Wir sind eine kleine familiäre Schäferei, deren Flächen ausschließlich aus Biotopflächen besteht. Das sind zu allermeist Hanglagen. Häufig deswegen nicht mähfähig - dafür blümchenreich und wahre hotspots der Artenvielfalt. Wir düngen nicht und verwenden keine Pestizide.
Ein schwieriges Jahr liegt hinter uns. Angefangen bei dem Schock, dass gewisse Flächenförderprogramme wie die Hanglagenprämie in Niedersachsen zwar auf dem Papier existent waren - nur leider nicht mit Geld hinterlegt, sprich nicht zu beantragen waren. Der Blauzungeseuchenzug ging zwar an uns vorbei - allerdings nur, weil wir schnellstmöglich geimpft hatten. Auch wenn die Tierseuchenkasse eine Unterstützung gewährte - so war das nur eine Zugabe zu den tatsächlichen Kosten der Impfung. In einem solchen Jahr läuft auch der Verkauf von Zuchttieren unserer von Aussterben bedrohten Schafrassen (Skudden und Weiße Gehörnte Heidschnucken) eher schleppend. In diesem Jahr hatten wir bereits ein Projekt bei betterplace.me. Unsere Scheune musste dringend rückseitig saniert werden. Einen Teil der Kosten konnten wir Dank Eurer Unterstützung generieren. Allerdings kam unerwartet ein durchgefaulter tragender Balken zu den Sanierungskosten dazu, was uns dann leicht ins Trudeln brachte.
Im Winter hüten wir Flächen anderer Landwirte nach. Unsere Landschafrassen bringen dafür die optimale Schutzausrüstung von Natur aus mit: Es sind Rassen mit mischwolligem Vlies, deren Bauch und Schwänzchen stark bewollt sind. Auf YouTube kann man hier eine unserer Zuchtgruppen sehen und versteht vielleicht, warum sie nicht in den Stall wollen und sollen. https://www.youtube.com/watch?v=2HhNYVX5bWA
Etwas braucht es indes zwingend, damit sie weiterhin gesund durch den Winter ziehen können: Leckmasse.
Wir wirtschaften in einem Selenmangelgebiet. Ohne Ergänzung kann es zu schweren Krankheitsbildern und sogar Todesfällen kommen. Wir benötigen dabei die Leckmasse eines Herstellers, dessen Leckmasse in Eimern verpackt ist, bei denen sich der Henkel wegklappen lässt, da wir horntragende Schafe halten. Andernfalls kann sich ein Schaf darin verhaken. Im dümmsten Fall läuft dann ein verängstigtes Schaf mit einem fast leeren Eimer um den Hals auf der Fläche panisch umeinander. Unser Wunsch wären zudem 2 Leckschalen, da die nachgehüteten Flächen zuweilen nicht direkt anfahrbar sind. 10 Kilo stemmt man schon mal eher über eine weitere Strecke. Mit 3 Gebinden (1 Eimer, 2 Schalen) kommen wir bis ins Frühjahr.
Über unsere Schäferei könnt Ihr Euch auf https://sollingschaf.wordpress.com informieren
Unsere älteste Zibbe ist 16 Jahre alt. Unsere Rentnerinnen haben ein langes Leben bei uns und betätigen sich als Erzieherinnen unserer Jungzibben, die volle 1,5 Jahre ihre Jugend genießen, bis sie selber Muttern werden. Wir halten zudem eine 31 Köpfe starke Bockgruppe, die einen unschlagbaren guten Job in der Landschaftspflege auf verbuschten Flächen leistet. Der derzeitige Gesamtbestand liegt bei über 110 Tieren in allen Altersstufen von 7 Monaten bis 16 Jahren. Bitte ermöglicht uns unsere Arbeit fortzusetzen. Sie ist alternativlos um die hiesigen artenreichen Flächen zu erhalten. Wir erhalten "Flachlandmähwiesen" (ein etwas irreführender Begriff, weil unsere Steilhänge dazu gehören), deren Erhaltungszustand in Deutschland so schlecht ist, dass seitens der EU ein Strafverfahren gegen die Regierung eingeleitet wurde.