Hallo ihr lieben Menschen,
mein Name ist Kaida (Name aus Datenschutzgründen geändert). Ich bin 29 Jahre alt und lebe seit über zehn Jahren mit schweren psychischen Erkrankungen. Dazu gehören eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS), ADHS, Migräne, eine Panik- und Angststörung sowie Dissoziation und dissoziative Krampfanfälle.
Die Ursachen dieser Erkrankungen liegen in meiner Kindheit und Jugend. Ich war über viele Jahre hinweg Opfer von schwerer häuslicher Gewalt und wurde zudem über mehr als ein Jahr hinweg sexuell missbraucht. Diese Erfahrungen haben tiefe seelische und körperliche Spuren hinterlassen, die mich bis heute begleiten.
Seit dem 26.10.2025 lebt Mipha bei mir. Mipha ist eine Labradoodle-Hündin, geboren am 26.08.2025. Sie hat den Eignungstest zum Assistenzhund erfolgreich bestanden und befindet sich derzeit in der Assistenzhundeausbildung. Sie ist meine zukünftige Assistenzhündin und wird aktuell gezielt auf meine individuellen Bedürfnisse vorbereitet.
Durch meine Erkrankungen ist mein Alltag stark eingeschränkt. Dinge, die für viele Menschen selbstverständlich sind, wie einkaufen gehen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Termine wahrnehmen oder regelmäßig an Medikamente denken, sind für mich oft nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Besonders belastend sind meine dissoziativen Krampfanfälle. Diese Anfälle sind nicht epileptisch, sondern entstehen als körperliche Reaktion auf starke psychische Überforderung oder Trigger. In solchen Momenten verliere ich die Kontrolle über meinen Körper, kann stürzen, krampfen oder nicht mehr ansprechbar sein. Sie treten vor allem unter Stress oder in der Öffentlichkeit auf und stellen eine ernsthafte Gefahr dar.
Meine zukünftige Assistenzhündin soll lernen, frühe Stress- und Dissoziationsanzeichen zu erkennen, mich rechtzeitig zu warnen, bevor ein Anfall entsteht, mir zu helfen, mich zu erden und aus Dissoziationen zurückzufinden, mich bei Albträumen zu wecken und aus nächtlichen Flashbacks zu holen, mir meine Medikamente zu bringen, wenn ich dazu selbst nicht in der Lage bin, mir Schutz und Sicherheit in der Öffentlichkeit zu geben und Notfallsituationen sowie Rettungseinsätze deutlich zu reduzieren.
Hunde können unter anderem Veränderungen im Körpergeruch wahrnehmen, die vor einem Anfall auftreten. Diese Signale erkenne ich selbst oft zu spät.
Mipha soll mir helfen, wieder sicherer am öffentlichen Leben teilzuhaben, nachts mehr Ruhe zu finden und Therapiefortschritte in meinen Alltag zu übertragen.
Die vollständige Ausbildung einer Assistenzhündin kostet rund 20.000 Euro. Ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Eingliederungshilfe wurde bereits gestellt. Die Chancen auf Bewilligung sind jedoch leider gering. Ich lebe von ALG II und bin als erwerbsunfähig eingestuft, was eine eigenständige Finanzierung unmöglich macht.
Die Assistenzhündin ist für mich kein Luxus, sondern eine notwendige medizinisch-therapeutische Unterstützung, um überhaupt wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Im Jahr 2015 habe ich einen Suizidversuch überlebt. Danach folgten Jahre mit Klinikaufenthalten, instabiler Versorgung und fehlender langfristiger Unterstützung. Erst Ende 2019 konnte ich mit einer Traumatherapie beginnen, die jedoch durch die Corona-Pandemie unterbrochen wurde. Die lange Therapiepause hat meinen Zustand deutlich verschlechtert.
Heute bin ich erneut in Behandlung und arbeite aktiv an meiner Stabilisierung. Die Ausbildung meiner zukünftigen Assistenzhündin ist dabei ein zentraler Baustein, um Therapie nachhaltig wirksam werden zu lassen.
Deine Spende unterstützt die Assistenzhundeausbildung von Mipha, Trainer-, Prüfungs- und Ausbildungskosten sowie die notwendige tierärztliche Begleitung während der Ausbildung.
Jeder Beitrag, egal wie klein, hilft uns, diesem Ziel näherzukommen.
Danke, dass du dir Zeit genommen hast, meine Geschichte zu lesen.
Danke für jedes Teilen, jede Unterstützung und jedes Mitgefühl.
Gemeinsam sind wir stärker. 🐾
Kaida & Mipha