Liebe Spender,
nachdem es über die Weihnachtsfeiertage ruhig geworden ist, starten wir mit guten Nachrichten in das neue Jahr 2021. Nach einer erfolgreichen Dienstaufsichtsbeschwerde durch die Anwältin gegen die bis dahin untätige Landesdirektion in Chemnitz hat diese endlich Akteneinsicht gewährt. Die Anwältin steht bereits in engem Kontakt mit der Stadt Leipzig und der hiesigen Ausländerbehörde. Gemeinsam wird beraten, unter welchen Auflagen eine Rückkehr von Adelina und ihrem Mann stattfinden kann. Da ein Sperrkonto als Rücklage aufgrund der hohen Kosten nicht in Frage kommt (wir erwarten Kosten im fünfstelligen Bereich), rechnen wir damit einen Bürgen finden müssen. Von den Spenden sind noch knapp 8500€ vorhanden, wir erwarten nun die „Rechnung“ für die Abschiebekosten in Höhe von knapp 2000€ pro Person. Diese Rechnung muss beglichen werden, um eine Wiedereinreise ermöglichen zu können. Wir möchten noch einmal betonen, dass wir unheimlich dankbar für jede einzelne Spende sind, ohne die das alles nicht möglich wäre.
Zum aktuellen Stand lässt sich sagen, dass viele Faktoren ursächlich für die Misere gewesen sind. Die Unwissenheit der Betroffenen sowie das Vertrauen in Aussagen und Arbeit von Anwälten und Behörden haben dazu geführt, dass dieses Unglück geschehen konnte.
Nichtsdestotrotz blicken wir optimistisch in das Jahr 2021 und hoffen, uns bald mit neuen guten Nachrichten melden zu können!
Bleibt gesund in dieser schwierigen Zeit und viele Grüße von
Luticia und allen Unterstützern!
14.500 € of 20.000 € collected
73 %
Alexander donated 100 €
Axel donated 100 €
Alexander donated 80 €
Alexander donated 170 €
Alexander donated 120 €
Alexander donated 170 €
Alexander donated 200 €
Alexander donated 200 €
Alexander donated 150 €
Alexander donated 329 €
Campaign has ended
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unglaublich tolle Neuigkeiten!
Luticia Gebhardt · 30.09.2021
Es gibt gute Neuigkeiten von Adelina – endlich!
Diese Woche hat Adelina den wohl wichtigsten Meilenstein erreicht. Sie hat die Kenntnisprüfung bestanden und wird somit die Anerkennung ihres Bachelors of Midwifery erhalten. Sie ist damit endlich anerkannte Hebamme! Wir können also bald von einem Happy End sprechen, allerdings auch erst bald.
Aber beginnen wir von vorne, mit den Ereignissen der letzten Wochen und Monate.
Nach der Abschiebung am 17. November 2020 war klar, dass Adelina und ihr Mann Gezim zurück nach Deutschland kommen wollen, die Lebensumstände im Kosovo waren für beide katastrophal.
Aufgrund des großen Engagements betroffener Patientinnen und entstand ausreichend mediale Aufmerksamkeit, um bei verschiedenen politischen Akteure Interesse zu erwecken und Unterstützung zu erhalten. Dies, sowie die Arbeit der neu beauftragten Anwältin, ebneten den Weg zur Wiedereinreise. Leider mussten wir feststellen, dass eine Einreise über die Westbalkanregelung nicht möglich sein würde. Die einzige verbleibende Option stellte eine Wiedereinreise über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz entsprechend §16 Abs. 5 AufenthG (Einreise zur Berufsanerkennung) dar.
Bereits im Jahr 2016 hatte Adelina ihre Unterlagen für die Berufsanerkennung eingereicht. Anfang 2017 kam dann der Bescheid, dass ein spezieller, 16 Monate dauernder Lehrgang oder eine Kenntnisprüfung für die Anerkennung möglich seien. Seit Anfang 2017 stand Adelina auf sämtlichen Wartelisten für einen Lehrgang, sie wurde jedoch immer wieder auf das folgende Jahr vertröstet, bis im fünften Jahr des Aufenthaltes die Abschiebung erfolgte.
Wir mussten nun also eine Lösung finden, dass Adelina tatsächlich die geforderte Anerkennungsprüfung ablegen kann.
Schnell stand fest: Adelina will die Kenntisprüfung ablegen. Dies ist entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen und Entbindungspfleger kein Hexenwerk. Unter dem §16b Abs. 3 HebAPrV „Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat“ ist geregelt, dass die Prüfung aus einem mündlichen und praktischen Teil besteht. Die mündliche Prüfung dauert 15 bis 60 Minuten und es werden Fragen zu Berufs- und Gesetzeskunde, Gesundheitslehre, Hygiene und Geburtshilfe sowie spezielle Arzneimittellehre geprüft. Der praktische Teil lässt sich nochmal in eine Patientenprüfung und eine Entbindungssimulation unterteilen. Die Patientenprüfung beinhaltet eine Schwangerschaftsvorsorge und/oder eine Wöchnerinnenpflege und/oder eine Säuglingspflege von jeweils maximal 60 Minuten. Die Entbindungssimulation findet anhand von vorgegeben Befunden statt und dauert maximal 120 Minuten. Adelina traute sich diese Prüfung zu.
Aber das Problem bestand weiterhin: keine der zuständigen Institutionen erklärte sich dazu bereit die Prüfung abzunehmen, die Ausreden waren teilweise grotesk. Nur dank dem Engagement einiger Politikerinnen und Politiker hat sich schlussendlich eine Prüfungskommission zur Abnahme der Prüfung gefunden. So hat es bis Juni 2021 gedauert, bis tatsächlich die Bestätigung kam, dass die Kenntnisprüfung abgenommen wird. 5 Jahre.
Mit der Bescheinigung konnte dann endlich der Antrag für die Wiedereinreise gestellt werden. Wir haben uns dazu entschieden, das neue beschleunigte Fachkräfteverfahren nach §81 AufenthG zu nutzen, um eine zirka zweijährige Wartezeit für einen Botschaftstermin zu umgehen. Bei dem beschleunigten Verfahren erhält der Arbeitgeber die Vollmacht alle Unterlagen einzureichen. Die zuständige Ausländerbehörde erteilt sodann eine Vorabzustimmung und die antragstellende Person bekommt innerhalb von drei Wochen einen Termin in der Botschaft für die Vergabe des Visums. Die Ausländerbehörde Leipzig hat uns bei diesem Prozess sehr gut unterstützt.
Aber es blieb das Problem mit der Einreisesperre von Gezim und Adelina. Da Adelina die Fachkraft ist, wurde uns geraten zunächst nur die Wiedereinreise für Adelina zu beantragen. Das heißt, sie muss zunächst allein nach Deutschland kommen und erst nach bestandener Kenntnisprüfung könnten wir auch den Antrag für Gezim stellen. Das ist leider auch der Grund, warum wir noch nicht von einem finalen Happy End sprechen können, denn Gezim ist weiterhin im Kosovo. Dem Widerspruch, dass die ausgegebene Einreisesperre der Zentralen Ausländerbehörde Sachsens rechtswidrig sei, wurde stattgegeben. Am 28. Juni wurde ihre Einreisesperre endgültig aufgehoben. Leider wurde die deutsche Botschaft im Kosovo nicht über das Aufheben der Einreisesperre informiert und Adelinas Visumsantrag wurde zunächst abgelehnt. Nach längerem hin und her und vielen Verzögerungen wurde ihr dann doch im August 2021 ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis zum Ablegen der Prüfung zur Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation erteilt. Dies ist nur ein Bespiel dafür, was im Laufe der vergangenen Wochen und Monate schiefgelaufen ist sowie wertvolle Zeit und Geld gekostet hat. Wir haben irgendwann festgestellt, dass jeder Stolperstein, der kommen konnte, uns auch tatsächlich in den Weg gefallen ist, aber mit vereinten Kräften haben wir es geschafft, diese zu beseitigen.
Adelina ist nun seit wenigen Wochen wieder in Deutschland. Sie hat sich intensiv auf die Kenntnisprüfung vorbereitet und schließlich direkt bestanden!
Damit kann sie den Antrag für eine Aufenthaltsgenehmigung stellen und hoffentlich dauerhaft in Deutschland bleiben.
Der Schlüssel zum Erfolg war die enorme Spendenbereitschaft. Ohne das Geld hätte Adelina weder die Anwaltskosten, Prüfungsgebühr, laufende Kosten oder Ähnliches stemmen können, denn wir sind mittlerweile bei Kosten in fünfstelliger Höhe angelangt. Deswegen ein riesiges Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer! Wir hoffen inständig, dass auch die Wiedereinreise von Gezim mit Hilfe der Spendengelder finanziert werden kann.
Das war ein grober Überblick der letzten Monate. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Anträge ausgefüllt werden mussten und was nicht alles erst im zweiten oder dritten Anlauf funktioniert hat.
Wir melden uns, sobald es Neuigkeiten gibt! Schließlich steht noch ein großes Fest aus!
Bleibt gesund und viele Grüße!
Luticia
im Namen von Adelina und dem Unterstützerteam
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8. September 2021 - das Ziel rückt näher
Luticia Gebhardt · 08.09.2021
Liebe Spenderinnen und Spender,
Ich mache es kurz: Adelina hat ihr Visum bekommen!
Sie bereitet sich nun wahnsinnig motiviert und konzentriert auf die bevorstehende Kenntnisprüfung Anfang Oktober vor. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hängt sehr viel am Bestehen dieser Prüfung – ein gemeinsames Leben mit ihrem Mann Gezim in Leipzig, eine berufliche Zukunft als Hebamme in Deutschland, eine sichere Zukunft. Die Weichen sind nun gestellt und es heißt zum Schluss noch einmal: Geduld haben und Ruhe bewahren.
Wir sind euch unglaublich dankbar, dass wir es überhaupt bis hierher geschafft haben. Es stimmt uns nachdenklich, dass man für jedes Recht so kämpfen und vor allem: viel Geld investieren muss. Wir sind traurig darüber, dass es viele Schicksale in ähnlichen Situationen gibt, die nicht auf ein so großes Unterstützernetzwerk zurückgreifen können. Umso mehr wissen wir zu schätzen, was wir gemeinsam schon erreicht haben! DANKE dafür! Wir hoffen nun, dass es in den nächsten Wochen neue gute Nachrichten geben wird.
Wir bitten euch, vorerst keinen persönlichen Kontakt mit Adelina aufzunehmen. Sie ist sehr aufgeregt und möchte sich voll auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren. Wir versprechen euch aber, dass es nach Bestehen ein großes Fest geben wird!
Bis bald!! ;)
Luticia
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