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Leere Räume und ein weißes Blatt Papier
Petra Stommel · 07.08.2021Es ist Tag 23 nach der Unwetterkatastrophe in Deutschland. 23 Tage ist es nun her, dass unser Geschäft in Bergisch Gladbach in wenigen Minuten überflutet wurde, und es ist nichts mehr von dem liebevoll gestalteten und geführten Bäckerei-Café zu erkennen. Wir stehen in völlig geräumten Räumlichkeiten und fühlen uns wie vor gut 4 Jahren, als wir die Eröffnung unserer Back Company mit viel Herzblut planten. Schnell wird klar, dass lässt sich nicht kopieren oder wiederholen. Wir haben nun, wie ein Schriftsteller, ein leeres Blatt Papier auf dem Tisch und können eine völlig neue Geschichte schreiben. So schrecklich der Verlust ist, so deutlich wird, in jedem Schrecken steckt ein Anfang. Wir mussten alles räumen, sehr vieles entsorgen, so manches findet einen anderweitigen Einsatz. Vielleicht ist ja nicht nur Liebgewonnenes verloren, sondern auch etwas Ballast genommen. Die völlige Leere übermannt uns nicht, sondern sie inspiriert uns in alle Richtungen zu denken. Wir spinnen rum und es kommen uns die verrücktesten Ideen. Okay, sie sind noch so unausgegoren, dass sie es noch nicht aufs Papier geschafft haben. Aber mit der Energie des nach vorne und in alle Richtungen Schauens, gehen wir ins Wochenende und sind zuversichtlich, dass bald auch der Anfang einer neuen Back Company-Perspektive aufs Papier kommt.More → -
Dringende Bitte
Petra Stommel · 04.08.2021Liebe Freunde und Unterstützer und Unterstützerinnen, im aktuellen Post der Back Company schreibt Gerlinde Müller, dass sie die Auszubildenden zum/r Einzelhandelskauffrau/man nicht weiter beschäftigen können. Somit sind drei weitere Existenzen allein in dem kleinen Familienbetrieb von dem Hochwasser der Strunde betroffen, die gerade erst ins Leben starten. Gerlinde und Gert Müller helfen besonders den Jugendlichen, die es schwerer haben im Leben und mehr Unterstützung in der Ausbildung benötigen. Ob die festangestellten Mitarbeitenden auf Dauer gehalten werden können hängt auch davon ab, wie schnell der kleine Familienbertrieb wieder an den Start gehen kann, also die erforderlichen Sanierungsarbeiten des Ladenlokals voranschreiten und abgeschlossen werden können. Daher die Bitte an Euch und Sie: Verbreiten Sie meinen Kampagnelink gerne an Freunde, Bekannte und Kollegen. Das gespendete Geld geht komplett an die Familie Müller; alle Gebühren der Spendenaktion übernehme ich. Bitte helfen Sie mir dabei, die Familie Müller zu unterstützen! Vielen DankMore → -
Ausbildungs-Aus bei Back Company
Petra Stommel · 04.08.2021Tag 20 nach der schrecklichen Hochwasserkatastrophe und wir müssen loslassen. Ohne Geschäftsbetrieb fehlt uns die Ausbildungseignung. Nach vielen Telefonaten und Beratungsgesprächen mit der IHK und der Agentur für Arbeit ist klar, ein halbes Jahr ohne Praxis ist für die Erreichung des Ausbildungsziels nicht zu verantworten. Zwei Auszubildende können nun ihre Ausbildung zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin nicht wie geplant bei uns beenden. Eine Auszubildende kann erst gar nicht ihre Ausbildung bei uns beginnen und schreibt uns: „Ich stehe, genau wie Sie, vor einem Scherbenhaufen“. Seit 4 Jahren bilden wir in Bergisch Gladbach mit viel Engagement Verkäufer*innen und Einzelhandelskaufleute aus. Qualifizieren Menschen mit Einstiegshürden durch Einstiegsqualifzierungen fürs Berufsleben und nun stehen wir vor dem Ausbildungs-Aus. Wir leiden mit den jungen Menschen, die so viel Hoffnung hatten, es gemeinsam mit uns in eine gute berufliche Zukunft zu schaffen. Es ist noch gar nicht lange her, dass der Rheinisch Bergische Kreis mit uns einen Ausbildungsfilm gedreht hat. Wir waren so stolz und nun kommen uns die Tränen, weil wir immer noch nicht fassen können, dass es dies alles nicht mehr gibt. Heute können wir nur noch eins tun, nämlich herzlich darum bitten, diese Nachricht zu teilen. Auch, wenn die IHK und die Agentur für Arbeit versprochen haben, sich um eine schnelle Vermittlung unserer Auszubildenden zu kümmern, möchten wir auf das Schicksal der drei jungen Menschen aufmerksam machen. Vielleicht findet sich schnell, der ein oder andere Betrieb, der sich bereit erklärt, unsere Azubis aufzunehmen.More → -
Stadt-Bürokratie statt schnelle Hilfe
Petra Stommel · 30.07.2021An Tag 15 nach der Hochwasserkatastrophe im Strundepark gibt es endlich Nachricht vom Amt. Leider geht es nicht um die vor einer Woche beantragte Soforthilfe, sondern um die von uns bereits vor 14 Tagen verloren gemeldete Biotonne. Um den Verlust der Mülltonnen zu melden, brauchte es zahlreiche Anläufe, allein eine zuständige Person zu ermitteln, glich Detektivarbeit. Als diese endlich gefunden war, stellte sich raus, dass sie erst am nächsten Tag und nur vormittags zu erreichen sei und es eines formellen Verlustantrag bedarf. Nach gründlicher Recherche hat die Vertreterin der Stadt Bergisch Gladbach nun festgestellt, dass uns eine Biotonne in den letzten 4 Jahren gar nicht zu gestanden hätte und wir deshalb nun, trotz Verlustantrages, keine bekommen werden. Macht nichts, brauchen wir ja jetzt auch nicht mehr! Die gute Nachricht aus dem Rathaus kam gleich hinterher, wir müssen die Bio-Tonne nun auch nicht mehr bezahlen. Warum schreiben wir dies? Weil es exemplarisch ist für den Formalismus, mit dem wir uns seit langem rumschlagen, von dem wir dachten, er sei in der Corona-Krise bereits auf die Spitze getrieben worden, macht er uns in den letzten zwei Wochen im Kampf um unsere Existenz einfach nur wütend. Die Berichte von Helfern und Anwohnern aus den vom Hochwasser besonders hart getroffen Gebieten vermitteln den Eindruck, dass selbst im Kampf um Leben und Tod, schnelles und unbürokratisches Handeln Privatsache ist. Immerhin hat der Chef nach langer Suche am Ufer der Strunde unsere Papiertonne wieder gefunden. Private Initiative hat bekanntlich schon so manches Problem gelöst. https://www.back-company.de/tagebuch-ueberschwemmung-in-bergisch-gladbach/More → -
Helden verbringen Wunder
Petra Stommel · 25.07.2021Tag 10 beginnt mit vielen Telefonaten, denn die offenen Fragen von gestern, wollen beantwortet werden. Natürlich finden wir niemanden, der auf alles eine Antwort weiß. Wer kann das schon, in einer Katastrophe, die sich vor 10 Tagen in unserem Land niemand vorstellen konnte. Dafür kommen aber jede Menge guter Ideen zusammen. Statt die Wassertanks der Trocknungsgeräte zu leeren, versuchen wir einen direkten Wasserablauf zu schaffen. Ist die Konstruktion noch provisorisch, wissen wir jetzt aber, dass es geht und können an der Verbesserung arbeiten. Auch über Luftumwälzung haben wir einiges gelernt und direkt zwei Ventilatoren besorgt. Viel mehr konnten wir heute im Laden nicht erreichen. Also haben wir uns der Technik zugewandt. Unsere Helden des Tages sind die Freunde, die das Unmögliche möglich gemacht haben und die Lichter an den für uns so wichtigen Geräten angeschaltet haben. Der PC aus dem Büro in Bergisch Gladbach blieb von Feuchtigkeit nicht verschont. Die ersten Versuche, ihn wieder in Betrieb zu nehmen, scheiterten kläglich. Da musste erst jemand kommen, der sich damit auskennt. Mit viel Ruhe und Ausprobieren, vielleicht auch Handauflegen, brachte er nicht nur den Rechner, sondern gleich auch noch den so wichtigen Spezialdrucker zum Leuchten. Die Industrie-Spülmaschine, die vollständig im Schlammwasser stand und bereits für Tod erklärt worden war, strahlt in vollem Glanz und spült wieder. Okay, es reichte nicht aus, ihr die Hand aufzulegen. Der Tüftler ging mit der Einstellung „geht nicht, gibt’s nicht“ ran und nach vielen Stunden, bewies er, es lohnt sich, nicht aufzugeben. Dank unserer persönlichen Helden, glauben wir wieder an Wunder und möchten alle Betroffenen motivieren: „Schaut auf das Wunder der großartigen Hilfe, die uns allen zu Teil wird und gewinnt daraus Kraft für morgen.“More → -
Große Ungeduld und viele Fragen im feuchten Laden
Petra Stommel · 25.07.2021Es ist Tag 9 und ein merkwürdiges Gefühl überkommt uns. Heute kommt kein Elektroniker, kein Handwerker, kein Hilfstrupp und wir erkennen kein vorankommen. Eigentlich sollten wir uns darüber freuen, dass das Notstromaggregat nicht mehr benötigt wird. Die frisch verlegte Notstromleitung hat Ihren Dienst aufgenommen und versorgt unsere derzeit wichtigsten Helfer, die zwei Trocknungsgeräte, mit Energie. Die beiden können ab sofort Tag und Nacht arbeiten. Allerdings benötigen sie etwas Unterstützung, die Wasserauffangtanks müssen regelmäßig geleert werden. Wir stellen fest, dass diese bereits nach wenigen Stunden voll sind, und beschließen, den Chef zu entlasten und uns im Team mit der Leerung abzuwechseln. Die große Feuchtigkeit bereitet uns Sorge. Es fällt uns schwer, nichts tun zu können. Viele Fragen bleiben heute unbeantwortet: Wie lange dauert solch ein Trocknungsprozess? Brauchen wir mehr Trocknungsgeräte? Und wann wird endlich der Fehler in der Stromzuleitung gefunden? Und immer wieder die alles überlagernde Frage: Wie und Wann können wir eine Wiedereröffnung schaffen?More → -
Soforthilfen, Spenden und ein Versprechen
Petra Stommel · 23.07.2021An Tag 8 nach der Strundeflut geht es ums Geld. Viele Weisheiten rund ums Geld gehen uns durch den Kopf, z.B. über Geld spricht man nicht. Wir haben uns jedoch dazu entschieden heute darüber offen und ehrlich zu schreiben, denn es ist uns ein großes Anliegen zu versichern, dass wir uns keinesfalls an dieser Krise bereichern werden. Voller Überzeugung zitieren wir die Redensart „Geld ist nicht wichtig, Hauptsache wir sind gesund“. Wenn wir die Berichte der Unwetterkatastrophe in unserem Land sehen, schämen wir uns dafür, dass wir über unser Leid klagen. Wir haben niemanden in den Fluten verloren, sind nicht verletzt worden. Wir hatten großes Glück – wir Leben! Und doch spielt Geld eine Rolle. Es ist der Treibstoff, der uns am Leben hält – es kommt allerdings auf die Dosierung an. Deshalb haben wir heute Kassensturz gemacht. Die Back Company in Bergisch Gladbach hat vor 4 Jahren eröffnet und befand sich mitten in der Entwicklung als uns die Corona-Krise traf. Das Geschäft hat bisher Verlust gemacht und der Investitionskredit muss noch abgezahlt werden. Hinzu kommen nun die Kosten der Schadenbehebung. Stand heute wissen wir, dass sich diese im hohen 5 stelligem Bereich bewegen. Eine konkrete Aussage, erhoffen wir uns in der nächsten Woche nach dem Termin mit dem Bausachverständigen. Wir sind unendlich beschämt, quasi über Nacht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Niemals konnten wir uns vorstellen, Familie und Freunde um Geld zu bitten. Schließlich heißt es doch, bei „Geld hört die Freundschaft“ auf. Und auf einmal stellen wir fest, dass genau diese Menschen uns unaufgefordert Geld überweisen und sogar Spendenkonten einrichten. An dieser Stelle wollen wir keinesfalls um Spenden bitten. Wir wollen aber darauf hinweisen, dass liebe Menschen eigenständig solche Aufrufe initiiert haben: https://paypal.me/pools/c/8Bekrv9s68 https://www.betterplace.me/fluthilfe-backcompany-bergisch-gladbach Vor allem wollen wir für all diese großartige und selbstlose Hilfe von ganzem Herzen danken. Wir sind überwältigt. Die Hilfe, die uns jeden Tag erreicht, ist so vielfältig und aufrichtig und hört selbst bei Geld nicht auf. Heute hat das Land NRW Wort gehalten und eine unbürokratische und schnelle Soforthilfe in Höhe von 5.000,- € bereit gestellt. (https://www.land.nrw/de/soforthilfe) Natürlich deckt dieser Betrag den Schaden nicht, aber er ist eine echte und schnelle Hilfe, die wir sofort beantragen. Liebe Back Company- und Familie Müller-Unterstützer, wir danken euch aus tiefstem Herzen. Wir versprechen euch, Geld, dass wir zur Schadenbehebung nicht benötigen, werden wir den Menschen spenden, die nach dieser Hochwasserkatastrophe Hilfe ebenfalls dringend brauchen. Und wenn wir es irgendwie und irgendwann geschafft haben, werdet ihr in unserem kleinen Bäckerei-Café unsere liebsten Gäste sein. Die Gutscheine hierfür bringen wir euch ganz persönlich vorbei!More → -
Nachrichten aus den Krisen-Schaltzentralen
Petra Stommel · 21.07.2021Heißt es nicht eigentlich, am 7. Tage sollst du ruhen? Am Tag 7 nach der Hochwasserkatastrophe im Bäckerei-Café in Bergisch Gladbach ist daran allerdings nicht zu denken. Im Gegenteil sämtliche Back Company Schaltzentralen sind völlig überlastet. Heute werden zwei Kämpfe gefochten: Im Laden schuften die Elektroniker, um schnellstmöglich für Strom zu sorgen. Und dann die schlechte Nachricht: Die 80 m lange Stromleitung zwischen Geschäft und dem Hauptverteiler (Zähler) der Rhein Energie ist defekt. Die Fehlersuche kann dauern, schlimmstenfalls muss alles aufgerissen werden. Nach dem das Büro in Bergisch Gladbach abgesoffen ist, müssen sämtliche Arbeiten von zu Hause erfolgen. Akten sind zerstört, die Büroausstattung liegt in Einzelteilen verstreut. Vieles ist nicht mehr aufzufinden und doch müssen Lohnabrechnungen erstellt und Rechnungen bezahlt werden. Während unsere Welt zum Stillstand gekommen ist, läuft sie anderswo, wie gehabt, weiter. Nach 7 Tagen absolutem Ausnahmezustand, fehlt die Kraft und wir beschließen, die Suche nach Lösungen für heue einzustellen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag. https://www.back-company.de/tagebuch-ueberschwemmung-in-bergisch-gladbach/More →
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