An Tag 15 nach der Hochwasserkatastrophe im Strundepark gibt es endlich Nachricht vom Amt. Leider geht es nicht um die vor einer Woche beantragte Soforthilfe, sondern um die von uns bereits vor 14 Tagen verloren gemeldete Biotonne.
Um den Verlust der Mülltonnen zu melden, brauchte es zahlreiche Anläufe, allein eine zuständige Person zu ermitteln, glich Detektivarbeit. Als diese endlich gefunden war, stellte sich raus, dass sie erst am nächsten Tag und nur vormittags zu erreichen sei und es eines formellen Verlustantrag bedarf.
Nach gründlicher Recherche hat die Vertreterin der Stadt Bergisch Gladbach nun festgestellt, dass uns eine Biotonne in den letzten 4 Jahren gar nicht zu gestanden hätte und wir deshalb nun, trotz Verlustantrages, keine bekommen werden. Macht nichts, brauchen wir ja jetzt auch nicht mehr! Die gute Nachricht aus dem Rathaus kam gleich hinterher, wir müssen die Bio-Tonne nun auch nicht mehr bezahlen.
Warum schreiben wir dies? Weil es exemplarisch ist für den Formalismus, mit dem wir uns seit langem rumschlagen, von dem wir dachten, er sei in der Corona-Krise bereits auf die Spitze getrieben worden, macht er uns in den letzten zwei Wochen im Kampf um unsere Existenz einfach nur wütend.
Die Berichte von Helfern und Anwohnern aus den vom Hochwasser besonders hart getroffen Gebieten vermitteln den Eindruck, dass selbst im Kampf um Leben und Tod, schnelles und unbürokratisches Handeln Privatsache ist.
Immerhin hat der Chef nach langer Suche am Ufer der Strunde unsere Papiertonne wieder gefunden. Private Initiative hat bekanntlich schon so manches Problem gelöst.
https://www.back-company.de/tagebuch-ueberschwemmung-in-bergisch-gladbach/
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Leere Räume und ein weißes Blatt Papier
Petra Stommel · 07.08.2021
Es ist Tag 23 nach der Unwetterkatastrophe in Deutschland. 23 Tage ist es nun her, dass unser Geschäft in Bergisch Gladbach in wenigen Minuten überflutet wurde, und es ist nichts mehr von dem liebevoll gestalteten und geführten Bäckerei-Café zu erkennen. Wir stehen in völlig geräumten Räumlichkeiten und fühlen uns wie vor gut 4 Jahren, als wir die Eröffnung unserer Back Company mit viel Herzblut planten.
Schnell wird klar, dass lässt sich nicht kopieren oder wiederholen. Wir haben nun, wie ein Schriftsteller, ein leeres Blatt Papier auf dem Tisch und können eine völlig neue Geschichte schreiben. So schrecklich der Verlust ist, so deutlich wird, in jedem Schrecken steckt ein Anfang. Wir mussten alles räumen, sehr vieles entsorgen, so manches findet einen anderweitigen Einsatz. Vielleicht ist ja nicht nur Liebgewonnenes verloren, sondern auch etwas Ballast genommen.
Die völlige Leere übermannt uns nicht, sondern sie inspiriert uns in alle Richtungen zu denken. Wir spinnen rum und es kommen uns die verrücktesten Ideen. Okay, sie sind noch so unausgegoren, dass sie es noch nicht aufs Papier geschafft haben. Aber mit der Energie des nach vorne und in alle Richtungen Schauens, gehen wir ins Wochenende und sind zuversichtlich, dass bald auch der Anfang einer neuen Back Company-Perspektive aufs Papier kommt.
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Dringende Bitte
Petra Stommel · 04.08.2021
Liebe Freunde und Unterstützer und Unterstützerinnen,
im aktuellen Post der Back Company schreibt Gerlinde Müller, dass sie die Auszubildenden zum/r Einzelhandelskauffrau/man nicht weiter beschäftigen können. Somit sind drei weitere Existenzen allein in dem kleinen Familienbetrieb von dem Hochwasser der Strunde betroffen, die gerade erst ins Leben starten. Gerlinde und Gert Müller helfen besonders den Jugendlichen, die es schwerer haben im Leben und mehr Unterstützung in der Ausbildung benötigen. Ob die festangestellten Mitarbeitenden auf Dauer gehalten werden können hängt auch davon ab, wie schnell der kleine Familienbertrieb wieder an den Start gehen kann, also die erforderlichen Sanierungsarbeiten des Ladenlokals voranschreiten und abgeschlossen werden können.
Daher die Bitte an Euch und Sie: Verbreiten Sie meinen Kampagnelink gerne an Freunde, Bekannte und Kollegen. Das gespendete Geld geht komplett an die Familie Müller; alle Gebühren der Spendenaktion übernehme ich.
Bitte helfen Sie mir dabei, die Familie Müller zu unterstützen!
Vielen Dank
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