"Ohne intakte Böden haben wir nichts zu essen."
Dieser Satz, den ich in einem ARTE Interview mit Kirsten Thonicke vom PIK in Potsdam https://www.pik-potsdam.de/members/kirsten gehört habe, fasst prägnant die Dringlichkeit von praktischer Forschung und konkretem Handeln zu ökologischer und klimaresilienter Landwirtschaft zusammen. Er spricht mir aus der Seele.
Solch einen RESET des Bodens https://www.permaguinee.site/unser-boden haben wir auf unserer Lern-und-Lehr-Plantage https://www.permaguinee.site/home5a47ff3d versucht. Und er ist auf unserem Experimentalfeld gut gelungen. Nun heißt es, auch die anderen Felder in diesem Sinne aufzubauen. Das ist viel und harte Arbeit.
Doch dass die jungen Männer aus den Dörfern der Nachbarschaft, die meine Mitarbeiter in diesem Projekt sind, freiwillig begonnen haben, den Rest des Feldes auf diese Weise aufzubauen, zeigt mir, dass sie sehen: Hey, das funktioniert, das Gemüse und die Papayas haben eine ganz andere Kraft! Das learning-by-doing hat also schon begonnen.
Für klimaresiliente Landwirtschaft ist es aber auch unabdingbar, zu lernen, wie man auch oberhalb des Bodens mit lokalen und soweit möglich natürlichen Maßnahmen und Materialien ein für gutes Wachstum erforderliches HABITAT schaffen kann – das heißt das notwendige MIKROKLIMA, das ja auch wieder das Leben im Boden schützt! Doch Gewächshäuser sind teuer und Insektenschutznetze sind aus Kunststoff und sollten so wenig wie möglich Verwendung finden (die Problematik der Entsorgung solcher Netze/Mikroplastik). Das bedeutet, das Habitat muss ggf. auch flexibel gestaltbar sein – je nach Sonne/Hitze, Regen und Wind/Sturm.
Wir versuchen es mit unseren „pflanzlichen Gewächshäusern“ https://www.permaguinee.site/habitat1feea7ea. Rankende Pflanzen, wie Passionsfrucht, aber auch Gurken oder Kürbisse sollen an Stützstrukturen hochwachsen und so einen „Windschutz“ gegen Sturmschäden und eine „Überdachung“ als Schutz vor Hitze und zu starken Regenfällen schaffen. Die Pflanzen wachsen recht gut an und in 6-8 Monaten wissen wir, ob dies ausreicht oder wir ergänzen müssen.
Zu solchen und ähnlichen Fragen experimentieren wir auf unserer Plantage – was im Sinne des Systems Approach der FAO sein müsste https://openknowledge.fao.org/items/943a2e7e-0d50-4e45-bf60-8f71ccdc85b1:
Landwirtschaft nicht nur als Nahrungsmittelproduktion verstehen, sondern auch als konstruktiven Beitrag angesichts der Herausforderungen von Dürre? Umwelt? Ernährungssicherung? Gesundheit? Armutsbekämpfung? Arbeitslosigkeit? Migration?
Für uns gilt: Konsequente resiliente ökologische Landwirtschaft ist solch ein ALLESKÖNNER.
Doch wie es im FAO-Bericht angesprochen wird: solch ein Ansatz benötigt anfangs mehr Zeit und Geld, doch die Ergebnisse sind nachhaltig und auch wirtschaftlich sinnvoller, vor allem wenn man die positiven Synergie-Effekt miteinberechnet.
Projekte wie unsere Plantage PermaGuinee ermöglichen es zu lernen, wie der Aufbau solch einer Landwirtschaft rascher und produktiver gestaltet werden kann. Eigentlich ist es nur eine Sache von viel Arbeit und viel Geduld – und natürlich das Wissen WIE.
Wir – private Projekte wie unseres, die Forschung und einige andere in der Praxis – wissen schon viel. Doch dieses Wissen ist immer noch bruchstückhaft und z.T. wird es auch nur bruchstückhaft angewandt. Uns fehlen noch viele Details. Doch in der Landwirtschaft liegt der Teufel im Detail. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt.
Doch dieses Wissen ist nicht immer dort, wo es gebraucht wird.
Wir arbeiten vor Ort in Westafrika, wo die Menschen nur wenig Zugang zu diesem Wissen haben. Wir lernen von ihnen ihr lokales Wissen – und teilen unser Wissen über die Nährstoffkreisläufe in einem lebendigen Boden und entwickeln gemeinsam Techniken, um ein günstiges Habitat für unser Gemüse, das Obst und die Tiere zu schaffen, und und und...
Denn es reicht nicht, wenn wir in Europa alles auf ökologische Landwirtschaft umstellen - aber in vielen Teilen der Erde weiterhin Raubbau betrieben wird.
Wir müssen alle parallel so rasch wie möglich "am und mit dem Boden arbeiten".
Jede einzelne Spende hilft uns dabei, auch nächstes Jahr 2026 weiter daran zu arbeiten, die Lern-und-Lehr-Plantage PermaGuinée voll funktionsfähig aufzubauen.
Danke für deine Hilfe, die wir sehr schätzen.