Sichere Masken für München!

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FFP2-Masken für alle!


Der Hintergrund

Seit dem 18. Januar 2021 gilt im Zuge der SARS-CoV-2-Pandemie und der damit einhergehenden erhöhten Krankheitsinzidenzen die FFP2-Maskenpflicht in Bayern, da diese Masken im Gegensatz zu vielen anderen Mund-Nasen-Schutz-Alternativen zusätzlich die tragende Person schützen. Die Masken werden in Apotheken und im Einzelhandel zu einem Preis von einem bis fünf Euro verkauft. Der Hartz IV Tagessatz für Essen und Verpflegung beträgt im Vergleich dazu 4,85 Euro. Wenn man ohne eine FFP2-Maske einkaufen geht oder den öffentlichen Nahverkehr nutzt, kann ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro anfallen.

Nachdem Sozialverbände und die politische Opposition Kritik an den Maßnahmen und den damit einhergehenden Kosten für die Bevölkerung geübt hatten, kündigte die bayerische Staatsregierung an, insgesamt 2,5 Millionen FFP2-Masken für hilfsbedürftige Menschen (dazu zählen laut Regierung Empfänger:innen von Grundsicherung, Obdachlose und Nutzer:innen von Tafeln) gratis zur Verfügung zu stellen. Dies reiche für fünf Masken pro Person. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät jedoch dazu an, die Masken regelmäßig zu wechseln und nach dem Gebrauch zu entsorgen, da sonst ihr Schutz nicht mehr gewährleistet sei. Vor diesem Hintergrund reichen fünf Masken also nicht aus, um die Maßnahmen über eine längere Zeit zu tragen.


Die Probleme

Eine Berliner Studie konnte zeigen, dass Wohnungslosigkeit sowieso schon mit einem Spektrum diverser somatischer und psychischer Krankheiten einhergeht (Bauer, 2012). Es wird zudem angenommen, dass obdachlose Menschen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus haben sowie häufiger einen schweren Krankheitsverlauf zeigen (Lewer et al., 2020; Tsai & Wilson, 2020).

Die Winterzeit führt zusätzlich dazu, dass wohnungslose Menschen Schutz vor Kälte suchen, beispielsweise in U-Bahnhöfen. Das Problem dabei ist, dass dies ohne FFP2-Maske nun unmöglich geworden ist. Außerdem sind öffentliche Bahnfahrten zu gewohnten Unterkünften und Anlaufstellen durch die erhöhten Kosten für Masken zum Luxus geworden - das führt ebenfalls zu einer wachsenden sozialen Isolation. Die Stellen, die hilfsbedürftige Menschen mit notwendigen Dingen ausstatten, sind zur Zeit geschlossen oder begrenzt geöffnet. Durch die Abstandsregeln können nur noch ein Viertel der sonst versorgten Menschen die Zufluchtsorte besuchen oder müssen zum Teil mehrere Stunden warten bis sie an der Reihe sind. Das is nicht nur kalt, sondern birgt auch ein hohes infektiologisches Risiko.


Die Tafel

Die Münchner Tafel verteilt jede Woche 125.000 Kilo Lebensmittel an über 20.000 Menschen. Außerdem werden mehr als 100 soziale Einrichtungen in München versorgt. Dazu gehören zum Beispiel Kindergärten, in denen überwiegend Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien betreut werden. Zu den Versorgten zählen Personen, die am und unter dem Existenzminimum leben, Menschen, die Grundsicherung beziehen, sowie viele Renter:innen, denen nach Abzug von Miet- und Nebenkosten nicht mehr viel Geld zum Leben übrig bleibt.

Die Tafel versucht, nicht nur Nahrungsmittel bereitzustellen, sondern auch einen sozialen Treffpunkt zu bieten. Obwohl sich dies durch die Pandemie gerade als sehr schwierig gestaltet, bemühen sich die Mitarbeiter:innen der Tafel nach wie vor, so viele Menschen wie möglich zu erreichen und zu unterstützen.


Unser Aufruf

Wir als Kritische Medizin München organisieren eine Verteilung von FFP2-Masken an Menschen, die von der Münchner Tafel versorgt werden.

Dafür brauchen wir eure Unterstützung - jetzt!

Spendet in Form von Geld oder FFP2-Masken, damit alle Menschen - unabhängig von ihrem Einkommen - Zugang zu einem sicheren Infektionsschutz haben!



Bauer, T.E.S. (2012): Medizinische und soziodemographische Charakteristika der Patienten des Berliner Gesundheitszentrums für Obdachlose (Dissertation, Medizin und Gesundheit).


Lewer, D., Braithwaite, I., Bullock, M.m Eyre, M.T., White, P.J., Aldridge, R., et al. (2020): COVID-19 among people experiencing homelessness in England: a modelling study, The Lancet Respiratory Medicine, Volume 8, Issue 12, 1181-1191.


Tsai J, Wilson M. (2020): COVID-19: a potential public health problem for homeless populations. Lancet Public Health;5(4):e186-e7.


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