(English below)
Das sind meine Freundin JQ (rechts im Bild) und ich bei einem Here and Beyond Abend, der von LGBT+ Rights Ghana in Accra veranstaltet wurde. Dort haben wir uns 2019 kennengelernt. Wir haben eine schöne Zeit verbracht – haben auf dem Asa Baako Festival getanzt, sind zusammen wandern gegangen und haben uns über Feminismus und Aktivismus ausgetauscht.
JQ ist eine talentierte Grafikdesignerin – sie hat u.a. Designs für LGBT+ Rights Ghana entworfen – und eine leidenschaftliche Fotografin. Im Jahr 2022 wurde ihre harte Arbeit belohnt: Sie gewann den Titel „Fotografin des Jahres” bei den Kiss & Tell Fashion Show & Awards. Im selben Jahr bekam sie einen Fotografie-Job in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie wollte schon immer als Fotografin arbeiten!
Doch dieser Traum verwandelte sich in einen Albtraum.
Vor zwei Wochen schrieb mir JQ aus heiterem Himmel eine Nachricht. Wir hatten uns schon länger nicht mehr gesprochen. Was sie schrieb, brach mir das Herz:
„Eine Firma hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat mich mit dem Versprechen einer Visa-Förderung eingestellt – aber sie haben ihr Versprechen nicht gehalten. Jetzt habe ich mein Visum überschritten und muss Strafen zahlen, die ich mir nicht leisten kann. Ich habe meine gesamten Ersparnisse für Miete ausgegeben. Ich stecke fest. Ich brauche Hilfe, um nach Hause zu kommen. Ich schäme mich, darum zu bitten, aber ich weiß nicht, was ich sonst tun soll.“
JQ würde niemals um Hilfe bitten, wenn es nicht absolut ernst wäre. Sie hat keine engen Beziehungen zu ihrer Familie. Die einzige Person, die sie unterstützt hat, ihre Mutter, ist vor einigen Jahren verstorben.
Ich habe ihr 900 Euro geschickt, um ihr zu helfen, den Flug und die anfallenden Bußgelder zu bezahlen.
Sie war überglücklich. Wir telefonierten per Video und sie strahlte vor Hoffnung. Nach zwei Jahren, in denen sie täglich 16 Stunden gearbeitet, ein Zimmer mit acht Personen geteilt und miserable Bedingungen ertragen hatte, konnte sie endlich nach Hause zurückkehren.
Doch dann kam ein weiterer schwerer Schlag.
Sie wurde am Flughafen festgehalten. Ihr ehemaliger Arbeitgeber hatte ohne ihr Wissen eine Klage gegen sie eingereicht.
Warum? Weil sie die Vereinigten Arabischen Emirate nach Ablauf ihres ersten Vertrags nicht verlassen hatte. Sie war jedoch nur geblieben, weil ihr nächster Arbeitgeber ihr eine Visumsübertragung versprochen hatte – ein Versprechen, das er nicht einhielt.
Sie war verzweifelt. Sie überlegte, sich der Polizei zu stellen, was eine Inhaftierung oder Schlimmeres hätte bedeuten können. Ich schickte ihr weitere 730 Euro, um die anfallenden Bußgelder sowie Essen und Unterkunft zu bezahlen, damit sie einen Ort hatte, an dem sie bleiben konnte, während sie in Erfahrung brachte, was sie tun konnte. Ich konnte nicht nein sagen. Sie hat mir Quittungen für alle ihre Ausgaben geschickt.
Zum Glück kontaktierte sie die ghanaische Botschaft. Sie wurde gebeten, persönlich von Ajman zur ghanaischen Botschaft in Dubai zu kommen. Zusammen mit einem Beamten der ghanaischen Botschaft rief sie die Einwanderungsbehörde an. Sie sollte persönlich bei der Einwanderungsbehörde in Abu Dhabi vorstellig zu werden. Dort erfuhr sie, dass sie aufgrund der gegen sie vorliegenden Klage nur zwei Möglichkeiten hatte:
JQ ist eine Schwarze queere Frau. Ich habe keine Ahnung, was ihr in einem Gefängnis in den Vereinigten Arabischen Emiraten droht. Außerdem hat sie nichts Unrechtes getan. Sie vertraute darauf, dass ihr zukünftiger Arbeitgeber sich um das Visum kümmern würde.
Ein Outpass in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine Ausreisegenehmigung. Es handelt sich um ein obligatorisches Dokument für Personen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Visa abgelaufen sind oder annulliert wurden und die das Land legal verlassen möchten.
Bitte hilf JQ sicher und legal nach Hause zu kommen, ohne dass sie ins Gefängnis muss!
Das muss JQ dafür innerhalb einer Woche bezahlen. Bis zum 27. Juni läuft die Frist. Am Donnerstag, den 26.6., braucht sie spätestens das Geld.
🔹 1.500 AED für den Outpass
🔹 2.500 AED für einen Rechtsbeistand
🔹 2.200 AED für ein neues Flugticket
Insgesamt: 6.200 AED, was 1.466 Euro entspricht. Ich möchte 1.500 EUR überweisen, um sicherzugehen, dass der Betrag je nach Wechselkurs und Gebühren ausreicht. Um das Geld schnell per Express zu überweisen, muss ich folgende Gebühren bezahlen
7,50 EUR Provision
8,50 EUR für den Expressversand
19,00 EUR für die Auslandsüberweisung
Die Gebühren für die Finanzdienstleister PayPal und Stripe auf GoodCrowd betragen 2,7 %, was etwa 50,00 EUR entspricht.
Das ergibt einen Gesamtbetrag von 1.585 Euro.
Insgesamt habe ich JQ bereits 1.630 € geschickt – aber dieses Geld ist bereits für die Unterkunft bis zu ihrer Abreise, für Bußgelder, den ersten Flug, den sie gebucht hat, für Lebensmittel und Reisekosten zur Botschaft in Abu Dhabi und zur Einwanderungsbehörde aufgebraucht.
Deshalb bitte ich dich um deine Hilfe. Ich kann ihr nicht mehr schicken. Bitte hilf mit, damit JQ nicht ins Gefängnis muss.
Jede Spende, egal in welcher Höhe, hilft uns sehr. Wenn du nicht spenden kannst, teile bitte diese Kampagne.
Hilf mit, JQ nach Ghana zurückzubringen, ohne dass sie ins Gefängnis muss.
Herzlichen Dank,
Daniela
PS.: Zur Transparenz bei Prüfung dieser Kampagne: Der Name in JQ’s Pass lautet Benedicta Kodie Awuah. Da JQ’s Konto aufgrund des fehlenden Visums gesperrt wurde, überweise ich das Geld an eine Freundin vor Ort in UAE: Naomi Tawiah Agyeman
ENGLISH:
Help JQ - queer friend faces imprisonment in the UAE
This is my friend JQ (on the right in the photo) and me, at a Here and Beyond meeting hosted by LGBT+ Rights Ghana in Accra. That’s where we first met in 2019. We shared amazing memories — we danced at Asa Baako Festival, did a hike together and connected over feminism and activism.
JQ is a talented graphic designer — among others, she did some designs for LGBT+ Rights Ghana — and a passionate photographer. In 2022, her hard work paid off: she won Photographer of the Year at the Kiss & Tell Fashion Show & Awards. That same year, she landed a photography job in the United Arab Emirates. It was meant to be a dream opportunity.
But that dream turned into a nightmare.
Ten days ago, JQ messaged me out of the blue. We hadn’t spoken in a while. What she wrote made my heart sink:
“A company here in the UAE hired me with a promised visa sponsorship — but they failed to deliver. Now I’m overstaying my visa, racking up fines I can’t afford. I spent all my savings on rent and partial payments. I’m stuck. I need help getting home. I’m embarrassed to ask, but I don’t know what else to do.”
If you know JQ like I do, you’d know she would never ask for help unless it was dead serious. She doesn‘t have any close relations with her family. The only person who was supportive, her mum, died several years ago.
I sent her €900 — to help pay for her flight and mounting visa fines.
She was overjoyed. We had a video call, and she was glowing with hope. After two years of working 16-hour days, sharing a single room with 8 people, and enduring miserable conditions — she was finally going home.
But then came another devastating blow.
She was blocked at the airport. Her former employer had filed a legal case against her — without even telling her.
Why? Because she didn’t leave the UAE after her first contract ended. But she had stayed only because her next employer had promised a visa transfer — a promise they broke.
She was terrified. She thought about turning herself in to the police, which could have meant detention or worse. I sent her another €730 to pay for mounting fines and for food and accommodation so she would have a place to stay while figuring out what to do. I couldn’t say no. She sent me receipts for everything she spent.
Thankfully, she contacted the Ghanaian embassy. She was asked to come in person to go to the Ghanaian embassy in Dubai. Together with an official from the Ghanaian embassy she called the immigration office. She was asked to see the immigration office in Abu Dhabi in person. She found out that due to the the file against her, she had only two options:
JQ is a Black queer woman. I have no idea what will happen to her in a jail. Also: She didn’t do anything wrong. She trusted the future employer to take care of the visa.
An outpass in UAE is an exit permit. It is a mandatory document for individuals in the UAE whose visas have either expired or been cancelled and who wish to leave the country legally.
Please help me bring JQ home safely without going to jail!
She needs to pay this within one week. The deadline is June 27th. She needs the money by June 26th at the latest.
🔹 1.500 AED for the outpass
🔹 2.500 AED for a legal representative
🔹 2.200 AED for a new flight ticket
Overall: 6.200 AED which is 1466 Euro. I want to make it 1.500 EUR to be sure that it will be enough depending on the exchange rate and fees. To transfer the money fast with express mode, I will need to pay
EUR 7.50 commission
EUR 8.50 express delivery
EUR 19.00 foreign delivery charges
The fees for the financial service providers paypal and stripe at GoodCrowd amount to 2,7%, which is around 50,00 EUR.
This makes a total amount of 1.585 Euro.
In total, I’ve already sent JQ €1,630 — but all this money is used up for accommodation until she can leave, for fines, the first flight she booked, food and travel costs to see the embassy in Abu Dhabi and the immigration office.
So I’m asking for your help. I cannot send her more. Please help me so JQ does not have to go to jail. Please help me not to carry this load alone.
Any donation, no matter the size, will make a real difference. If you can’t give, please consider sharing this campaign.
Let’s help bring JQ home to Ghana without going to jail.
With deep gratitude,
Daniela
PS: For transparency when checking this campaign: The name in JQ's passport is Benedicta Kodie Awuah. Since JQ's account was blocked due to the missing visa, I am transferring the money to a local friend: Naomi Tawiah Agyeman