DIS darf keinen Therapiestop bedeuten: Traumatherapie retten!!!
Hallo ihr lieben Menschen, wir brauchen dringend eure Hilfe:
Meine Freundin lebt mit einer dissoziativen Identitätsstörung (DIS). Das ist eine schwere Traumafolgestörung, die durch andauernde Traumata in der frühsten Kindheit entsteht. Die Erfahrungen, die sie machen musste, waren so schlimm, dass nie eine einheitliche Identität entstehen konnte. Das Erleben hat sich auf mehrere Innenpersonen aufgeteilt, die alle in ihrem Körper leben. Man kann sich das wie eine riesengroße WG in einem großen Haus vorstellen. Alle haben ihren eigenen Charakter, ihr eigenes Alter und ihre eigenen Erinnerungen. Manche kennen sich und können miteinander sprechen, andere sind verborgen und in unsichtbaren Räumen versteckt. Das ist ein Schutzmechanismus, der ihr das Überleben in den unaushaltbaren Situationen ermöglicht hat. Seit langem kämpft sie nun schon gegen die Auswirkungen ihrer Vergangenheit und hat täglich mit schweren Symptomen wie zum Beispiel dissoziativen Krampfanfällen zu tun.
Was für mich unverständlich ist: Ihre Therapie wird nicht mehr finanziert. Das festgelegte Stundenkontingent der Krankenkasse ist aufgebraucht. Andere finanzielle Unterstützungmöglichkeiten zur Finanzierung der Therapie (Stiftungen, Fonds etc…) wurden rechtzeitig beantragt, verzögern sich aber und werden die Finanzierung frühestens im Herbst bewilligen. Das würde einen Wegfall von Unterstützung bedeuten, die psychische Stabilität im Alltag gefährden und auch zu dem vorübergehenden Beziehungsabbruch zu ihrer Therapeutin führen. Der Vertrauensaufbau braucht durch die verschiedenen Innenanteile und Traumaerfahrungen viel Zeit und aufgrund der Komplexität der Erkrankung ist eine enge Begleitung und damit eine regelmäßige Weiterführung der Therapie wirklich ganz wichtig und notwendig.
Die Versorgung von Menschen mit komplexen Erkrankungen wie der DIS, die mehr Therapiestunden braucht, als das Regelkontingent vorsieht, ist in Deutschland nicht abgesichert. Deswegen brauchen wir eure Hilfe, um die Therapie-Lücke zu überstehen und einen Therapie-Stop zu verhindern!
Auch ein Teilen und Verbreiten des Aufrufs würde uns sehr weiterhelfen.
Danke für eure Hilfe!