Psychotherapie statt Warteliste

Philena Sophie Knobel Köln, Germany

Psychotherapie statt Warteliste

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Mein Name ist Philena Sophie Knobel und ich bin approbierte psychologische Psychotherapeutin.

Über die Veränderungen in unserem Gesundheitssystem und den damit verbundenen gravierenden Auswirkungen auf die ambulante Versorgung in der Psychotherapie wurde vieles geschrieben. Es wurde wütend protestiert, Unterschriftenlisten übergeben (500.000 Unterschriften!), Reden gehalten, Regierungsmitglieder angeschrieben und vieles mehr.

In der medialen Debatte kommt die Perspektive der Psychotherapeut:innen, die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und die klammen Kassen der Krankenkassen häufig zu Wort - viel zu selten jedoch die Stimme derer, die am meisten davon betroffen sind: den Patientinnen und Patienten.

Die monate- bis jahrelange Suche nach einem kassenfinanzierten Therapieplatz ist zermürbend, sie ist ein Spießrutenlauf mit hohem Frustrationspotential - und das für Menschen, die bereits aufgrund ihrer psychischen Verfassung am Rande der mentalen Kapazitätsgrenzen sind.

Wer den Kampf noch nicht kennt, den lade ich ein in eine Imagination der Therapieplatzsuche. Wir beginnen mit einem leichten Einstieg:

  1. wir versuchen, bei einer Psychotherapiepraxis telefonisch durchzukommen
  2. Sagte ich bei "einer"? Versuchen wir es eben bei der nächsten.
  3. Und bei der nächsten.
  4. Wenn wir dann nach vielen Praxen mal eine Person ans Telefon bekommen, dann hören mit hoher Wahrscheinlichkeit: "wir können leider gerade keine Personen mehr aufnehmen"
  5. Wir fragen zurück: "können Sie mich auf die Warteliste setzen?"
  6. wir hören die Antwort: "unsere Warteliste ist leider geschlossen. Bitte rufen Sie uns in 6-9 Monaten erneut an"
  7. wir versuchen, nicht zu verzweifeln sondern gemäß dem Gesetz der großen Zahl weiter zu machen
  8. irgendwann erhalten wir die Einladung zu einem Erstgespräch
  9. nur um dort zu hören: "Ja, Sie brauchen Therapie. Sogar möglichst dringend! Aber ich habe keine Plätze frei für Sie. Hier ist ein Dringlichkeitscode, der Ihnen aber auch nicht wirklich weiterhelfen wird"
  10. Wir wiederholen das mehrere Male.
  11. An jedem Schritt bemerken wir unsere Kraft und Hoffnung kleiner werden.
  12. Wenn wir dann wieder Kraft gesammelt haben, fragen wir bei unserer Krankenkasse nach der Möglichkeit eines sogenannten Kostenerstattungsverfahrens.
  13. Wenn wir die geforderten zig Absagen gesammelt, einen privat abrechnenden Psychotherapeuten gefunden und den Antrag bei der Krankenkasse eingereicht haben, warten wir noch ein paar Wochen bis zur Ablehnung der Kostenübernahme, weil es ja angeblich "hunderte" Psychotherapeuten in unserer Umgebung gibt - wir aber nur 33 Ablehnungen nachweisen können
  14. Unsere Verzweiflung nimmt zu, der Frust schiebt sich auf die vorhandenen psychischen Schwierigkeiten drauf und verschlechtert unseren Zustand. Möglicherweise können wir nicht mehr gut arbeiten und gehen in die Arbeitsunfähigkeit

Wie viele solcher oder ähnlicher Geschichten ich schon gehört habe.

Wie viele Mails von verzweifelten Menschen ich erhalte, denen ich antworten muss, dass ich leider nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen darf.

Wie viel Leid, wie viel Verachtung ein System Menschen in Not entgegenbringen kann...

Ich weiß, dass ich das System nicht verändern kann. Aber ich möchte versuchen, einem Teil der Menschen in Not Hilfe anzubieten.

Mein Ziel ist die Etablierung eines Therapiefonds - ein Fond, der Menschen, die dringend Therapie benötigen ermöglicht, diese schnell zu beginnen.

Mein Ziel ist, diesen in wenigen Monaten auf die Füße eines eingetragenen Vereins mit der Beantragung eines Freistellungsbescheides zu stellen. Hierfür suche ich interessierte Psychotherapeut:innen. Gerne könnt ihr mich über die Homepage kontaktieren.

Der erste Schritt dahin ist dieser Spendenaufruf. Ich freue mich über jede Person, die spendet - ich verspreche, die Spenden nur für die Kostenübernahme von Patient:innen zu nutzen, die keine Chance auf einen schnellen GKV-Therapieplatz haben und sich keine Therapie auf Selbstzahlerbasis leisten können.

Was die GKV-Kürzungen für die psychotherapeutische Versorgung bedeuten, findet ihr u.a. unter diesem Link:

https://www.psychotherapieverbund.de/todesstoss

Auf der Homepage www.therapeutin.org habe ich alle Informationen zur geplanten Vereinsgründung und den Informationen zur Kostenübernahme und Therapiemöglichkeiten zusammengetragen.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

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Philena Sophie Knobel collects for therapeutin.org
Köln, Germany
03. October 2026
Illness
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