Hallo.,
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Ich arbeite zurzeit seit einigen Tagen an meinem neuen Buch mit dem Titel Verfallsdatum 20**. Nun bitte ich wieder einmal um eure Hilfe: Ich möchte ca. 200 Exemplare in wenigen Wochen drucken lassen. Leider ist das mit den Druckkosten nicht günstig.
Meine Bitte an euch: Das Spendenkonto für den Bus wurde genutzt. Ich möchte es umbuchen und euch dann den entsprechenden Link dazu übermitteln. Vielleicht hat jemand von euch Interesse am Buch – auf der Seite findet ihr auch eine kurze Zusammenfassung. Es wird diesmal pro Exemplar 18,95 € kosten.
Wer Interesse hat oder mir auch nur bei der Finanzierung der Druckkosten helfen möchte, kann dort spenden oder Geld für ein Exemplar hinterlassen. Falls ihr eine Ausgabe erhalten möchtet, schickt mir bitte eure Adresse mit dem Satz „Ich möchte ein Buch!“ an meine Mail-Adresse.
Hier findet ihr die Spenden-/Bestellseite: https://www.goodcrowd.org/gemeinsamfuereinerampeundlaptop-jede-hilfe-zaehlt
Blich ins Buch: Dieses Buch wirkt wie ein Blick hinter eine Fassade, die lange „funktioniert“ hat – und dabei immer wieder Risse bekam. Im Zentrum steht eine Erzählerin, die schon als Kind gelernt hat, ihre Umgebung zu lesen wie ein Frühwarnsystem: Stimmungen, mögliche Gefahren, unausgesprochene Erwartungen. Nicht, weil sie „zu empfindlich“ gewesen wäre, sondern weil ihr Inneres früh verstanden hat, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Aus dieser Haltung entstehen Muster, die bis ins Heute reichen: Verantwortung übernehmen, bevor sie jemand verlangt. Schuld bei sich suchen, bevor jemand sie zuschreibt. Stabilität herstellen wollen, auch wenn der Boden dafür eigentlich fehlt.
Parallel dazu öffnet der Text eine zweite Ebene: das Leben mit chronischer Krankheit – nicht als abstraktes medizinisches Thema, sondern als tägliche Realität. Multiple Sklerose erscheint hier als unberechenbarer Weg, der Kraft kostet, Entscheidungen verengt und den Alltag in Schmerzgrenzen und Erschöpfung einteilt. Es ist ein Leben, in dem „normal“ nicht bedeutet, dass alles gut ist, sondern dass man gelernt hat, mit Einschränkungen zu planen, zu dosieren, auszuhalten. Und gerade dadurch wird spürbar, wie viel innere Arbeit in scheinbar kleinen Dingen steckt: durch die Nacht kommen, den nächsten Tag schaffen, sich selbst nicht verlieren.
Besonders eindringlich ist, wie der Text Beziehungen beschreibt: nicht als klare Kategorien von „gut“ oder „schlecht“, sondern als fragile Räume, in denen Liebe, Loyalität, Trauer und das Bedürfnis nach Selbstschutz gleichzeitig existieren können.
Da ist zum Beispiel die Geschwisterbeziehung, die seit der Teenagerzeit schwierig geworden ist. Nicht laut dramatisch, sondern zermürbend in Wiederholungen: Vorwürfe, Missverständnisse, das Gefühl, der eigene Schmerz werde nicht geglaubt oder kleingeredet („du stellst dich krank“). Gleichzeitig bleibt da die Bereitschaft, die andere Seite mitzudenken: dass ein Geschwisterkind sich übersehen fühlen kann, dass Neid manchmal eher ein Ausdruck von Verletzung ist als von Bosheit. Die Erzählerin will kein Tribunal, keine Abrechnung – sie wünscht sich ein Gespräch, ein echtes Verstehen. Und sie ringt mit einer Wahrheit, die weh tut: Nähe ist nicht erzwingbar. Man kann sich auf jemanden zubewegen und trotzdem erleben, dass der Abstand bleibt.
Auch die Frage nach Identität und Veränderung taucht auf eine leise, erwachsene Art auf. Die Erzählerin zeigt Respekt und Freude darüber, dass -----------------------------------------Und dennoch bleibt etwas Wehmut zurück – nicht als Ablehnung, sondern als menschliche Erfahrung: Veränderungen sind manchmal auch Abschiede. Selbst wenn man sie bejaht, spürt man, dass das Alte irgendwo im Inneren noch nachklingt – in Gewohnheiten,-------------------------------------
Dann ist da die Familie als System: Schutz und Kontrolle liegen nah beieinander. Die Erzählerin beschreibt, wie sie sich trotz ihres Alters immer wieder nicht als Erwachsene gesehen fühlt – als hätte die innere Uhr der Eltern bei „ungefähr zehn“ angehalten. Rational wissen alle, dass sie längst erwachsen ist. Emotional aber bleibt sie für die Eltern oft „das Kind, dem man helfen muss“. Besonders greifbar wird das am Thema Geld: Fürsorge wird zu einem Symbol, das gleichzeitig Unterstützung und Bevormundung sein kann. Dass hier das Wort „Taschengeld“ fällt, ist kein Detail, sondern ein Signal: Es geht nicht nur um Finanzen, sondern um Selbstbestimmung, Würde und die Frage, wer am Ende die Deutungshoheit über das eigene Leben hat.
Der Text schafft Spannung nicht durch große äußere Plot-Twists, sondern durch eine innere Bewegung: Man spürt, dass unter vielen „alltäglichen“ Szenen etwas Größeres liegt. Etwas Unausgesprochenes. Etwas, das die Erzählerin lange mitgetragen hat, ohne es vollständig einordnen zu können. Sie schreibt nicht, um anzuklagen, sondern um die Logik ihrer Innenwelt sichtbar zu machen: Warum manche Sätze so schwer sind. Warum Grenzen nicht Härte sind, sondern Überleben. Warum Versöhnung ein Wunsch sein kann – und Abstand trotzdem notwendig.
Und genau darin liegt der Sog: Während man liest, hat man das Gefühl, dass diese Geschichte auf einen Punkt zuläuft, an dem sich vieles neu sortieren wird. Nicht, weil plötzlich „die Wahrheit“ enthüllt wird wie in einem Krimi, sondern weil sich die Puzzleteile langsam so zusammenfügen, dass man versteht: Das hier ist nicht nur ein Bericht über Krankheit oder Familie. Es ist eine Suche nach Halt – und nach einem Leben, das sich wirklich wie das eigene anfühlt.
Am Ende dieser Ausschnitte bleibt ein vibrierendes Dazwischen: Die Erzählerin ist nicht am Ziel, aber sie ist in Bewegung. Sie hat begonnen, Muster zu erkennen, Worte zu finden und sich selbst ernster zu nehmen als früher. Doch eine Frage hängt in der Luft, wie eine offene Tür, die man noch nicht durchschritten hat:
Wenn man sein Leben lang gelernt hat, sich anzupassen, durchzuhalten und „nicht zu viel zu sein“ – wie findet man dann heraus, was man eigentlich wirklich will… und was man nur gelernt hat zu ertragen?