Vor ein paar Tagen hat mir das Leben wieder einmal den Boden unter den Füßen weggezogen.
Von heute auf morgen stand ich als Freelancer ohne Auftrag da. Einfach so, eine Nachricht über Upwork in einem einzigen Satz und plötzlich war alles, was ich mir aufgebaut hatte, weg.
Und als wäre das nicht genug, ist heute auch noch mein Auto kaputtgegangen. Genau das Auto, das ich vor nicht ganz einem Jahr von dem Geld angeschafft hatte, das meine Mutter mir nach dem Tod meines Vaters gab, damit ich nicht ständig Reparaturen für das alte Auto zahlen muss.
Und jetzt das. Keine acht Jahre alt und genau in dem Moment, wo der Auftrag weg ist, ich ohne Einkommen dastehe, Ventilschaden am Motor. Ich gebe zu, im ersten Augenblick kamen mir die Tränen, Wut stieg auf und damit das Gefühl, dass ich nicht verstehe, was das alles soll, dass ich keine Lust mehr habe, mich immer wieder aufreiben zu müssen.
Keine Sicherheiten mehr, denn die habe ich ja ins Auto gesteckt, damit die Reparaturkosten, die mit dem uralten Auto von vorher ins Unermessliche stiegen, aufhören. Kein Einkommen mehr, weil der Kunde nicht dem Vorschlag gefolgt ist und seine Idee dann nicht funktioniert hat.
Du tust alles, was möglich ist, tust es sogar noch mit Herzblut und trotzdem haut das Leben manchmal einfach dazwischen, ohne Vorwarnung und ohne Plan B.
Doch nachdem der erste Ärger abgeebbt war, kam die innere Ruhe zurück. Ich weiß, dass es keinen Sinn ergibt, mich weiter zu ärgern, denn es ist meine Gesundheit, die darunter leidet. Der Auftrag ist weg, das Auto ist kaputt, das ist die Realität. Aber ich bin noch da.
Das Leben zwingt mich gerade auf unangenehme Weise hinzusehen, mich neu zu sortieren und eine neue Wahl zu treffen.
Ich habe verstanden, dass wir oft so viel Energie darauf verschwenden, gegen das zu kämpfen, was schon längst geschehen ist. Aber das Leben fragt nicht, ob wir bereit sind. Es passiert einfach.
Und wir dürfen entscheiden, ob und wie wir darauf antworten. Ich weiß im Moment nicht, wie es weitergeht. Aber ich weiß, dass es weitergeht, denn das geht es immer. Mir geht es darum, eine Lösung finden zu können und dafür benötige ich etwas Luft zum Atmen.
Ich bin ein Mensch, der anderen Menschen immer gerne geholfen hat und hilft. Das Annehmen von anderen jedoch fällt mir schwer. Umso schwieriger fällt mir dieser Aufruf um Hilfe. Aber wenn nur jeder meiner fast 1500 Kontakte auf LinkedIn 2 Euro spendet, habe ich den ganzen Dezember Luft, um etwas Neues finden und das Auto reparieren zu können.
Und deshalb traue ich mich etwas, was ich vorher nie für möglich gehalten hätte:
Ich bitte dich, dass du mir hilfst, damit ich einen Monat mehr Luft habe und diese 2 Euro für mich hier spendest.
Jetzt ist es raus. Und es war nicht leicht, aber ich bin froh, dass ich es versuche.
Ich danke dir für das Lesen meiner Bitte und falls du mir hilfst auch für deine Spende.
Von ganzem Herzen Danke!
Claudia