UPDATE! 3 Monate nach der Flut!

30.10.2021
Alexandra Tharandt Eckental, Germany
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UPDATE! 3 Monate nach der Flut! Es sieht immer noch aus wie nach einem Krieg. Unfassbare Zustände, die man so nicht einmal in einem dritte Welt Land vorfinden würde! „Es werden Menschen sterben“ Energieberater Michael Schäfer (58) warnte beim Bild-Leserstammtisch: „Die Kälte macht bewusst. Viele Menschen, die im Winter in ihren kalten Wohnungen und Häusern sitzen, werden dann anfangen, über das Erlebte nachzudenken. Es werden Leute sterben, wenn wir uns jetzt nicht kümmern und ihnen Heizungen geben und ein warmes Zuhause! Es werden Menschen erfrieren! Da die Lage im Flutgebiet, jetzt 3 Monate nach der Flut einfach nur unfassbar traurig ist und wir die Menschen nicht alleine lassen können, sind wir gezwungen jetzt einen zweiten großen Spendenaufruf zu machen. Wir brauchen finanzielle Mittel um Lagerräume und Container anzumieten, die Versorgung mit Essen und Wasser aufrechtzuerhalten, weitere Öfen, Bautrockner, Baumaterialien und auch Benzin und Diesel zum tanken und für Aggregate kaufen zu können. Wir wollen versuchen die Menschen vor Ort mit allem Notwendigen in den nächsten 6 Monaten zu versorgen und durch den Winter zu bringen. Ausserhalb der "prominenten" Orte die konstant und aufwendig medial bespielt werden, herrschen anderer Orts unfassbare Zustände, die man so nicht einmal in einem dritte Welt Land vorfinden würde. Bürgermeister und staatl. Stellen schließen überall ersatzlos Versorgungsstellen und Essensausgaben für Betroffene und Helfer, weil offiziell nicht länger der Katastrophenfall gilt. Sie verweigern die Kostenübernahme für Winterfeste Zelte in denen die Betroffenen und Helfer warmes Essen einnehmen können. Selbst um die Versorgung mit Trinkwasser muss gekämpft werden. Auch ist die kostenlose Versorgung mit Sprit, für Baumaschinen, Helfer und Aggregate ist eingestellt worden. Von 55 Versorgungsstellen wurden jetzt die meisten geschlossen. Das bedeutet für die Einheimischen und privaten Helfer lange Anfahrtswege. Man muss sich das nochmals vor Augen führen. Sie haben alles in den Fluten verloren, ihre Küche, ihr Haus, ihr Auto. Alles weg. Diese Sammelstellen und Essenausgaben stützen nicht nur die Menschen, die alles verloren haben und die in ihren zerstörten Häusern verharren und nicht weg können oder wollen. Sie stützen auch diejenigen, die eine Notunterkunft außerhalb des Gebietes gefunden haben; Menschen, die jeden Tag „zwischenfahren“, um ihre Häuser wieder aufzubauen. Zudem wurden die vielen freiwilligen Helfer dort gratis verköstigt. Sie sind wertvolle Treffpunkte und Begegnungsstätten. Sie stärken das Gemeinschaftsgefühl, sind wertvolle Anlauf- und Informationspunkte und geben den Menschen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Nun kommt die klare Ansage, dass die Menschen für ihr Essen bezahlen sollen. Auch würden genau die Plätze benötigt, auf denen die Stützpunkte stehen, und Wasser soll es für sie auch nicht mehr geben. Das trifft natürlich auch auf die vielen Handwerker zu: Angestellte und Selbstständige, die in ihrer Freizeit runterfahren und ehrenamtlich helfen, damit die Menschen dort in ihren Häusern bleiben können. Und das seit Monaten. Handwerker, die Türen und Fenster einbauen, Stromleitungen und Wasser legen, Wände und Böden reparieren. Die teilweise ihr eigenes Material mitbringen und ihre Werkzeuge; die mit ihren eigenen Fahrzeugen fahren. Die dann für geliehene Dinge unterschreiben müssen und auch haften. Auch diese können jetzt natürlich für Kost und Logis extra zahlen. Auch brauchen sehr viele, die zur Miete wohnten, alles verloren haben und jetzt von einer Notunterkunft zur nächsten ziehen dringend Unterstützung, um eine neue Wohnung zu finden und einrichten zu können. Ganz zu schweigen von denen, die keinen ausreichenden Versicherungsschutz haben, oder deren Häuser einfach ohne Information abgerissen wurden. Der Winter steht vor der Türe und die Verzweiflung, Enttäuschung und Not ist nach wie vor sehr groß. Von den Millionen Spendengeldern kommt immer noch nichts bei den Menschen an, sondern versickert in offiziellen Organisationen und Vereinen. - Die Stadt hat Tiny Häuser wurden von Spendengeldern gekauft und die Flutopfer sollen Miete dafür zahlen. - Andere Spendengelder sind z.B an die Stadt Ahrweiler geflossen und diese zahlte die „staatliche“ Soforthilfe davon aus. - Das Deutsche Rote Kreuz hat Millionen erhalten und für minderwertiges Essen 250.000 Euro am Tag abgerechnet. Mehr als 25000 Menschen haben alleine entlang der Ahr all ihr Hab und Gut verloren, sind ohne Heizung, Wasser, Kanalisation und haben nur Notstrom. Dixiklos und mobile Kaltwasser-Duschmöglichkeiten sind das neue Normal. In NRW sieht es genauso traurig aus. Was die Betroffenen dort über den Bürokratie-Irrsinn und unüberwindbaren Hürden beim Zugang zu Hilfen berichteten, sprengt jede Vorstellungskraft. Wer etwa im Internet Fluthilfen beantragen will, kommt nicht weiter, wenn ihm die Nummer seines in den Fluten verloren gegangen Personalausweises nicht bekannt ist. Zudem sind die kommunalen und zuständigen Landesbehörden völlig überfordert, weil Sachbearbeiter für die Hilfsanträge fehlen. Ohne einen Steuerberater sind die Anträge gar nicht erst zu bewältigen. Benötigte Baugutachter nicht zu bekommen. Es ist gar nicht abzusehen, wann einmal irgendwelche Hilfsgelder an die Betroffenen fließen werden. Die Menschen sind entmutigt, frustriert und hoffnungslos. Haben Angst vor dem Winter und der ungewissen Zukunft. Es gibt fast täglich Suizidversuche und leider auch viele vollendete Suizide. Viele Anwohner arbeiten, sind in einer Notunterkunft, die Familien teilweise auseinandergerissen- und das für lange Zeit. Sehr lange Zeit. Und das Gebiet ist nicht sicher. Es sind unterwegs: Versicherungsgangster, Baugutachterterroristen, osteuropäische Mafia, Russenmafia, Goldgräberfirmen, Schrottsammler, Seelenfänger jeder Glaubensrichtung, Erpresser (Material und Arbeitspreise), ..... Und wenn die alle durch sind, dann kommen die Städte und Gemeinden mit Ordnungsbeamten, Wärmebeauftragen, mit 100 Seiten Anträgen, es kommt die Feuerwehr und irgendwelche Geologen- und es nimmt einfach kein Ende. Wir werden jetzt noch einmal einen Gang zulegen und hoffen nochmals viele viele Helfer und Unterstützer motivieren zu können. Jeder kann helfen. Ob von zuhause aus oder vor Ort. Wir danken jedem von ganzem Herzen der uns unterstützt! BITTE UNTERSTÜTZT UNS! BITTE TEILT DEN SPENDENAUFRUF! https://www.bild.de/news/inland/news-inland/bild-am-sonntag-im-ahrtal-100-tage-nach-der-flut-ist-nichts-mehr-wie-es-war-78042040.bild.html ----------------------------------------------------------------------------- https://m.bild.de/news/inland/news-inland/100-tage-nach-der-flut-ich-will-mir-nicht-ausmalen-was-hier-im-winter-passiert-78061254.bildMobile.html###wt_ref=android-app%3A%2F%2Forg.telegram.messenger.web%2F&wt_t=1635438608281 ------------------------------------------------------------------------------ https://youtu.be/KdVYhdYQz0w
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