Als Freund*innen und Kolleg*innen von Sabine eröffnen wir diese Spendenaktion, um sie bei der Behandlung ihrer Tochter Lilli zu unterstützen.
Lilli ist seit 2021 an Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom erkrankt: ME/CFS. Die Krankheit ist nur wenig bekannt und wurde bisher kaum erforscht. Häufig entsteht sie nach einer Infektion, zum Beispiel nach Pfeifferschem Drüsenfieber, ausgelöst durch das Epstein-Barr-Virus, nach Influenza oder nach COVID-19. Die Symptome können schleichend beginnen und werden oft erst anderen Erkrankungen zugeordnet. Mit der Zeit summieren sich die Symptome, sie werden immer ausgeprägter und beeinträchtigen zunehmend das Leben der Betroffenen.
Bei Lilli begann es nach dem Abitur im Frühjahr 2021 im Alter von 19 Jahren, nachdem sie zweimal an COVID-19 erkrankt war:
Häufige und oft sehr starke Kopfschmerzen wurden mit der Zeit immer schlimmer und entwickelten sich zu massiven Migräne-Attacken und wurden schließlich chronisch. 2022 kamen Symptome wie Kraftlosigkeit, schwindende Kondition und Belastbarkeit hinzu, aber auch zunehmende Unkonzentriertheit und kognitive Einbußen. Dies alles führte man als Nebenwirkungen auf die starken Schmerzmedikamente zurück. Nach drei Jahren erfolgloser Behandlung war sie „austherapiert“ – schulmedizinisch konnte nichts mehr gemacht werden. Wie man jetzt weiß, waren dies bereits erste Symptome von ME/CFS.
Statt nach der Schule in die Welt hinauszufliegen, ist Lilli mehr und mehr ans Haus gebunden, weil die Kraft schwindet. Im Januar und Februar 2024 schafft sie gerade noch drei Arztbesuche. Im März führt eine zusätzliche Viruserkrankung in kürzester Zeit zum kompletten Zusammenbruch:
Was ist Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom – ME/CFS?
ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische und damit körperliche Erkrankung. Es ist ein Syndrom, das heißt, es treten dabei mehrere Symptome gemeinsam auf. Die beiden Kernsymptome sind schwere Fatigue und Post-Exertionelle Malaise (PEM). Die Betroffenen leiden unter einer schweren Fatigue, einer körperlichen Schwäche. (Diese hat aber nichts mit dem Symptom Fatigue zu tun, das bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen auftritt.) Die schwere Fatigue äußert sich in Beschwerden wie Erschöpfung, Schmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Zudem können sich bereits nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung die Symptome stark verschlimmern, die Betroffenen brauchen dann Stunden, Wochen, sogar Monate, um sich zu erholen. Diese Belastungsintoleranz wird Post-Exertionelle Malaise (PEM) genannt.
Zur Veranschaulichung: Stellt man sich das persönliche Energielevel wie die Ladung eine Akkus vor, dann wird dieser in Ruhe- und Schlafphasen wieder zu 100% geladen. Bei schwerer ME/CFS ist der Akku gewissermaßen defekt und kann nur noch auf 0,1–1 % laden. Diese Energie reicht gerade für das Überleben des Tages und muss gut eingeteilt werden. Die Energiespeicher der Körperzellen bleiben leer.
Die Symptome bei Lilli sind
Wieso können die Betroffenen nicht in eine Klinik?
Die Menschen in diesem schweren Krankheitsstadium sind schlichtweg zu krank für die Klinik: Das Licht, die Geräusche, der Stress, die Behandlungen – dies alles sind viel zu starke Reize, die die Menschen nicht nur überfordern, sondern auch zur völligen Dekompensation führen können.
Zudem besteht die Gefahr der Ansteckung mit weiteren Erkrankungen und Erregern. Dabei kämpft Lillis Körper bereits gegen verschiedene Infektionen. Daraus resultiert eine so genanntes Multiinfektionssyndrom. In der Folge dieser Überlastung des Körpers hat Lilli ein Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) entwickelt, alle zugeführten Substanzen, seien es Nahrung oder Medikamente, können diese Zellen triggern und einen „Crash“ auslösen, eine dauerhafte Verschlechterung aller schon bestehender Symptome.
Die Lebensqualität der Menschen, die ME/CFS im schwersten Stadium haben – wie Lilli –, gehört zu den niedrigsten und liegt noch unter der von Lungenkrebs- oder Schlaganfallpatienten. Informationen und Statistiken dazu finden sich auf https://www.mecfs.de/daten-fakten/
Wie kann ME/CFS behandelt werden?
Es gibt keine Hoffnung auf Heilung. Zurzeit können nur die Symptome behandelt werden, denn die Erforschung der Erkrankung und damit auch die Zulassung von Medikamenten steckt noch in den Kinderschuhen. Einige Ärzte kennen sich mit ME/CFS aus und können Lilli helfen. Allerdings ist es ein Marathonlauf an Behandlungsversuchen – trial and error –, die hoffentlich helfen, Lilli wieder ein Leben mit weniger Schmerzen und mehr sozialer Teilhabe zu ermöglichen. Es sind allesamt individuelle Behandlungsversuche, die Kosten müssen die Betroffenen jeweils selbst übernehmen.
Lillis Mutter Sabine ist alleinerziehend, die finanzielle Mehrbelastung übersteigt bei Weitem ihre Einkünfte, alle Ersparnisse sind aufgebraucht. Aufgrund der Schwere von Lillis Erkrankung werden die Kosten aber noch steigen.
Darum bitten wir um Spenden für Lillis Behandlung:
Mit den Spenden möchten wir auch Sabine unterstützen, damit sie:
Sabine und Lilli ist es wichtig, dass andere Menschen von dieser immer noch sehr wenig bekannten Krankheit erfahren. Vielleicht kann dieser Spendenaufruf und seine Verbreitung einen Beitrag dazu leisten und dadurch auch den vielen anderen Betroffenen helfen. Teile also gern, auch wenn du nichts geben kannst.
Jede Unterstützung hilft, und sei sie noch so klein.
Freund*innen und Kolleg*innen von Sabine und ihrer Tochter Lilli
Informationen zu ME/CFS unter:
https://www.youtube.com/watch?v=wj_ULCmY98g
https://www.mecfs.de/was-ist-me-cfs/
https://www.youtube.com/watch?v=fVCcXgxyrs8