Ich bin Turid.
Vergangenheit
Vor 3,5 Jahren hatte ich meine Erstdiagnose – Brustkrebs. Kurz zuvor hatte ich mich nach 12 Jahren Partnerschaft getrennt und stand der Diagnose quasi allein gegenüber. Ich erhielt 2 unterschiedliche Chemotherapien, Bestrahlung und im Anschluss die Antihormontherapie mit Tamoxifen.
Schon in der Coronakrise 2020 hat sich in meinem Arbeitsverhältnis der Ton verändert, es war rauer und stärker von Leistungsanforderung geprägt. 2019 hatte ich eine Promotion neben meiner Anstellung begonnen, unter der Krebstherapie hatte ich dieses Vorhaben pausiert, meinen Job aber weiter als sinnstiftend ausgeführt. 2023 wurden Mobbing und Diskriminierungserfahrung am Arbeitsplatz zu einer stärkeren Belastung, was Ende 2024 auch zur Beendigung meines Beschäftigungsverhältnisses führte. Dabei habe ich nicht nur mein Einkommen sondern auch einen seit 20 Jahren wichtigen Raum für politisches Engagement verloren.
2025 startete demnach nicht gut, auch wenn ich eine große Entlastung spürte durch den Wegfall der Schikanen. Fatigue und Depression waren weiter dominante Begleiter in meinem Alltag. Als ich mich nicht mehr mit der andauernden Müdigkeit zufrieden geben wollte und meinen Körper durchchecken ließ, war das Ergebnis der Hammer: Metastasen in Leber und Wirbelsäule. Ok. Shit.
Gegenwart
Ich lebe derzeit von ALG 1 – das ist niedriger als meine Miete. Ich habe zwei Kinder 7 und 18, die ich jeweils im Wechselmodell betreue. Ich habe Geld gespart, zum Glück, es ermöglicht mir und den Kindern einen halbwegs normalen Alltag.
Ich versuche einiges um meinem Körper mehr abzuverlangen als einfach zu überleben, nämlich ein Leben, das mehr bietet als den Erhalt von „Lebensqualität“: Ein Leben mit Perspektive, mit Hoffnung, mit Zukunft. Die Schulmedizin versucht keine Heilung mehr, ich möchte aber heilen. Was auch immer das jetzt genau bedeutet. Psychisch, Physisch.
Zukunft
Ich möchte für meine Kinder da sein, auch wenn sie erwachsen sind, ich möchte sie unterstützen so wie meine Mutter mich auch heute noch unterstützt. Ich möchte sehen wie sie die Welt unsicher machen und was für Menschen sie werden. Ich möchte selbst noch einiges erleben, mich neu verlieben, Bücher schreiben, Tanzen, Reisen, Demonstrieren.
Gleichzeitig bleibe ich realistisch: Vielleicht gibt es kein nächstes mal für so viele Dinge, kein nächstes Treffen, keinen neuen Job, keine neue Liebe, vielleicht kein weiteres Mal Snowboarden, Klettern, Sonnen, im Meer schwimmen.
Dankbarkeit
Es ist ein sehr schmaler Grat, aber die Träume und Wünsche geben mir Mut und Kraft, manchmal glaube ich daran, dass ich glücklich sein kann, manchmal bin ich glücklich.
Bei einem guten Gespräch, dem Blick zu den Sternen, auch den Blick zurück auf mein Leben; Orte, die ich schon besuchen durfte, Menschen, die ich kennengelernt habe. Parties habe ich erlebt, Streits und Versöhnungen, an Blumen gerochen und in die Nacht geschrien. Ich habe so viele gute Menschen getroffen. Ich bin dankbar dafür.
Klar will ich mehr davon, mehr nehmen, mehr geben.
Deswegen nutze ich neben Hormontherapie und Tablettenchemo auch einiges an naturheilkundlichen und ernährungswissenschaftlichen Angeboten um meine Träume und Wünsche zu erreichen. Mein bisher Erspartes ist oder war allerdings meine Altersvorsorge. Vielleicht brauche ich diese nicht mehr wie gedacht, aber dennoch soll etwas davon übrig bleiben für die Kinder – als Erbe oder für meine Beerdigung.
Wohin geht dein Geld?
Ich habe viele Kosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt:
All das ist neben der emotionalen Herausforderung eben auch eine finanzielle. Wenn ich Geld übrig habe, unternehme ich Ausflüge mit den Kindern oder Freund_innen. Ich möchte, solange es geht, noch reisen und etwas von der Welt sehen, teilweise sie auch meinen Kindern zeigen und so wertvolle gemeinsame Erinnerungen schaffen.
Einige von den Menschen in meinem Leben haben mich aufgefordert mir so einen Spendenaufruf zu erstellen, damit sie und andere mich unkompliziert unterstützen können. Hier ist er nun.
Wenn du kein Geld hast, aber Leute kennst, die eine Supervisorin, Beraterin oder Begleitung suchen, gib mir die Gelegenheit mir selbst Geld zu verdienen und empfehle mich.
Wenn du gerade etwas übrig hast, ich nehme es. Wenn du erwartest, dass ich krank aussehe, enttäusche ich dich möglicherweise: Manchmal weine ich, manchmal muss ich mich hinlegen und schlafen, manchmal habe ich Angst, aber ich tu alles dafür das Leben weiter zu genießen und dabei zu strahlen, so hell wie schon lange nicht mehr.
In Liebe,
Turid
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Alles in allem gebe ich nur für die Unterstützung meines Körpers derzeit im Monat zwischen 400 und 600€ aus.
Komm ins Team Turid & unterstütze mich!