Fake News und Geschichtsklitterung sind ein ständiges Problem in den öffentlichen Diskussionen über den Ukraine-Krieg. Die Osteuropa-Historikerin Franziska Davies (LMU München) hat in den letzten Monaten unermüdliche Aufklärungsarbeit zu diesem Thema in der deutschen Öffentlichkeit geleistet. Dabei hat sie sich auch mit auflagenstarken Multiplikator*innen russischer Kreml-Narrative angelegt. So hat sie die Bücher, Talkshowbeiträge und Vorträge der ehemaligen ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz wissenschaftsbasiert kritisiert und widerlegt. Auch hat sie die Veranstalter*innen von öffentlichen Vorträgen Krone-Schmalz' aufgerufen, sich kritisch mit den Behauptungen der Publizistin auseinanderzusetzen.
Dieses Engagement hat einen hohen Preis. Franziska Davies erhält hunderte Schmäh-Mails und -Tweets, viele davon sexistischen Inhalts. Frau Krone-Schmalz hat sie per anwaltlicher Abmahnung dazu aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und ihre Aussagen nicht zu wiederholen. Dagegen hat sich Franziska Davies mit einem Anwalt zur Wehr gesetzt. Nun droht Frau Krone-Schmalz mit einer Klage vor Gericht, auf die Franziska Davies mit einer negativen Feststellungsklage reagiert hat. Das bedeutet, dass im Erfolgsfall das Amtsgericht Köln bestätigt, dass die geäußerte Kritik von der Meinungsfreiheit geschützt ist. Frau Krone-Schmalz' erste Abmahnung glich einer SLAPP-Klage (SLAPP, strategic lawsuit against public participation).
Gerichtsverfahren bei SLAPP-Klagen kosten viel Geld. Daher rufen wir zur Prozesskostenhilfe für unsere Kollegin auf. Das Spendenziel ist 20.000 Euro. Sollte letztlich die Gegenseite die Prozesskosten tragen oder nicht alles Geld für die Prozesskostenhilfe aufgebraucht werden, wird der Rest an folgende Organisationen gespendet:
- Help Ukrainian Hospitals: https://helpukrainianhospitals.com/en/ Krankenhäuser und Ärzt*innen in der Ukraine sind auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen
- Munich Kyiv Queer
- Hilfe für Roma und Romja in der Ukraine: https://chuffed.org/project/ukraine-help-roma-access-humanitarian-aid
Kommt auch zu unserer öffentlichen Diskussion im Twitter-Space am Sonntag, 27.11., 21.00 (CET) bei Anna Veronika Wendland @VeroWendland
wo Franziska und Kolleginnen über ihre Erfahrungen diskutieren, moderiert von Jasmin Lörchner.
Unterschriften:
Verband der Osteuropahistorikerinnen und -historiker VOH, der Vorstand
Prof. Dr. Martin Aust, Universität Bonn
Dr. des. Fabian Baumann, University of Chicago
Dr. Boris Belge, Universität Basel
PD Dr. Kirsten Bönker, Universität zu Köln
PD Dr. David Feest, Nordost-Institut (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg, Lüneburg
Dr. habil. Moritz Florin, FAU Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Klaus Gestwa, Universität Tübingen
Prof. Dr. Lutz Häfner, Universität Bielefeld
Prof. Dr. Michael Hagemeister
Dr. Anna Hájková, University of Warwick, UK
Kilian Harrer, PhD, LMU München
Prof. Dr. Guido Hausmann, Sprecher der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission, Universität Regensburg
PD Dr. Heidi Hein-Kircher, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg
Prof. Dr. Julia Herzberg, LMU München
Prof. Dr. Anke Hilbrenner, HHU Düsseldorf
Dr. des Helena Holzberger, LMU München
Dr. Bert Hoppe, Institut für Zeitgeschichte München/Berlin
Dr. Botakoz Kassymbekova, Universität Basel
Prof. Dr. Dietmar Neutatz, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Prof. Dr. Julia Obertreis, FAU Erlangen-Nürnberg
PD Dr. habil. Jana Osterkamp
Prof. Dr. Andreas Renner, LMU München
Prof. Dr. Maren Röger, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa/ Universität Leipzig
Prof. Dr. Stefan Rohdewald, Universität Leipzig
Prof. Dr. F. Benjamin Schenk, Universität Basel
Prof. i. R. Dr. Stefan Troebst, Universität Leipzig
Prof. Dr. Ricarda Vulpius, WWU Münster
Dr. habil. Anna Veronika Wendland, Herder-Institut Marburg
Prof. Dr. Martina Winkler, CAU Kiel