Am 10. Juli stellte ich Dr. Robin Satanovskij per Mail 5 Fragen zur weiteren Behandlung von Thomas. Aufgrund eines schweren Fahrradunfalls war der behandelnde Arzt von Thomas im Sommer mehrere Woche krank geschrieben. Am Montag, 27. Oktober, erhielt ich schließlich seine Antworten zur Fragenliste schriftlich per Mail!
Frage: Herr Dr. Satanowskij, Thomas begann seine Behandlung am 7. Juli mit einer HELP-Apherese. Was ist das Ziel einer solchen HELP-Apherese? Und was „passiert“ da im Körper?
Dr. Robin Satanowskij: Die HELP-Apherese („Heparin-induced Extracorporeal LDL Precipitation“) ist ein extrakorporales Therapieverfahren, das gezielt LDL-Cholesterin, Lipoproteine, Fibrinogen sowie proinflammatorische Mediatoren aus dem Plasma entfernt. Durch diese Reduktion pathophysiologisch relevanter Substanzen können Mikrozirkulation, Blutviskosität und endotheliale Funktion verbessert sowie entzündliche Prozesse moduliert werden. Thomas zeigte unter dieser Therapie ein gutes klinisches Ansprechen mit einer deutlichen Besserung seiner Symptomatik.
Nach den ersten fünf HELP-Apheresen folgten fünf Immunadsorptionen. Was ist die Funktion dieser Immunadsorption – und was „passiert“ im Körper?
Dr. Robin Satanowskij: Die Immunadsorption zielt auf die Elimination zirkulierender Immunglobuline, einschließlich potenziell pathogener Autoantikörper, ab. Dadurch soll das fehlregulierte Immunsystem bei postinfektiösen oder postvakzinalen Syndromen moduliert und die immunvermittelte Entzündungsaktivität reduziert werden.
Aktuelle Studien, unter anderem von universitären Zentren wie der Charité Berlin, zeigen vielversprechende Ergebnisse. Bei Thomas blieb der klinische Effekt der Immunadsorption jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Wie hoch sind die Chancen, dass Thomas nach drei Wochen frei von Schmerzen und anderen Symptomen ist?
Dr. Robin Satanowskij: Eine vollständige Remission innerhalb weniger Wochen ist bei derartigen chronisch-postinflammatorischen Verläufen selten zu erreichen. Erfreulicherweise zeigte Thomas unter der HELP-Apherese ein deutlich positives klinisches Ansprechen mit Reduktion der Beschwerden und Verbesserung der Belastbarkeit.
Auf die Immunadsorption reagierte er dagegen weniger ausgeprägt, trotz der grundsätzlich günstigen Datenlage aus klinischen Studien. Insgesamt ist der Verlauf als positiv zu bewerten.
Wie geht es nach der Behandlung mit Thomas weiter?
Dr. Robin Satanowskij: Die HELP-Apherese hat bei Thomas von allen Verfahren bisher die beste Wirkung gezeigt mit einer Verbesserung der Symptome. Leider hat sich der Zustand in der letzten Zeit trotz anfänglicher Verbesserung wieder verschlechtert.
Es besteht der Eindruck, dass ein zyklisches Therapiekonzept mit wiederholten HELP-Apheresen erforderlich sein könnte, um die erzielten Verbesserungen zu stabilisieren und weiter auszubauen.
Ein solches rezidivierendes Schema zeigt sich auch bei anderen Patient:innen mit vergleichbarem Krankheitsbild als sinnvoll. Die regelmäßige Fortführung dieser Behandlungszyklen kann helfen, die klinische Stabilität und Lebensqualität langfristig zu sichern.
Wichtig: Weitere 5-7 Help-Apheresen für Thomas!
Nach aktuellem Stand erscheint es aus diesem Grund sehr wichtig, dass bei Thomas erneut 5-7 HELP Apheresen möglichst zeitnah durchgeführt werden. Im Anschluss muss man reevaluieren, ob eine regelmäßige Fortführung in einem gewissen zyklischen Abstand notwendig wird.
Was möchten Sie uns sonst noch Wissenswertes zur Behandlung von Thomas mitteilen?
Dr. Robin Satanowskij: Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die HELP-Apherese bei Thomas zu einer signifikanten klinischen Verbesserung geführt hat, während die Immunadsorption im individuellen Verlauf nur begrenzten Nutzen zeigte. Beide Verfahren werden im Rahmen eines individuellen Heilversuchs eingesetzt, gestützt durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, klinische sowie empirische Daten und neueste Studien.
Thomas ist aktuell weiterhin komplett auf Hilfe und Unterstützung von Freunde und Familie angewiesen.
Jede Unterstützung trägt dazu bei, die Therapie inklusive HELP Apherese fortzuführen und Thomas’ Fortschritte nachhaltig zu sichern.
Wir hoffen sehr, dass wir hierdurch die Lebensqualität von Thomas nachhaltig verbessern und es ihm ermöglichen, wieder ins Leben - ohne Schmerzen und ohne das aktuelle Leiden - zurückfinden zu können.
Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Dr. Satanovskij !
Anmerkung: Hiermit bitte ich die Community bzw. Freunde / Bekannte ab sofort um weitere finanzielle Unterstützung von Thomas.
Wer Ideen für weitere Einnahmequellen hat (Beispiel: diverse Events, Verkauf von Kuchen & Getränken bei Vereins- oder Firmenfeiern im Herbst bzw. Adventszeit - mit Erlös für Thomas), kann mich gerne per Mail kontaktieren.
Stefan Beck, 27. Oktober 2025