Am 25. März 2024 wurde in Solingen ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt. Vier Menschen starben: Kancho Emilov Zhilov (30), Katya Todorova Zhilova (29), Galia Kancheva Zhilova (2) und Emily Kancheva Zhilova (4 Monate). Nur durch den Sprung aus dem Fenster des dritten Stocks konnten Nihat und Ayshe K. mit ihrem kleinen Sohn den Flammen entkommen. Sie überlebten schwer verletzt.
Ihr Leben – und das der anderen betroffenen Familien – wurde durch den Anschlag grundlegend erschüttert.
Ermittlungen mit gravierenden Lücken
Viele zentrale Erkenntnisse wurden nicht durch die Ermittlungsbehörden, sondern erst durch den Druck und die Beharrlichkeit der Nebenklage zutage gefördert.
Statt Aufklärung erleben die Betroffenen ein Verfahren, das zentrale Fragen ausklammert. Trotz belastender Funde beim Täter – darunter NS-verherrlichende Inhalte und rassistische Propaganda – bleibt das Gericht bisher eine klare Einordnung schuldig.
Für uns, die Betroffenen – und für viele andere – ist klar: Die Tat war mit hoher Wahrscheinlichkeit rassistisch motiviert.
Solidarität bedeutet: Nicht wegsehen. Handeln. Unterstützen.
Wir sammeln 25.000 € – für konkrete und akute Unterstützungsbedarfe der betroffenen Familien.
1. Gerichtstermine ermöglichen – 2.000 €
Der Kampf um Gerechtigkeit ist zermürbend - und teuer. Mehrere Angehörige sind immer wieder aus dem Ausland nach Deutschland gereist, um am Prozess teilzunehmen. Die Flugkosten mussten sie jedes Mal selbst aufbringen. Während ihres Aufenthalts hier fehlt es oft an Rückzugsorten, an Alltag, an Halt. Die finanziellen Mittel reichen kaum – die Belastung ist hoch. Der Prozess zieht sich nun bereits deutlich länger als ursprünglich anberaumt und wann er enden wird ist auch noch unklar.
Deine Spende hilft, dass sie weiter präsent sein können – im Gerichtssaal und in der Öffentlichkeit.
2. Traumatherapie ermöglichen – 3.000 €
Der Brandanschlag hat tiefe Spuren hinterlassen: traumatische Verlusterfahrungen, schwere körperliche Verletzungen, seelische Erschütterungen. Viele Betroffene kämpfen bis heute mit Angst, Schlaflosigkeit, Flashbacks und anhaltender innerer Unruhe. Das Leben, wie sie es kannten, ist nicht mehr zurückgekehrt.
Die Eltern der Getöteten leben in Bulgarien – ohne Krankenversicherung, ohne Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung. Psychologische Unterstützung ist für sie kaum bezahlbar. Doch genau diese ist jetzt so dringend nötig, um das Unbegreifliche zu verarbeiten und wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.
Du trägst dazu bei, dass notwendige therapeutische Begleitung möglich wird.
3. Wiederaufbau nach dem Brand – 4.500 €
Nihat und Ayse K. entkamen dem Brand schwer verletzt – ihr Zuhause, ihre Existenz, alles verbrannte.
Die bisherigen Hilfen reichen kaum für das Nötigste.
Ein Neuanfang braucht mehr.
Du unterstützt sie beim Wiederaufbau und bei der Rückkehr in ein sicheres Zuhause.
4. Grab- und Gedenkkosten – 15.000 €
Die Angehörigen der Verstorbenen trugen die Kosten für die Grabstätte und Gedenkfeiern selbst – oft unter großen finanziellen Belastungen.
Die Familien der Getöteten hatten einen Kredit aufgenommen, um der jungen Familie ein Haus kaufen zu können. Dieses Geld wurde nun für ihre letzte Ruhestätte - ihr Grab - aufgewendet. Den Familien war es wichtig, dass ihre Verstorbenen zumindest im Tod ein "gutes Leben" führen.
Die Tilgungsraten des Kredits sorgen in der ohnehin finanziell angespannten Situation der Familien nun für eine zusätzliche Belastung.
Deine Spende würdigt das Andenken an die Verstorbenen – und entlastet ihre Familien.
Was Deine Spende bewirkt:
Doch vieles, was jetzt gebraucht wird, ist nur mit solidarischer Unterstützung möglich.
Danke für Deine Solidarität.
Spende jetzt.
Hilf den Betroffenen – und setz ein Zeichen gegen rechte Gewalt.
Wer wir sind
Die im VBRG organisierte Opferberatung Rheinland steht den Betroffenen seit dem Anschlag zur Seite.
Auf Wunsch können durch den VBRG e. V. Spendenquittungen ausgestellt werden. Dafür bitten wir um direkte Kontaktaufnahme unter folgender Mailadresse: [email protected]
Mehr zum Fall – Presseberichte (chronologisch)
Staatsschutz ermittelt – WDR, 26.03.2024