Worum geht es?
Die Beschäftigten der Tochterunternehmen von den landeseigenen Berliner Vivantes- Krankenhäusern streiken. Sie kämpfen dafür, endlich genauso bezahlt zu werden wie ihre Kolleg*innen, die direkt bei Vivantes angestellt sind. Seit Jahren werden sie für die gleiche Arbeit deutlich schlechter bezahlt – teilweise über 800 Euro weniger im Monat.
Mit deiner Spende unterstützt du die Streikenden direkt und hilfst ihnen, durchzuhalten.
Warum wird gestreikt?
Jeden Tag sorgen diese Kolleg*innen dafür, dass der Krankenhausbetrieb läuft: Sie reinigen die Zimmer, kochen das Essen, desinfizieren OP-Säle, reparieren kaputte Türen, pflegen die Außenanlagen und statten die Stationen aus. Ohne sie geht gar nichts – die Vivantes-Kliniken würden stillstehen.
Trotzdem werden über 3000 Beschäftigte seit ihrer Ausgliederung in Tochterunternehmen rund 20% schlechter bezahlt als ihre Kolleg*innen im Mutterkonzern. Das ist unfair. Und es spaltet die Belegschaft.
Warum gibt es überhaupt Tochterunternehmen?
Diese Ausgliederung – das sogenannte Outsourcing – dient nur einem Zweck: Kosten senken, auf dem Rücken der Beschäftigten.
Dahinter steht ein grundsätzliches Problem: Krankenhäuser werden zunehmend wie Unternehmen geführt, die Gewinn erwirtschaften müssen. Gesundheit wird zur Ware. Patient*innen werden zu Fällen, die abgerechnet werden. Und Beschäftigte werden zu einem Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt.
Die Logik ist simpel: Als profitorientierte Unternehmen wird an Personal gespart, wo es nur geht. Also werden ganze Bereiche ausgelagert – in Tochterunternehmen, wo niedrigere Löhne gezahlt werden können, weil die Beschäftigten nicht im Tarifvertrag des Mutterkonzerns sind. Hier bekommen Menschen weniger Geld für gleiche Arbeit. Das richtet sich meist gezielt gegen diejenigen in unserer Gesellschaft, die ohnehin schon von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind, wie Menschen mit Migrationsgeschichte, Frauen oder Alleinerziehende.
Das Ergebnis: schlechtere Bezahlung, Personalmangel, Arbeitsverdichtung. Die Beschäftigten arbeiten am Limit. Die Versorgung leidet. Denn gut versorgte Patient*innen brauchen gut bezahlte und abgesicherte Arbeitskräfte.
Genau deshalb ist die Rückführung der Tochterunternehmen so wichtig. Dieser Streik ist ein Kampf dafür, dass Krankenhäuser wieder das sein können, was sie sein sollten: Orte, an denen Menschen versorgt werden – nicht Orte, an denen aus Arbeitskraft und Gesundheitsversorgung Profit geschlagen wird.
Was hat die Politik damit zu tun?
Seit Jahren kämpfen die Beschäftigten für ihre Rückführung in den Mutterkonzern und damit für den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD). Die Berliner Regierung hat es mehrfach versprochen – zuletzt ausdrücklich im Koalitionsvertrag und persönlich von Kai Wegner. Umgesetzt wurde es nie.
Deshalb laufen seit dem 14. Januar 2026 Tarifverhandlungen. Die Beschäftigten fordern die Anwendung des TVöD. Wenn die Verhandlungen scheitern, drohen Streiks.
Warum braucht es Spenden?
Um mit Streiks Druck aufzubauen, braucht es einen langen Atem. Aber das ist nicht einfach: Streikgeld deckt nicht den vollen Lohn, außerdem fallen Schicht- und Wochenendzulagen weg. Gerade für Beschäftigte in Teilzeit oder mit niedrigen Löhnen wird es finanziell schnell eng – besonders bei steigenden Mieten und Inflation.
Um allen den Streik zu ermöglichen - auch diejenigen in schwierigen finanziellen Situationen - sammeln wir spenden.
Wir verteilen die Spenden direkt an den Streikposten. Je mehr Geld zusammenkommt, desto länger können die Streikenden durchhalten.
Wie werden die Spenden eingesetzt?
Unser Ziel ist es, 10 Euro pro Person und Streiktag auszuzahlen. Die tatsächliche Höhe hängt davon ab, wie viele Spenden zusammenkommen und wie viele Menschen streiken. Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf diese Zahlung.
10 Euro klingen vielleicht wenig. Aber für viele Menschen mit geringen Löhnen ist das eine echte Hilfe. Und es ist ein starkes Zeichen: Die Gesellschaft steht hinter euch.
Durch die täglichen Auszahlungen sind wir im direkten Austausch mit den Streikenden. Gemeinsam besprechen wir, wie die Gelder am besten eingesetzt werden – damit sie bei denen ankommen, die wegen des Streiks in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Bei mehreren hundert Streikenden pro Tag ist es wichtig, dass die Unterstützung langfristig gesichert ist. Denn es braucht Ausdauer, bis die Tochterunternehmen endlich zurückgeführt werden. Darum sind eure Spenden so wichtig!