihr lokales Wissen – und teilen unser Wissen über die Nährstoffkreisläufe in einem lebendigen Boden und entwickeln gemeinsam Techniken, um ein günstiges Habitat für unser Gemüse, das Obst und die Tiere zu schaffen, und und und...
Denn es reicht nicht, wenn wir in Europa alles auf klimaresiliente ökologische Land-/Agroforstwirtschaft umstellen - aber in vielen Teilen der Erde weiterhin Raubbau betrieben wird.
Wir müssen alle parallel so rasch wie möglich "am und mit dem Boden arbeiten".
Jede einzelne Spende hilft uns dabei, auch nächstes Jahr 2027 weiter daran zu arbeiten, die Lern-und-Lehr-Plantage PermaGuinée voll funktionsfähig aufzubauen.
Danke für deine Hilfe, die wir sehr schätzen.