Update # 3 - Hunger in Bali - jeder Euro hilft

Sabine & Walter Rienas Köln, Germany
23.08.2020
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Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, wieder haben uns viele großzügige Spenden und Ermutigungen erreicht - vielen herzlichen Dank dafür! Sie sind/ihr seid einfach großartig! Das Projekt läuft bestens weiter wie bisher; es werden täglich 102 ‚bungkus‘ verteilt; phasenweise gibt es einige Personen/Familien mehr zu versorgen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, sodass einige Essen mehr ausgegeben werden. Das wird von den Projekt-mitarbeiter*innen bestens und mit Hingabe gemeistert. Was vor gut 3 Wochen noch bange Ungewissheit war, reift mehr und mehr zur Gewissheit: Indonesien wird mit größter Wahrscheinlichkeit bis Ende 2020 (!) keine internationalen Touristen ins Land lassen. Entsetzen macht sich breit. Große Hoffnungen werden nun in den Inlandstourismus gesetzt, so wie wohl überall auf der Welt. Für einige Hotels und Restaurants ist das vermutlich eine Möglichkeit, wenigstens auf 'kleiner Flamme' den Betrieb wieder aufzunehmen. Für die meisten macht es keinen Sinn, zumal die Zahl der Reisenden (bisher) gering ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reiselust der Indonesier entwickelt. Viele werden die dafür nötigen Mittel vermutlich lieber als Reserve behalten. Positiv ist, dass es mittlerweile für direkt in der Tourismusbranche beschäftigte Menschen, die krisenbedingt arbeitslos geworden sind, für 4 Monate eine staatliche Unterstützung gibt (ca. ein Viertel des Mindestlohns), um die schlimmste Not zu lindern. In unserer Gemeinde Sengkidu wirkt das Leben inzwischen lebhafter, was wir mit etwas gemischten Gefühlen betrachten. Die ungewöhnliche Stille war auf die Dauer unbehaglich, die derzeitige, z.T. etwas unvorsichtig wirkende Geselligkeit allerdings auch. Die Lage wird insgesamt unübersichtlicher, die gemeldeten Infektionszahlen nehmen zu. Zweifel an der Existenz des Virus sind immer mal wieder zu vernehmen, doch soweit wir es beobachten, hält sich die Mehrheit der Balinesen in unserem Umfeld an die Hygiene- und Abstandsregeln. Obwohl in der Teilnehmerzahl stark eingeschränkt, praktizieren die Balinesen weiter täglich ihre religiösen Rituale und Zeremonien. Die hinduistische Religion ist sehr stark in den Alltag integriert, ist allgegenwärtig, ohne aufdringlich zu sein. Die Götter bestimmen das Schicksal, Vertrauen und Hingabe im Glauben vermitteln den Menschen Geduld, Ruhe und Gelassenheit. Das Gute – die Gottheiten - und das Böse – die Dämonen - sind die ewigen Gegenspieler, das anzustrebende Ziel ist eine Balance zwischen beiden Polen, doch sie kann nie wirklich erreicht werden. Alle positiven und negativen Mächte und Kräfte sind ständig wirksam; das Beten, die Opfergaben und Zeremonien sollen das Positive stärken und das Böse bannen. Das Blatt kann sich jederzeit wenden... In diesem Sinne, Walter & Sabine Rienas

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