News
-
espero, Nr. 7 - die neue Sommerausgabe!
Jochen Schmück · 23.06.2023Die neue Sommerausgabe der espero (Nr. 7, Juli 2023) lädt die Leser:innen zu einer virtuellen Reise durch die Kultur der gelebten bzw. angestrebten Anarchie ein. Der multimediale Beitrag von Jochen Schmück behandelt die Cumbia als anarchisches Kulturphänomen und zeigt, wie sie unterdrückten Gesellschaftsgruppen eine Stimme und Identität verleiht. Tomás Ibáñez fordert den Anarchismus zu einer selbstkritischen Überprüfung seiner theoretischen Grundannahmen auf, während ein Interview mit Amador Fernández-Savater über die subversiven Lehren des Pariser Mai 1968 diskutiert. Weitere Beiträge befassen sich mit einer spektakulären Aktion italienischer Antifaschisten, der Auseinandersetzung zwischen William Godwin und Thomas Malthus, Gustav Landauers sozial-ökologischer Botschaft und den Raum- und Zeitverständnissen in anarchistischer Politik. Die Besetzung des Ruhrgebiets im Jahr 1923 durch französische und belgische Truppen wird aus anarchosyndikalistischer Perspektive betrachtet, und die politische Theoretikerin Hannah Arendt wird für ihre Rehabilitierung des Rätesystems gelobt. Ein Bericht über neue kommunale Bewegungen in den USA und Buchrezensionen runden die Ausgabe ab. Die espero-Redaktion bedankt sich bei allen Beteiligten und bei den Spender:innen unseres Projektes für ihre Unterstützung. Danke und eine gute Lektüre!More → -
Nr. 6 - Die neue Winterausgabe 2022/23
Jochen Schmück · 11.01.2023INHALT: Der Kommentar: John P. Clark: Anarchische Gerechtigkeit am Ende der Geschichte. Anarchie und das Gesetz der Natur // Beiträge zum Themenschwerpunkt: Anarchismus und Revolution: Siegbert Wolf: „. . . jede Zeit ist inmitten der Ewigkeit.“ – Gustav Landauers libertärer Blick auf Geschichte und Revolution / Rudolf Rocker: Revolutionsmythologie und revolutionäre Wirklichkeit / Tomás Ibañez: Abschied von der Revolution und ... Es lebe der große Kladderadatsch ...! / Uri Gordon: Revolution / Gabriel Kuhn: Revolution ist mehr als ein Wort: 23 Thesen zum Anarchismus / Johann Bauer: Die gewaltlose Revolution: Gewaltfrei, radikal-demokratisch, antiautoritär, sozialistisch // Beiträge zu verschiedenen Themen: John P. Clark: Was ist Öko-Anarchismus? / Marlies Wanka: Henry David Thoreau / Bernhard Rusch: Franz Jung und die Zeitschrift Gegner am Vorabend der „Machtergreifung“/ Rolf Raasch: Fluchtpunkt Mexiko: Das Exil des B. Traven / Ralf Burnicki: „Anarcho-Poetry“ – Kleine Auswahl mit Eingangswort // Rezensionen: Jochen Schmück: Ein hoffnungsvoller Blick zurück nach vorn – Die Geschichte der Menschheit aus libertärer Sicht / Markus Henning: „Auge in Auge mit dem Staat“: Anarchistische Justizkritik von Pierre Ramus / Rolf Raasch: „El Entusiasmo“ - Eine Filmkritik (2022)More → -
Nr. 5 - die neue Sommerausgabe 2022
Jochen Schmück · 21.06.2022Zwar tragen wir die Hoffnung im Titel unserer Zeitschrift (espero heißt auf Spanisch: Ich hoffe), aber in Zeiten wie diesen fällt es bisweilen wirklich schwer, noch Hoffnung zu haben. Seit Jahrzehnten ächzt die Welt unter den zunehmend dramatischeren Folgen des Klimawandels, noch immer hat die Menschheit die seit Anfang 2020 grassierende Corona-Pandemie nicht überwunden, weltweit sind rechtspopulistische Bewegungen und diktatorische Regierungen auf dem Vormarsch, und nun befinden wir uns gefährlich nahe am Abgrund eines Dritten Weltkrieges, den Russland mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine unter Verweis auf sein Atomwaffen-Arsenal nun schon mehrfach angedroht hat. Wir sind zutiefst empört über den Vernichtungskrieg, den das Putin-Regime mit gnadenloser Gewalt nun schon seit über drei Monaten gegen die ukrainische Zivilbevölkerung führt, und wir fordern alle unsere Leserinnen und Leser auf, sich energisch diesem Krieg entgegenzustellen und den Opfern dieses Krieges solidarisch zur Seite zu stehen. Unsere Solidarität gilt jedoch nicht nur den Leidtragenden dieses Krieges, sondern auch all jenen mutigen Menschen, die sich in Russland selbst trotz massiver staatlicher Repression gegen diesen Krieg erhoben haben. Es ist diese zivilgesellschaftliche Opposition, die wir als Libertäre mit allen unseren Möglichkeiten unterstützen sollten – auch im Interesse des Friedens. Im Lärm der auf Hochtouren laufenden Kriegsmaschinerie sind die Stimmen dieser zivilgesellschaftlichen Opposition in Russland etwas in den Hintergrund geraten. Deshalb starten wir unsere neue Sommerausgabe der espero mit dem Beitrag Die beispiellose Unterdrückung der Antikriegs-Opposition in Russland von Oksana Mironova und Ben Nadler. Als aktuelles Dokument antiautoritären Aufbegehrens folgt der Streikaufruf des Feministischen Antikriegs-Widerstandes (FAS) in Russland zum 1. Mai 2022. Der unmittelbaren Gegenwart und einem ihrer drängendsten Probleme stellt sich auch Roel van Duijn. Seine Analyse der Verschwörungsmythen, mit denen Corona-Leugner, Bestreiter des Klimawandels, Putin- und Trump-Verehrer auch hierzulande die Agenda des autoritären Staats verfechten, liest sich wie die unmittelbare Vorgeschichte zum menschenverachtenden Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Die Frage von Krieg und Frieden steht als verbindende Klammer auch im Hintergrund der nächsten vier Beiträge. Sie bilden unseren diesmaligen Themenschwerpunkt zur Beziehung zwischen Anarchismus und Demokratie: Colin Ward blickt aus ganz grundsätzlicher Perspektive auf das dynamische Spannungsverhältnis, in dem sich staatliche Machtansprüche und soziale Teilhabe der Zivilgesellschaft unweigerlich gegenüberstehen. Als anarchistische Alternative zur repräsentativen Demokratie schlägt Amedeo Bertolo eine grundlegende Neukonstruktion des politischen Raumes vor, basierend auf direktdemokratischen, föderalen und konföderalen Strukturen. Thom Holterman wirft die Frage nach einem anarchistischen Verfassungsrecht auf und fordert die Übertragung zentralstaatlicher Aufgaben auf dezentralisierte Rechtskreise. Am Beispiel eines Orchesters ohne Dirigenten entfaltet Jochen Schmück schließlich die Prinzipien kooperativer Selbstorganisation und betrieblicher Demokratie als praktikables Gegenmodell zur Top-Down-Kommunikation in autoritären Organisationsformen. Aber auch der historische Anarchismus bietet bei aller Zeitgebundenheit in seinen theoretischen Entwürfen und praktischen Erfahrungen einen Wissensschatz, der uns heutigen Libertären von Nutzen und Wert sein kann. Olaf Briese führt uns in seinem Beitrag zurück bis zur Revolution von 1848, geht der Biographie des Frühanarchisten Sigmund Engländer nach und öffnet unseren Blick für die in Teilen überraschende Aktualität der im antiautoritären Lager damals geführten Debatten. Auch moderne Konzepte experimenteller Verwirklichung beziehen sich in vielem auf historische Persönlichkeiten wie Gustav Landauer und Martin Buber. Dem Leben, der Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft dieser beiden Vordenker gelebter Anarchie geht Siegbert Wolf nach. Im Mittelpunkt des Beitrages von Tom Goyens steht Robert Bek-gran und dessen spezifisch libertärer Ansatz antifaschistischer Aktion in den USA der 1930er/40er Jahre. Die Notwendigkeit der Selbstbehauptung gegenüber autoritären Strömungen von rechts und von links eint Bek-grans Erfahrungswelt mit der unseren. Wie sich aus zeit- und milieugebundener Gesellschaftskritik auch heute noch inspirierende Veränderungsoptionen ableiten lassen, arbeitet Rolf Raasch beispielhaft am mexikanischen Werk des anarchistischen Schriftstellers B. Traven heraus. Heiko Koch bietet uns einen erfrischend lebensnahen Bericht über die frühen 1980er Jahre und die damalige Jugendrevolte in Bochum. Er schildert nicht nur, wie sich im kollektiven Aufbruch Ermöglichungsräume und Lernbereiche auftun können, er weckt auch Neugierde auf weitere libertäre „Lokalgeschichten“. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Schrecken der Gegenwart uns paralysieren. Auch in finsteren Zeiten bleibt es unsere Aufgabe, aktiv nach Möglichkeiten libertärer Um- und Neugestaltung zu suchen. Genau das tut Bert Papenfuß in seiner lyrisch-literarischen Annäherung an Han Ryners Sozialutopie Les Pacifiques. Es schließen sich drei Rezensionen von Büchern an, die wir unseren Leser:innen ans Herz legen wollen. Auch sie stehen jede auf ihre Art für die Einsicht, dass eine humane und selbstbestimmte Zukunft nur durch den mentalen Gehalt der Hoffnung und durch unser gemeinsames Handeln in der Welt entstehen kann. Wieder möchten wir uns bei unseren Autor:innen und allen anderen Menschen bedanken, ohne deren Hilfsbereitschaft und Einsatz die Herausgabe dieser Zeitschrift gar nicht möglich wäre. Das espero-Redaktionskollektiv: Markus Henning, Jochen Knoblauch, Rolf Raasch und Jochen Schmück in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam E-Mail: [email protected] Homepage: www.edition-espero.deMore → -
Hipp, hipp, hurra: Jetzt ist sie da: espero, Nr. 4
Jochen Schmück · 15.12.2021Tja, das war ja wohl nichts. Als wir vor sechs Monaten im espero-Newsletter unsere Sommerausgabe ankündigten, waren wir voller Freude, dass wir diese elende Corona-Pandemie bald hinter uns haben würden. Stattdessen rollt gerade ihre vierte Welle mit mörderischer Gewalt über uns hinweg. Damit nicht genug. Hinter uns liegt auch ein Jahr dramatischer globaler Klimakatastrophen mit Waldbränden und Überschwemmungen bislang ungekannten Ausmaßes. Zugleich sehen wir weltweit eine Zunahme rechts-populistischer Bewegungen und das Entstehen neuer sowie die Verfestigung bestehender autoritärer Regime. Sie nutzen die Gunst der Stunde, um „alte Rechnungen“ zu begleichen, ihre politischen Gegner zu vernichten und zum Todesstoß gegen die Zivilgesellschaft anzusetzen. Das Leben in der Katastrophe ist zu unserem neuen Alltag geworden. Dennoch haben Krisen – wie wir in unserem Corona-Special vor einem Jahr aufzuzeigen versuchten – immer auch das Potential, Menschen zu anderen gesellschaftspolitischen Vorstellungen anzuregen und neue organisatorische Realitäten zu schaffen. An diese hoffnungsvolle Perspektive möchten wir mit der vorliegenden Ausgabe anknüpfen. Doch worauf lohnt es sich überhaupt noch als Libertäre zu hoffen? Das fragt sich Uri Gordon in seinem Beitrag und zeigt auf, warum es Sinn macht, dass wir uns trotz des drohenden ökologischen und ökonomischen Zusammenbruchs weiterhin um den Aufbau von Räumen der Freiheit, Gleichheit und Solidarität bemühen. Ähnlich argumentiert Andreea Zelinka, die sich mit der Frage beschäftigt, wie wir Anarchist:innen konkret im Hier und Jetzt reagieren können. Explizit mit dem Pragmatischen Anarchismus setzt sich Thom Holterman auseinander. Ganz pragmatisch-anarchistisch dachte und handelte vor 2000 Jahren jener jüdische Zimmermann, der als Jesus von Nazareth in die Geschichte eingehen sollte. Warum man den historischen Jesus legitimer Weise als Anarchisten bezeichnen kann, begründet Justin J. Meggitt. Die Konstruktion lebendiger libertärer Alternativen wurde zu jeder Zeit als genuin anarchistische Aufgabe begriffen. Rückblicke auf entsprechende Praktiken und theoretische Entwürfe sind daher immer auch Erinnerungen an unsere Zukunft. Ihnen widmen sich die anschließenden Beiträge aus bewegungsgeschichtlicher wie aus biographischer Perspektive. Am Beispiel des Dadaismus arbeitet Bernhard Rusch heraus, welch künstlerische Kraft aus der anarchistischen Offenheit für Menschen und deren Potentiale entspringen kann. Den inneren Zusammenhang von anarchistischem Terrorismus und polizeistaatlicher Strategie beschreibt Christian Gotthardt in seiner Abhandlung über Johann Christoph Neve (1844-1896) aus neuer Forschungsperspektive. Die Würdigung zum 100. Todestag von Peter Kropotkin (1842-1921) von Stephan Krall widmet sich dem libertären Konzept der „Gegenseitigen Hilfe“ und den Möglichkeiten bzw. Grenzen seiner naturwissenschaftlichen Fundierung. Lebenspraktisch orientiert und auch heute noch von ungebrochener Aktualität war der Widerstandsgeist von Oskar Maria Graf (1894-1967). Der Beitrag von Marlies Wanka über sein Leben und Werk öffnet den Blick auf einen konsequent Unangepassten inmitten welthistorischer Verwerfungen. Jenen verdankte sich letztlich auch der antiautoritäre Aufbruch seit Mitte der 1960er Jahre, über dessen Wechselspiel von jugendlicher Subkultur und neo-anarchistischem Beginnen Rolf Raasch uns in seinem Beitrag Impressionen gibt. Sie leiten über zu dem Beitrag von Jochen Knoblauch, in dem er einen Ausblick auf das Werk des Schweizer Autors P.M. gibt, einem der großen libertären Anreger und Inspirationsquellen unserer Tage. Es schließen sich vier Rezensionen zu Büchern an, die wir unseren Leser:innen ans Herz legen wollen. Auch sie stehen jede auf ihre Art für die Einsicht, dass eine humane und selbstbestimmte Zukunft nur durch den mentalen Gehalt der Hoffnung und durch unser gemeinsames Handeln in der Welt entstehen kann. Wieder möchten wir uns bei unseren Autor:innen und allen anderen Menschen bedanken, ohne deren Hilfsbereitschaft und Einsatz die Herausgabe dieser Zeitschrift gar nicht möglich wäre. Das espero-Redaktionskollektiv: in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam E-Mail: [email protected] Homepage: www.edition-espero.deMore → -
espero 3: Die espero-Sommerausgabe 2021
Jochen Schmück · 15.06.2021Die 7-Tage-Inzidenzen sinken, Corona ist auf dem Rückzug, die Lebensfreude kehrt zurück! Als wir im Frühjahr 2020 die erste reguläre Ausgabe unserer Zeitschrift redaktionell vorbereiteten, steuerte die Corona-Pandemie gerade auf ihren ersten globalen Höhepunkt zu. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Menschheit mit der Verbreitung des Corona-Virus eine ihrer großen historischen Pandemien durchlebt, vergleichbar nur noch mit der Pest im Mittelalter oder mit der Spanischen Grippe zum Ende des Ersten Weltkrieges. Genauso wie die globale Klimakrise stellt auch Corona unsere hergebrachte Lebensweise und unsere Anschauungen radikal in Frage. Nicht nur die herrschende Politik und die bestehenden Wirtschaftssysteme stehen auf dem Prüfstand, sondern auch wir Libertäre mit unseren traditionellen anarchistischen Ideen und Konzepten. Welche Antworten hat der zeitgenössische Anarchismus auf die von Corona hervorgerufenen Problemlagen? Das hat auf internationaler Ebene einen regen Diskurs angestoßen, an dem auch wir uns beteiligen. Im Januar 2021 veröffentlichten wir die zweite Ausgabe unserer Zeitschrift als ein Special zum Thema: „Die Corona-Krise und die Anarchie“ mit Beiträgen von David Graeber, Noam Chomsky, Roel van Duijn u.a. bekannten libertären Autoren. Bislang wurde dieses Corona-Special fast 7.000 Mal von unserer Homepage heruntergeladen. Eine erfreuliche Resonanz auf ein Thema, das uns sicher noch lange begleiten wird, auch wenn zumindest hierzulande endlich auch wieder Licht am Ende des Corona-Tunnels erkennbar wird. Passend zu den nun wieder möglich werdenden Urlaubsaktivitäten präsentieren wir unsere aktuelle Sommerausgabe als eine virtuelle Weltreise durch Raum und Zeit. Sie führt uns u.a. nach Belarus und Belgien, ins Burgenland, nach Frankreich, in die Niederlande, nach Russland, in die Schweiz und nach Zentralafrika. Verbindende Klammer dieser Streifzüge ist die Suche nach aktuellen Ansätzen zur Wiederbelebung libertärer Ideen und Aktivitäten. Herausgekommen ist eine thematische Mischung, die – wie wir meinen – gerade dadurch inspirierend wirkt, dass sie Vergegenwärtigungen historischer Praxis und Theoriebildung systematisch mit Konzepten für zeitgemäßes anarchistisches Handeln verknüpft. Anthropologische Perspektiven auf gelebte Anarchie stehen neben grundsätzlichen Überlegungen zum Verhältnis von Anarchismus und Recht. Sozialgeschichtliche Analysen revolutionärer Tendenzen verbinden sich mit einer gegenwartsbezogenen Aufarbeitung historischer Jahrestage (Pariser Kommune 1871 / Der Aufstand von Kronstadt 1921). Auf einer exemplarischen Ebene werden Momente für ein libertäres Ökologieverständnis genauso solide herausgearbeitet wie die Möglichkeiten einer spezifisch anarchistischen Praxis bildender Kunst. Ein Resümee über Wurzeln und Tragweite des in den 1960er Jahren als soziale Bewegung neu erstandenen Anarchismus leitet über in tagesaktuelle Analysen aus libertärer Sicht (Belarus / Der Sturm auf das Washingtoner Capitol). In insgesamt sechs Rezensionen werden aktuelle Buchtitel besprochen, die wir unseren Leser*innen gerne ans Herz legen möchten. Mit einem Nachruf auf Lutz Roemheld (1937-2021) verneigen wir uns zum Abschluss dieser Ausgabe vor einem bedeutenden Anarchismus-Forscher. Schließlich möchten wir uns ganz besonders bei unseren Autoren und allen anderen Menschen bedanken, ohne deren Hilfsbereitschaft und Einsatz die Herausgabe dieser Zeitschrift gar nicht möglich wäre. Wir wünschen einen erholsamen Sommer und eine anregende Lektüre der diesjährigen espero-Sommerausgabe! Das espero-Redaktionskollektiv: Markus Henning, Jochen Knoblauch, Rolf Raasch und Jochen Schmück in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam E-Mail: [email protected] Homepage: www.edition-espero.deMore → -
espero-Special: Die Corona-Krise und die Anarchie
Jochen Schmück · 28.12.2020Auch der Jahreswechsel 2020 steht noch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Mehr noch: Die Pandemie hat mit ihrer zweiten Welle in den letzten Wochen noch einmal deutlich an Brisanz zugenommen. Statt einer Lockerung der Infektionsschutz-Maßnahmen und der Wiederbelebung des sozialen Lebens rechtzeitig zu den Weihnachtsfeiertagen erleben wir, wie ein europäisches Land nach dem anderen nun erneut in den harten Corona-Lockdown geht. Das war’s dann also für dieses Jahr mit dem üblichen Weihnachts- und Sylvester-Rummel. Ob wir wollen oder nicht, die Pandemie zwingt uns dazu, die Feiertage zum Ende des Jahres besinnlich zu verbringen. Machen wir das Beste daraus! Krisen wie die Corona-Krise haben das Potenzial, die Menschen zu anderen gesellschaftspolitischen Vorstellungen anzuregen und neue organisatorische Realitäten zu schaffen. So können Krisen zu einem Moment des kollektiven Innehaltens werden, um darüber nachzudenken, welche Art von Leben und Zusammenleben wir künftig haben wollen. Als undogmatisch-libertäre Zeitschrift möchten wir uns an dem gesellschaftlichen Diskurs über die Neugestaltung der Welt nach der Corona-Krise mit unserem heute erscheinenden Themenspecial beteiligen. Nach Ausbruch der Corona-Krise hatte die undogmatisch-libertäre Zeitschrift "espero" (www.edition-espero.de) im April 2020 in einem „Call for Papers“ zu Beiträgen für das nun vorliegende espero-Themenspecial: Die Corona-Krise und die Anarchie aufgerufen. Die Resonanz auf unseren Aufruf war außerordentlich und auch international. Wir freuen uns, das nun fertig gewordene Corona-Special vorlegen zu können. Es enthält Beiträge von Noam Chomsky, Roel van Duijn, David Graeber, Markus Henning, P. M., Rolf Raasch, Jochen Schmück, Gerhard Senft, Maurice Schuhmann, Thomas Swann und Sarthak Tomar. Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass sie, ausgehend von einer Ursachenanalyse und den in der Corona-Krise gemachten positiven und negativen Erfahrungen, den Versuch unternehmen, neue libertäre Perspektiven für die Welt nach Corona zu entwickeln, von der wir hoffen, dass sie eine bessere, weil freiheitlichere und gerechtere Welt sein wird. Das 228 Seiten umfassende Corona-Special enthält Aufsätze, Artikel, Interviews und Rezensionen zum Thema und erscheint (wie auch die reguläre Ausgabe unserer Zeitschrift) – als kostenlose E-Zine, die direkt über den folgenden Link heruntergeladen werden kann: https://edition-espero.de/archiv/espero_NF_002_2021-01.pdf Wir wünschen allen unseren Spender*innen, die unser Projekt einer kostenlos erscheinenden undogmatisch-libertären Zeitschrift unterstützen, einen guten Start in das neue Jahr 2021. Bleibt gesund und frohgemut – denn, wie heißt es so schön bei Ton, Steine, Scherben: "Doch wir werden diesen Weg zu Ende geh’n, und ich weiß, wir werden die Sonne sehn! Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten." Das espero-Redaktionskollektiv in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam, im Dezember 2020 E-Mail: [email protected] | Homepage: www.edition-espero.deMore → -
espero Nr. 2 erscheint im Dezember!
Jochen Schmück · 06.08.2020Ab Ende Februar 2020 begann sich die Coronavirus-Pandemie aus Asien kommend rasch in Europa zu verbreiten. Erst in Italien, dann bald auch in Deutschland und in anderen Staaten Europas schnellte die Zahl der Infizierten sowie die der an Covid-19 Erkrankten und Verstorbenen dramatisch in die Höhe. Seither wird von den Regierenden, denen die Kontrolle über das Geschehen zu entgleiten droht, immer wieder die ANARCHIE beschworen, das Schreckgespenst des Zusammenbruchs der bestehenden staatlichen Ordnung, das seit der Französischen Revolution von den Herrschenden jeglicher Couleur immer wieder in Zeiten der politischen Krise bemüht wurde. Als Libertäre hätten wir ja gar nichts gegen die Anarchie, wenn damit – so wie wir sie verstehen – eine gesellschaftliche Ordnung ohne Herrschaft, also ein freiheitliches und solidarisches Gemeinwesen gemeint wäre. Aber das war es sicherlich nicht, an was die Expertengruppe des Innenministeriums mit ihrer Beschwörung der Anarchie gedacht hatte. Zweifellos wird die Corona-Krise zu gravierenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen auf der gesamten Welt führen, so wie sie die meisten von uns noch nicht erlebt haben. Und diese Krise stellt ebenso wie die parallel dazu stattfindende globale Klimakrise nicht nur die herrschende Politik und die bestehenden Wirtschaftssysteme auf den Prüfstand, sondern auch wir Libertäre werden mit unseren Ideen und Konzepten durch sie in Frage gestellt. Was können die Anarchist*innen dieser Welt zur Lösung dieser Krise und ihrer Folgen Konstruktives beitragen? Das ist die Frage, die sich uns Libertären heute stellt, und tatsächlich gibt es in der internationalen libertären Bewegung zurzeit eine rege Diskussion darüber, welche Antworten der zeitgenössische Anarchismus auf die durch die Corona-Krise hervorgerufenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen geben kann. Als libertäre Zeitschrift wollen wir uns an diesem Diskurs über anarchistische Antworten auf die Corona-Krise beteiligen. Wir werden deshalb Nr. 2 der halbjährlich erscheinenden „espero“ als ein Themenspecial herausbringen, das unter dem Titel „Die Corona-Krise und die Anarchie“ erscheinen wird. Für dieses Themenspecial sind wir an Beiträgen libertärer Autor*innen insbesondere zu den folgenden Fragen interessiert: Wie erlebe ich als Anarchist*in bzw. als Libertäre/r ganz persönlich die Corona-Krise und die durch sie bewirkten gesellschaftlichen Veränderungen? Welche libertären Alternativen gibt es zu den staatlichen Maßnahmen, die von den Regierungen zur Bekämpfung der Corona-Krise eingeführt wurden? Welche Gefahren, aber auch welche Chancen sehe ich als Libertäre/r in den durch die Corona-Krise in Gang gesetzten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen? Natürlich sind wir auch offen für Beiträge zu anderen Fragestellungen und Themen, solange sie sich dem Kernthema des Specials „Die Corona-Krise und die Anarchie“ zuordnen lassen. Dies können auch Beiträge sein, die sich in literarischer oder lyrischer Form mit dem Thema auseinandersetzen. Und um dem globalen Charakter der Corona-Krise gerecht zu werden, luden wir auch internationale libertäre Autor*innen zur Mitarbeit an unserem Themenspecial ein. Zusagen für Beträge bzw. sogar schon die Beiträge selbst haben wir bereits von Noam Chomsky, Roel van Duijn und P.M. erhalten. Rolf Raasch für das RedaktionsteamMore →
2.526 € of 2.500 € collected
100 %
Inge donated 200 €
Christian donated 50 €
Stefano donated 100 €
Rolf donated 25 €
Uwe donated 30 €
Karsten donated 100 €
Rolf donated 100 €
Hans-Hermann donated 50 €
Klaus-Dieter donated 30 €
Angelika donated 5 €
Campaign has ended