Es gibt Momente im Leben, die alles in ein Davor und Danach teilen.
Für mich war dieser Moment der Tag, an dem ich von einem Pferd überrannt und anschließend gegen den Kopf getreten wurde. Ich wurde mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht, lag insgesamt vier Wochen im Koma und galt zwischenzeitlich praktisch schon als verloren. Die Prognose war vernichtend: Wenn ich überleben sollte, dann vermutlich als Schwerstpflegefall.
Doch mein Leben hatte offenbar noch etwas anderes mit mir vor.
Ich war vor meinem Unfall leidenschaftliche Profireiterin. Der Reitsport war nie nur ein Hobby für mich. Er war mein Zuhause, meine Sprache, mein innerer Halt. Und genau deshalb war der Weg zurück nicht nur ein medizinischer Kampf, sondern ein Kampf um meine Identität.
Die Folgen des Unfalls sind bis heute massiv. Ich habe ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, dazu einen Schädelbasisbruch, eine Kalottenfraktur sowie Epidural-und Subduralhämatom. Es folgten inzwischen 15 Operationen. Heute lebe ich mit einem Schädelknochenersatz. Meine rechte Gesichtshälfte ist eingeschränkt, mein Geruchs- und Geschmackssinn sind komplett verschwunden, das Gleichgewichtsorgan auf der rechten Seite ist dauerhaft geschädigt. Meine nervliche Belastbarkeit liegt bei etwa 50 bis 60 Prozent.
Und trotzdem bin ich noch da.
Nicht nur körperlich. Sondern mit einem Willen, der sich durch all das nicht hat brechen lassen.
Ich habe vier Jahre gebraucht, um einigermaßen zurück ins Leben zu finden. Vier Jahre voller Schmerz, Rückschläge, Angst, Erschöpfung und unzähliger Momente, in denen Aufgeben verständlich gewesen wäre. Aber manchmal entdeckt man im dunkelsten Kapitel eines Lebens eine Kraft, von der man vorher nicht wusste, dass man sie in sich trägt.
Dass ich heute wieder aufs Pferd kann, ist für mich kein kleiner Erfolg. Es ist ein Wunder. Und mehr noch: Es ist ein Zeichen dafür, dass nicht alles verloren ist, nur weil alles zerbrochen war.
Mein größter Wunsch ist es, im Reitsport aktiv zu bleiben und mich auf dem Weg zu den Paralympics weiter voranzukämpfen. Dieser Traum ist für mich weit mehr als ein sportliches Ziel. Er ist meine Antwort auf alles, was mir genommen wurde. Er ist mein Beweis dafür, dass ein Mensch selbst nach schwerster Zerstörung nicht nur überleben, sondern wieder Sinn, Würde und Richtung finden kann.
Doch dieser Weg ist teuer. Training, Förderung, passende Bedingungen, Turniere, Ausrüstung und die gesamte Vorbereitung kann ich allein finanziell nicht tragen.
Deshalb bitte ich um Unterstützung.
Nicht aus Schwäche, sondern weil große Comebacks manchmal ein ganzes Umfeld brauchen.
Mit deiner Spende unterstützt du nicht nur den Traum von einer Teilnahme an den Paralympics. Du unterstützt einen Menschen, der sich nach dem scheinbaren Ende seines Lebens Schritt für Schritt zurückgekämpft hat. Du hilfst mit, dass aus Überleben wieder Zukunft werden kann. Dass aus Schmerz wieder Kraft wird. Und dass aus einer Geschichte, die fast tödlich endete, vielleicht noch etwas Großes entsteht.
Ich weiß, wie zerbrechlich das Leben ist. Aber ich weiß inzwischen auch, wie stark Hoffnung sein kann.
Wenn du mich auf diesem Weg unterstützt, trägst du dazu bei, dass ich nicht nur weiterreiten kann, sondern weiter an etwas glauben darf, das größer ist als der Unfall, größer als die Narben und größer als jede Diagnose.
Danke, dass du meine Geschichte liest.
Danke, dass du an mich glaubst.
Danke, dass du Teil dieses Weges wirst.