(diese Kampagne habe ich 2022/23 genutzt, um Spenden für meinen Aktivismus zu sammeln und nun reaktiviert)
Wofür sammle ich Geld?
Ich und viele andere haben in den letzten Jahren regelmäßig die Einführung eines Tempolimits in eigene Hände genommen.
Schilder, die das Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigten, wurden abgebaut, um bestehende Tempolimits länger gelten zu lassen.
Nach Anzeigen von Lobby-Vereinen und Ermittlungen der Polizei stand ich deswegen letzte Woche in Brandenburg vor Gericht. Das Ergebnis? Das Verfahren wurde gegen Geldauflage eingestellt! Schon im Frühjahr diesen Jahres wurde ein ähnliches Verfahren in Berlin vor dem Landgericht eingestellt. Damit bleiben die DIY-Tempolimit Aktionen weiterhin ohne Verurteilung. Das hier ist kein Aufruf, diese Aktion nachzumachen. Falls ihr euch fragt, wie das geht, gibt es online eine Anleitung.
Die Geldstrafe von 600 Euro muss ich trotzdem zahlen und auch meinem Anwalt würde ich gerne etwas geben. Ich kann die Strafe selbst von meinen Ersparnissen bezahlen, freue mich aber, wenn Menschen sich durch eine Beteiligung mit mir und anderen Aktivist*innen solidarisieren und wir dadurch sehen: Wir sind nicht allein.
Die 600 Euro Geldauflage geht übrigens an die Deutsche Verkehrswacht. Die setzen sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein, durch Verkehrslots*innen für Schüler*innen, Warnschilder bei Schulanfang, durch die Forderung eines Tempolimits.
Zu mir
Ich bin Amelie, 31 Jahre alt und mache seit 2019 Klima- und Demokratie-Aktivismus. Einige Jahre habe ich das auch in Vollzeit gemacht. Seit letztem Jahr gehe ich wieder einer Lohnarbeit nach und kann deutlich weniger Zeit in den Aktivismus stecken.
Was heißt das?
Ich arbeite noch in verschiedenen Arbeitsgruppen zum Thema Klimagerechtigkeit und zur Kampagne Entmilliardärisieren mit, arbeite an Infomaterial, poste auf Social Media oder beteilige mich an Pressearbeit. Manchmal gebe ich noch Aktionstrainings oder halte Vorträge über Klimakrise und zivilen Ungehorsam. Vielmehr bin ich aber bei Veranstaltungen, Vernetzungstreffen oder Demonstrationen dabei. Dafür gehen viele meiner Wochenenden und Freizeit drauf.
Warum mache ich das? Weil es meinen Werten entspricht.
Ich will diese Arbeit aus meinem Verantwortungs- und Gerechtigkeitsgefühl heraus machen. Mein Wohlstand basiert auf der Ausbeutung anderer Menschen. Das kann ich innerhalb dieses Systems kaum umgehen, ich kann aber dafür Verantwortung übernehmen und versuchen, gerechtere Verhältnisse zu schaffen.
Trotzdem mache ich die Arbeit doch sehr viel aus Angst vor der Zukunft. Aus Angst vor Hitzewellen, Dürren und Überflutungen und den daraus resultierenden Hungersnöten und Toten. Aus Angst vor dem aktuellen Rechtsruck und der Überforderung aller Menschen mit diesen multiplen Krisen.
Welcher Mensch will ich mal gewesen sein?
Mir gibt es Energie, gemeinsam mit Menschen zu arbeiten und zu wirken, die ein ähnliches Verständnis von der ökologischen und Systemkrise haben.
Beim derzeitigen Stand der Entwicklungen haben wir vor Allem eines: Vieles zu gewinnen.
Für ein Umdenken in der Gesellschaft, weniger Stress und Druck, weniger Konkurrenzdenken, mehr miteinander. Mit uns und der Umwelt.
Wie kannst du sonst helfen?
Wir freuen uns über ermunternde Worte, das Teilen von Aktionen und Events der Klimagerechtigkeitsbewegung. Es tut gut zu merken, dass Menschen hinter uns stehen und die Arbeit von Aktivist*innen wahrgenommen wird.
Ich freue mich natürlich, dich auf einer Veranstaltung oder bei einer Aktion zu treffen.
Spende gerne auch regelmäßig Geld an Extinction Rebellion, Debt for Climate, Polylux, United Action for Women or Girls oder andere Gruppen und Menschen, die darauf angewiesen sind!
Mehr Infos zu Extinction Rebellion gibt es unter www.extinctionrebellion.de