Goodcrowd Anbau
Ich erzähle euch heute die Geschichte von Minerva und Hermine. Am 15.03.2025 habe ich die beiden Schweinemädchen gerettet.
Sie waren zu diesem Zeitpunkt acht Monate alt und viel schlechter entwickelt als ihre Geschwister. In der Woche nach der Abholung sollte die komplette Geschwistergruppe zum Schlachter. Hermines und Minervas Geschwister hat genau dieses Schicksal ereilt. Keines von ihnen lebt mehr. Die beiden Mädchen hingegen sind hier in Sicherheit.
Als Minerva und Hermine hier ankamen, waren sie etwa 8 Monate alt, klein und dünn. Etwa zwei Wochen nach ihrer Rettung fiel auf, wie heftig sie von Würmern befallen waren, was natürlich auch erklärte, warum sie so unterentwickelt und so dünn waren.
Sie wurden behandelt, fassten Vertrauen, wurden hier in die Gruppe integriert. Sie leben nun auf dem inklusiven Lebenshof „ein sicherer Hafen“ südlich von Bremen.
Wir bieten unterschiedlichsten Tieren mit und ohne Handicaps ein sicheres Zuhause auf Lebenszeit, in dem sie versorgt und geliebt werden, ohne einen Nutzen erbringen zu müssen.
Wir - das sind unterschiedlichste Menschen mit und ohne Handicaps - die in diesem Projekt gemeinsam daran arbeiten, einen Ort zu schaffen, an dem jede*r willkommen ist.
Das Projekt wird aktuell noch zum größten Teil privat finanziert und getragen. Einige Tiere haben Patenschaften, über die ein Teil der Futterkosten abgedeckt wird.
Wir nehmen behinderte, alte und schwer resozialisierbare Tiere auf. Wir rechnen immer mit dem Schlimmsten und machen dann das Beste draus. Wir lassen Platz für kleine Wunder. Und manchmal sehen diese Wunder anders aus als erwartet.
Als ich am Sonntagmorgen zum Füttern in den Stall der Teenies, also meiner jungen Schweine, kam fand ich dort acht kleine Ferkel vor. Sie waren frisch geboren, noch leicht feucht, die Nabelschnüre noch dran.
Und da stehen wir nun: acht unschuldige kleine Ferkel, ihre selbst noch nicht erwachsene Mutter und ich. In einem Stall, der eigentlich voll belegt ist. Ich habe sofort einen Teil des Flurs abgetrennt und dort behelfsmäßig eine Ferkelbucht eingerichtet.
Doch das wird auf Dauer nicht reichen. Also was tun? Die Ferkel zu vermitteln dürfte fast unmöglich sein. Es ist aktuell unglaublich schwer, sichere Plätze auf Lebenszeit für Schweine zu finden. Es gibt schon jetzt viel mehr Tiere, die einen Platz suchen, als Plätze vorhanden sind.
Hinzukommt, dass wir natürlich die Familie am liebsten zusammen lassen und nicht trennen würden. Schweine sind hochintelligente und sehr soziale Tiere, die feste Freundschaften eingehen und aneinander hängen. Minerva und ihre Kinder sollen zusammen bleiben.
Wir werden anbauen müssen, damit das klappen kann. Ein Gebäude ist vorhanden, im aktuellen Zustand nicht nutzbar. Das Dach muss abgedeckt, die Asbestplatten entsorgt, eine Bodenplatte gegossen werden. Ein Teil des Materials für den Innenausbau, unter anderem auch Fenster, wurde bereits gespendet. Und doch werden sich die verbleibenden Kosten für Material und einige Arbeiten, die wir nicht selbst ausführen können, auf etwa 9500 €.
Hinzu kommt, das sechs der Ferkel männlich sind. Sie müssen beizeiten kastriert werden. Hierfür ist mit Kosten von etwa 600 € zu rechnen.
Wir sammeln hier also Geld, um Minerva und ihren Kindern ein sicheres zu Hause auf Lebenszeit bieten zu können. Wenn das gelingt, reicht der Platz im
Stall außerdem, um langfristig noch weitere Schweine retten zu können.
Jeder Euro hilft uns dabei, dieses Ziel zu erreichen. Gemeinsam für die Tiere.