Deutsch unten / العربي تحت
-ENGLISH----------------------------------------------
Umm al-Kheir translated to English means Mother of Goodness. When one visits the rural Palestinian community near Hebron that bears this name, the meaning feels immediately fitting: visitors are received with warmth, appreciation, and heartfelt hospitality; hardly a moment passes without tea or coffee in hand, and one is quickly invited to share a meal.
Those who stay longer always find a place to sleep. Yet, those who stay longer also begin to understand how harsh life in Umm al-Kheir truly is. In the direct vicinity of this community of around 500 inhabitants live approximately 1,500 Israelis in illegal settlements—settlements that suffocate the residents and turn their everyday lives into a struggle for survival.
On July 28, 2025, Awdeh Hathaleen (31), one of Umm al-Kheir’s residents, was shot dead by one of these settlers from a distance of about 15 meters. He was holding his 4-year-old son, Hamude, in one arm and filming with the other to document the settlers’ actions as they destroyed Palestinian land with a bulldozer and ran over one of the residents.
Awdeh left behind his 25-year-old wife and three children (aged 7 months, 4, and 5 years). His murder went unpunished: while the community was barely allowed to grieve or say goodbye—family members were detained and mistreated for days, Awdeh’s body was withheld for ten days, and many people were denied access to his funeral—the killer received only three days of so-called “house arrest.”
This impunity for settlers is systematic in Israel. It is enabled, supported, and protected by the army, which in turn encourages and empowers settlers’ illegal actions and violence. Illegal settlements are provided with excellent infrastructure and are sometimes even subsidized, while the indigenous Palestinian population is denied not only infrastructure and resources but also the right to build: their homes continue to face demolition because building permits are systematically refused. (Between 2016 and 2021, less than 1% of costly building permit applications submitted by Palestinians in Area C of the West Bank were approved — see sources below.)
The people of Umm al-Kheir therefore live in constant alert. The nearly permanent presence of settlers, soldiers, and police creates an atmosphere of fear—linked to Awdeh’s killing and to repeated experiences of extreme violence, arbitrary arrests, and the loss of private property, livestock, and land.
During my short stay in Umm al-Kheir, armed settlers repeatedly passed by, insulted residents and the murdered Awdeh, and uprooted 150 olive trees from private Palestinian land, stealing them — under the protection of the Israeli military.
But that is not all. The people of Umm al-Kheir lack not only legal security, justice for Awdeh, protection of their private property, and the chance for their children to grow up in safety; they also lack the financial means for basic needs.
Most residents depend on agriculture and livestock, but both have become nearly impossible because of state-enabled and unpunished settler violence: olive trees are destroyed or stolen, animals are killed or taken, land is confiscated or made inaccessible, and essential resources like water and electricity are either not provided or deliberately cut off.
Those members of the community who used to work inside the internationally recognized territory of Israel (within the 1949 armistice lines) and earned an income there lost their entry permits after October 7, 2023, and thus their livelihood.
There are now almost no opportunities to earn money for necessities, and this reality shapes the daily lives of Umm al-Kheir’s inhabitants.
“We no longer talk about occupation or politics. We are busy figuring out how to get enough food for our children,” says one person from the village.
He explains that some mothers mix water and sugar because they do not have enough milk for their babies. There is also no money for education — the 50 shekels (about €12.50) per school year, let alone tuition fees for university, are unaffordable for many families. Medical needs, both chronic and urgent, also go unmet. For example, two schoolchildren need glasses that the community currently cannot afford.
A donation, no matter the amount, is therefore a great help — and above all, a brief moment of relief — for the community of Umm al-Kheir, which may lack financial resources but never hospitality. It continues to welcome visitors with warmth and generosity, truly living up to its name as a “Mother of Goodness,” even as it endures a life marked by fear, violence, oppression, and financial hardship.
-DEUTSCH-----------------------------------------------
Umm al Kheir bedeutet übersetzt so viel wie Mutter des Guten. Wenn man in die ländliche palästinensische Gemeinde in der Umgebung Hebrons kommt, die diesen Namen trägt, fühlt sich der Name schnell passend an: Man wird mit Wärme, Wertschätzung und Herzlichkeit empfangen, verbringt kaum einen Moment ohne Tee oder Kaffee in der Hand und wird schnell zum Essen eingeladen. Wer länger bleibt, hat immer einen Schlafplatz. Bleibt man länger, bekommt man jedoch auch zu spüren, wie hart das Leben in Umm Al Kheir ist: In der unmittelbaren Nachbar*innenschaft der ca. 500-Einwohner*innen-starken Community leben ca. 1.500 Israelis in illegalen Siedlungen, die ihnen jede Luft zum Atmen nehmen und ihren Alltag zu einem Überlebenskampf machen. Am 28.07.2025 wurde Awdeh Hathaleen (31), einer der Bewohner Umm al Kheirs, von einem dieser Siedler aus ca. 15m Distanz erschossen. Er hielt seinen 4–jährigen Sohn Hamude auf dem einen Arm und filmte mit der anderen Hand, um die Handlungen der Siedler*innen aufzuzeichnen, die mit einem Bulldozer palästinensisches Land zerstörten und einen der Bewohner anfuhren. Awdeh ließ seine 25-jährige Frau und 3 Kinder (7 Monate, 4 und 5) zurück. Sein Mord wurde nicht geahndet: während der Gemeinde das Trauern und Abschiednehmen nahezu unmöglich gemacht wurde, weil Familienmitglieder Awdehs tagelang festgehalten und in Haft misshandelt wurden, Awdehs Leiche erst nach 10 Tagen freigegeben wurde und zahlreichen Personen der Zugang zu seiner Beerdigung verwehrt wurde, wurde Awdehs Mörder lediglich zu 3 Tagen "Hausarrest" aufgefordert. Diese Straflosigkeit der Siedler*innen ist in Israel systematischer Natur, sie wird von der Armee ermöglicht, gestützt und gedeckt und führt so auch dazu, dass die illegalen Handlungen und die Gewalt der Siedler*innen ermutigt und befähigt werden. Illegale Siedlungen werden in Israel mit bester Infrastruktur ausgestattet und zuweilen sogar subventioniert, während der indigenen palästinensischen Bevölkerung nicht nur Infrastruktur und Ressourcen verwehrt werden, sie muss zusätzlich noch immer mit der Zerstörung ihrer Häuser rechnen, weil ihnen grundsätzlich keine Baugenehmigungen erteilt werden (Zwischen 2018 und 2022 wurden weniger als 1% der kostspieligen Anträge auf Baugenehmigungen von Palästinenser*innen in Area C des Westjordanlandes angenommen - s. Quellen unten). Die Bevölkerung in Umm al Kheir ist daher in ständiger Alarmbereitschaft, die nahezu dauerhafte Präsenz von Siedler*innen, Soldat*innen und Polizei erzeugt ständige Angst, weil sie mit dem Tod Awdehs in Verbindung gebracht wird und immer wieder mit extremer Gewalt, mit willkürlichen Verhaftungen, mit dem Verlust ihres Privateigentums, ihres Viehs und ihres Landes einhergeht. Während meines kurzen Aufenthaltes in Umm al Kheir kommen immer wieder (teilweise bewaffnete) Siedler*innen vorbei, beleidigen die Anwohner*innen und auch den ermordeten Awdeh und graben 150 Olivenbäume von dem Privatland der Anwohner*innen Umm al Kheirs aus und stehlen sie - gedeckt vom israelischen Militär. Das ist jedoch nicht alles. Es fehlt den Menschen in Umm Al Kheir nicht nur an Rechtssicherheit, an Gerechtigkeit für Awdeh, an Schutz für ihr Privateigentum, an der Möglichkeit für die Kinder des Ortes, in einer sicheren und geschützten Umgebung aufzuwachsen. In Gesprächen mit den Anwohner*innen wird klar, dass es auch an grundlegenden finanziellen Ressourcen für das Wesentliche fehlt: Die Bevölkerung lebt zu großen Teilen von Landbau und Viehzucht, doch beides wird durch die staatlich ermöglichte und straffrei bleibende Gewalt der Siedler*innen nahezu verunmöglicht – Olivenbäume werden zerstört oder gestohlen, Vieh wird getötet oder gestohlen, Land wird enteignet oder unzugänglich gemacht, Ressourcen wie Wasser und Elektrizität werden entweder nicht bereitgestellt oder sogar gezielt entzogen. Denjenigen der Community, die lange Zeit im international als israelischer Staat anerkannten (entlang der Waffenstillstandslinien von 1949) und wirtschaftlich stärkeren Gebiet einen Job hatten, wurde seit dem 7. Oktober 2023 die Zutrittsgenehmigung zu diesem Gebiet entzogen und damit die Möglichkeit, dort Geld zu verdienen. Es bleiben kaum Möglichkeiten, um Geld für das Nötigste zu erwirtschaften und auch das zeigt sich im Alltag und der Lebensrealität der Bewohner*innen. „Wir reden nicht mehr von der Besatzung und von Politik. Wir beschäftigen uns vielmehr damit, wie wir genug Essen für unsere Kinder bekommen“, sagt einer der Dorfbewohner. Er erzählt, dass manche Mütter Wasser und Zucker zusammenmischen würden, weil sie nicht genug Milch für ihre Babies hätten. Es fehle auch an Geld für Bildung – die 50 Shekel (umgerechnet ca. 12,50 Euro) pro Schuljahr, geschweige denn das Geld für ein Studium, können sich nicht alle Familien leisten. Und es fehlt an dem notwendigen Geld für medizinische Bedarfe, chronische ebenso wie akute. Zwei Schulkinder benötigen zum Beispiel eine Brille, für die das Geld in der Gemeinde derzeit fehlt.
Eine Spende, egal welchen Umfangs, ist insofern eine große Unterstützung und v.a. eine kleine Erleichterung, ein Moment des Durchatmens, für die Community von Umm al Kheir, der es zwar an finanziellen Ressourcen, nie aber an Gastfreund*innenschaft fehlt, die Besucher*innen immer so viel Wärme schenkt und den Ort tatsächlich zu einer „Mutter des Guten“ macht, gleichzeitig jedoch selbst unter so viel Angst, Gewalt, Willkür und finanzieller Not lebt.
-عربي-----------------------------------------------------
أمّ الخير هي قرية فلسطينية الريفية القريبة من الخليل. لما الواحد يزورا بيحسّ فوراً قديش الاسم مناسب إلها. الناس بيستقبلوك بحُب واحترام وضيافة كبيرة، ما بيمرّ وقت بدون فنجان شاي أو قهوة بإيدك، وغالباً بينعزم الضيف عالأكل بسرعة.
وإذا ضلّ الواحد كم يوم، دايماً بيلاقي محل ينام فيه. بس لما بتطوّل شوي، بتشوف قديش الحياة صعبة بأمّ الخير. بجنب القرية اللي فيها حوالي ٥٠٠ شخص، عايشين تقريباً ١٥٠٠ مستوطن إسرائيلي بمستوطنات غير قانونية، خانقين الناس وعم يخلّوا حياتهم كلها صراع حتى يعيشوا.
بتاريخ ٢٨ تموز ٢٠٢٥، المستوطنين قتلوا عودة الهذالين (عمره ٣١ سنة) من أم الخير، من مسافة حوالي ١٥ متر. كان حامل ابنه حمودة عمره ٤ سنين، وعم يصوّر بإيده التانية مشان يوثّق شو عم يعملوا المستوطنين، اللي كانوا عم يخربوا أرض فلسطينية بجرافة ودعسوا واحد من الأهالي.
عودة ترك وراه مرتو عمرها ٢٥ سنة وثلاث أولاد (أعمارهم ٧ شهور، ٤ و٥ سنين). جريمة قتله ما تعاقب عليها حدا: أهل القرية ما قدروا حتى يودّعوه مثل ما لازم، لأن أقاربه انحبسوا وانضربوا، وجثّته ما انسلّمت إلا بعد عشرة أيام، وكثير ناس ما سمحولهم يحضروا الجنازة. القاتل؟ أخد ٣ أيام حبس منزلي بس.
هالإفلات من العقاب صار نظامي بإسرائيل. الجيش بيحمي وبيغطي وبيشجّع المستوطنين، وبهالطريقة بيزيد عنفهم وبيقدروا يعملوا شو بدهم. المستوطنات غير القانونية مجهّزة بأفضل بنى تحتية، وأحياناً حتى بتندعم مادياً، بينما السكان الفلسطينيين الأصليين محرومين من كل شي—لا مي، لا كهربا، ولا حتى تصاريح بناء.
(بين سنة ٢٠١٨ و٢٠٢٢، بس ١٪ من طلبات تصاريح البناء المقدّمة من الفلسطينيين بالمنطقة "C" بالضفة انقبلت – حسب منظمة بمكوم).
الناس بأم الخير عايشين دايماً بحالة توتر وخوف. وجود المستوطنين والجيش والشرطة شبه دائم، والكل بيخاف، خصوصاً بعد مقتل عودة، لأن العنف والاعتقالات العشوائية وسرقة الأرض والمواشي صايرة شي متكرر.
خلال زيارتي القصيرة لأم الخير، كانوا المستوطنين (بعضهم مسلّحين) يمرّوا كل شوي، يسبّوا الناس وحتى يستهزئوا بالشهيد عودة، وقلعوا ١٥٠ شجرة زيتون من أرض الأهالي وسرقوها—والجيش الإسرائيلي واقف يحرّسهم.
بس هاد مو كل شي. الناس بأم الخير مو بس ناقصهم الأمان والعدالة لعودة، والحماية لممتلكاتهم، والحق لأولادهم يعيشوا بأمان؛ كمان ناقصهم المال لأبسط الأساسيات. أغلبهم عايشين من الزراعة وتربية المواشي، بس العنف المستمر من المستوطنين خلّى حتى هالشي شبه مستحيل: الشجر عم يُقطع أو يُسرق، المواشي عم تنقتل أو تنخطف، والأرض عم تُصادر أو تُمنع عنهم، وحتى المي والكهربا يا ما عم توصلهم يا عم تنقطع عن قصد.
الناس اللي كانوا يشتغلوا داخل الأراضي الإسرائيلية المعترف فيها دولياً (قبل حدود ١٩٤٩) خسروا تصاريح الدخول بعد ٧ تشرين الأول ٢٠٢٣، وبالتالي خسروا مصدر رزقهم.
صار شبه مستحيل يجيبوا مصاري حتى للأشياء الضرورية، وهاد الشي واضح بحياتهم اليومية.
"ما عاد نحكي عن الاحتلال والسياسة، كل همّنا كيف نأمّن أكل لأولادنا"،
بيقول واحد من اهل ام الخير.
وبيشرح إنو بعض الأمهات بيخلطوا مي وسكر لأن ما عندهم حليب كافي للبيبيهات. كمان التعليم صار حلم، لأن حتى ٥٠ شيكل (يعني تقريباً ١٢.٥٠ يورو) بالسنة المدرسية ما بيقدرو يدفعوها، فكيف بجامعة؟
وما في مصاري للأدوية والعلاج، لا المزمن ولا الطارئ. في طفلين بالمدرسة محتاجين نظارات، بس ما في مال يشتروهن.
أي تبرّع، مهما كان صغير، بيساعد كتير—وبيكون نفس قصير من الراحة لأهالي أم الخير، اللي رغم فقرهم بيضلّوا أهل كرم وضيافة. بيستقبلوا الناس بحرارة ومحبة، وفعلاً بيخلّوا قريتهم تستحق اسمها "أمّ الخير"، حتى وهي عايشة وسط خوف، عنف، ظلم، وضيق الحال.
SOURCES / QUELLEN -----------------------------------