Liebe Mitstreiter*innen,
Liebe Freund*nnen und Wegbegleiter*nnen,
Mein Name ist Claudia Wuttke und ich bin in den Jahren 2006 bis 2021 Betroffene schwerer sexualisierter Gewalt geworden. Ich bitte euch um eure Unterstützung, um den Kampf für eine Gesetzesänderung des § 177 StGB finanziell bewältigen zu können. Zusammen mit meiner Anwältin Christina Clemm bin ich bereit, bis vor das Verfassungsgericht zu ziehen.
Meine Geschichte:
Im Juni 2025 erhielt ich einen Anruf der Kripo Lüneburg. In diesem Gespräch erfuhr ich, dass ich mutmaßlich über 16 Jahre hinweg von meinem Ex-Partner sexuell missbraucht worden bin.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte in 67 Fällen. Bilder und Videos dokumentieren den Missbrauch. Sie zeigen mich benommen, sediert, wehr- und willenlos.
Dann der nächste Schock: Im November 2025 wurden 65 dieser 67 Fälle wegen Verjährung eingestellt. Eine "schutzlose Lage" liege nicht vor.
Die Begründung: „Ein Ausnutzen einer schutzlosen Lage nach § 177 Abs. 5 Nr. 3 StGB liegt nicht vor. Schlafende oder aus anderen Gründen widerstandsunfähige Opfer erfüllen nach einhelliger Ansicht nicht den Qualifikationstatbestand.“
Der Spiegel berichtete in seiner Ausgabe Nr. 22.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/verfolgung-von-vergewaltigungen-wie-eine-gesetzesluecke-mutmassliche-taten-schuetzt-a-754d69df-7557-46ff-ac57-a026c0d3bdbf
Mit Unterstützung meiner Anwältin Christina Clemm habe ich im März 2026 Beschwerde eingelegt. Denn ich bin überzeugt: Diese absurde Gesetzeslücke darf nicht bestehen bleiben.
Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg prüft die 65 eingestellten Fälle inzwischen erneut. Der Kampf geht also weiter.
Medien wie u.a. SPIEGEL, BRIGITTE, taz, ZEIT, Focus, AFP und NDR haben bereits berichtet. Auf Social Media erfahre ich eine enorme Welle der Solidarität. Das gibt mir Kraft. Aber Solidarität allein reicht nicht aus, um diesen Weg weiterzugehen.
Denn jeder Schritt kostet. Zeit, Energie - und Geld.
Die nächsten Schritte:
Wenn meiner Beschwerde nicht abgeholfen wird, folgt ein Klageerzwingungsverfahren und dann ggf. der Gang zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
Ich kämpfe dafür, dass §177 StGB geändert wird und wehrlose Opfer endlich besseren Schutz erhalten.
Ein sicherer Ort für Betroffene:
Parallel dazu habe ich die Initiative „UNGEBROCHEN – Weiterleben nach sexualisierter Gewalt“ gegründet. Auf www.ungebrochen.jetzt entsteht ein geschützter Raum für Betroffene – eine Community für Austausch, Verständnis und Selbstermächtigung.
Was jetzt gebraucht wird
Die Weiterführung des Verfahrens wird erhebliche Kosten verursachen. Ohne Unterstützung werde ich diesen Kampf nicht bis zum Ende führen können.
Ich rechne über die nächsten Monate mit folgenden Ausgaben:
Prozesskosten 30K, PR Beratung, Medienführung 12k, Entwicklung App /Webseite UNGEBROCHEN 5k, Steuerberater, Anwalt Safety App 4k Reisekosten 2k Gebühren 5% 2.8k
Deshalb bitte ich euch um Hilfe!
Jede Spende ermöglicht es, den juristischen Weg weiterzugehen, politischen Druck aufzubauen und Betroffenen eine Stimme zu geben. Jeder Euro hilft dabei, diese Gesetzeslücke sichtbar zu machen und Veränderung zu erzwingen.
Alle Gelder fließen ausschließlich in dieses Projekt und werden transparent dokumentiert.
Bitte unterstützt mich dabei, für eine Revision des Sexualstrafrechts zu kämpfen – für mich und für alle Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben.
Wir sind #ungebrochen.
Und wir werden immer mehr.