Falls Du schon seit vielen Jahren Leser*in meines Blogs unendlichgeliebt.de bist, erinnerst Du Dich vielleicht an Stephanie.
2015 kamen wir über meinen Blog in Kontakt. In einer Mail schrieb sie fast nebenbei am Schluss: „Bitte entschuldige die Rechtschreibfehler – ich schreibe mit einem Sprachcomputer.“
Ich wurde hellhörig – und fragte nach. Was sie mir dann schrieb, ließ mich nicht mehr los: Nach einer missglückten Rückenoperation, verbunden mit einer schweren Keiminfektion, war Stephanie vom Hals abwärts gelähmt. Rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hatte sie diesen unerschütterlichen Lebensmut. Wir schrieben uns hin und her. Irgendwann fragte ich sie: „Wenn alles möglich wäre – was wäre Dein größter Wunsch?“ Ihre Antwort kam ohne Zögern: Freiheit.
Stephanie lebt im dritten Stock irgendwo in Lübeck – ohne Aufzug. Jedes Mal musste sie mit einem Treppensteiger und zwei helfenden, möglichst kräftigen Menschen die Stufen überwinden. Eine Tortur. Und oft eine gefährliche, belastende Situation – die man nur auf sich nimmt, wenn’s wirklich sein muss. Wichtige Termine wie Arztbesuche: ja. Aber einfach mal raus, ein Eis essen an einem warmen Sommertag? Eher nicht.
Stephanies größter Wunsch: ein Treppenlift.
Und wir? Wir haben’s möglich gemacht ❤️
Ich habe damals eine Spendenaktion über Betterplace.org gestartet – und Ihr habt mit angepackt. Sie ist sogar noch online – Spendenaktion: Treppenlift für Stephanie
Jeder, wie er konnte. Manche gaben fünf Euro, andere fünfzig, oder sogar fünfhundert. Ein kleiner Junge verkaufte sogar seine Bayern-Bettwäsche (!), um mitzuhelfen. Ein anderer sammelte dafür Pfandflaschen.
Einige konnten kein Geld geben, aber sie haben geteilt, mitgefühlt, gebetet 🙏 Und so kam zusammen, was erst unmöglich schien: über 15.000 Euro 🤯 🎉
Mit Unterstützung der Krankenkasse konnte Stephanie endlich ihren Treppenlift bekommen. Seitdem konnte sie wieder raus – selbstbestimmt, sicher, würdevoll. Kein Bangen mehr. Kein Kraftakt. Kein Risiko.
Ein großes Stück Leben zurück 🧡
10 Jahre später ...
Stephanie ist noch da. Der Lift ist auch noch da.
Er hat ihr unzählige kleine Alltagsfluchten ermöglicht – Arzttermine, Friseur, Spaziergänge, Besuche im Café. Doch aktuell steht er still 😔 Die Akkus sind hinüber, die Fernbedienung fällt fast auseinander, und auch die jährliche Wartung steht an. Kostenpunkt: rund 700 Euro. (hier ein Kostenvoranschlag der Firma, die den Lift einbaut & wartet)
Der Lift braucht dringend ein kleines Refresh.
Für Stephanie, die von einer kleinen Rente lebt, nicht so einfach machbar. Und da frage ich mich – oder besser gesagt: Ich frage uns alle gemeinsam – wollen wir nochmal? Noch einmal ein Stück Freiheit schenken? Damit Stephanie wieder rauskommt. Sicher. Ohne Angst.
Gerade schrieb mir Stephanie: „Ich würde so gerne am 29. August zum Geburtstag meiner Mutter mitkommen – zu meiner Schwester, die an der dänischen Grenze wohnt. Meine Geschwister fahren alle dorthin, und meine kleine Schwester bringt unsere Mutter schon morgen hin. Ich wäre so gerne dabei.“ 🥺💔
Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam, den Lift wieder fit zu machen – und sogar so weit zu helfen, dass sich Stephanie auch die nächsten 2–3 jährlichen Wartungen leisten kann (eine kostet ca. 250 €).
Dann müsste sie sich in den kommenden Jahren keine Sorgen mehr darum machen. 🙏💛
Danke! Alles Liebe und ganz viel Segenregen!
Mandy