Text vom 26.06.2024 ------- Ihr Lieben, heute. Vor 4 Wochen. Auf der einen Seite, als wenn es erst gestern gewesen wäre. So nah ist der Moment. Andersherum, als wäre es schon 4 Monate her. Soviel ist inzwischen passiert. Zuviel um alles haargenau zu erzählen. Nur soviel: Es geht uns allen den Umständen entsprechend gut. Der Alltag, die Schule, der Sport, die Musik, kommende Tanzaufführungen, unzählige Schulveranstaltungen, inzwischen selbst wieder die Praxis - alles will geplant, alles muss bedacht werden. Es gibt kaum Zeit zum Innehalten. Vielleicht ist das auch gut, dieses immer weiter, immer vorwärts. Vielleicht bräuchte es ein wenig mehr Ruhe zur Rückschau, auch um des Nichtvergessens willen. Aber es kann auch nicht erzwungen werden. Solange es den Kindern gut geht, keines verzweifelt, sich keines zurückzieht, ihr Lachen, ihre Pläne, ihre Begeisterungsfähigkeit um einen sind, solange scheint die Welt nicht verloren. Es war keiner leichter Gang am Montag, dem 17.. ---- Es war schön, sich noch ein letztes Mal von Franzi verabschieden zu können. Es war gut, ihre menschliche Hülle auf dem letzten Weg begleiten zu können. Es war wichtig, um zu verstehen, dass am Ende alles vergänglich ist. Dieser Abschied war sicher schwerer, als der an ihrem Geburtstag eine Woche zuvor. Er war auch endgültig. Es gibt nun kein zurück, kein nochmal besuchen, kein nochmal berühren, kein nochmal verabschieden. Das Greifbare, es hat uns nun verlassen. Was uns bleibt, ist die Erinnerung an Franziska. An ihr Lachen. An ihre Lebensfreude. An ihren Optimismus. An ihre Großherzigkeit. Wie schon angekündigt, wollen wir am 7.7. um 15 Uhr in der Köpenicker Stadtkirche Franzi gedenken. Einen Erinnerungsgottesdienst hatte sie sich gewünscht. Und diesen haben wir nun ihr zu Ehren geplant bzw. stecken mitten in seinen Vorbereitungen. Mit Pfarrer Musold habe ich diese Woche bereits über 5 Stunden den Ablauf besprochen, fleißige Helfer sind mit der Musik, dem Programmheft, den Fürbitten, dem Blumenschmuck beschäftigt. Der etwa einstündige Gottesdienst entlang Franziskas Lebensstationen soll abwechslungsreich und kurzweilig werden, aber, so bittet auch die Kirche, dennoch gediegen und würdevoll. Wie üblich, wird es daher keinen Applaus in der Kirche geben, sondern stilles Gedenken. Wie üblich, wird es eine Kollekte geben, die, so auch in unserem Sinne, der anstehenden Sanierung und damit dem Erhalt der Stadtkirche zu Gute kommen soll. ---- Mich haben verschiedene Menschen gefragt, ob sie denn kommen dürften? Ich hatte es schon geschrieben: Es war Franziskas Wunsch, dass wer immer kommen mag, auch kommen darf. 650 Plätze stehen zur Verfügung, es bedarf also keiner Zurückhaltung im Kommen. Für die Zusammenkunft danach in der Duke Bar hatte ich um ungefähre Anmeldung gebeten. Hier möchten wir bei Kaffe und Kuchen und einem späteren Getränk noch etwas verweilen. ---- Es gibt hierzu zum Abschluss noch zwei weitere Aufrufe: Wer könnte das Kuchenbuffet mit etwas Mitgebrachtem unterstützen? Nach einigen proaktiven Anfragen dazu habe ich mit Lars, dem Inhaber der Duke Bar, besprochen, dass hier ein selbstgestelltes Kuchenbuffet möglich und am einfachsten in der Umsetzung ist. ---- Die zweite Bitte kommt von Franziskas besten Freundinnen: Ihr Lieben, in Gedenken an Franzi möchten wir zur Erinnerungsfeier ein paar Bilder von ihr wieder aufleben lassen. Hierfür wäre es schön, wenn ihr das eine oder andere Bild von/mit Franzi, egal welchen Alters, mitbringt. Ihr könnt auch gerne ein paar Zeilen hinzufügen. Die Bilder sollen im anschließenden Beisammensein in der Freiheit an eine Schnur gehängt werden (Klammern sind vorhanden), damit sie jeder ansehen kann. Die Sammlung wird später zu einen Buch gebunden, welches die Familie erhalten soll. Aus diesem Grund wäre es schön, wenn ihr das Format A4 einhalten würdet (also entweder direkt das Foto in 20x30 drucken und die Rückseite gestalten/beschreiben oder eine oder mehrere A4 Papierseite/n frei gestalten). ---- Vielen lieben Dank für euer aller Kommen und eure Mithilfe. Wir freuen uns darauf, mit euch diesen letzten Schritt für und mit Franziska gemeinsam zu gehen. Robert
60.210 € of 10.000 € collected
100 %
Baris donated 50 €
Sylvia donated 50 €
Krassimir donated 380 €
Sebastian donated 150 €
Henry donated 40 €
Manuela donated 50 €
Simone donated 100 €
Rico donated 25 €
Stephanie donated 20 €
René donated 50 €
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1 Jahr - 365 Tage - endloses Vermissen
Robert Kopetschke · 31.05.2025
Text vom 29.5.2025:Ihr Lieben,ich habe schon lange nichts mehr geschrieben. Viele Anfragen der Sorte „wie geht es euch?“ blieben unbeantwortet. Auch die Übergabe unserer 12.000 Euro Spende an das Familienhörbuch im letzten Herbst habe ich nicht kommuniziert. Warum? Tja, warum…Es war mir vorher nicht so klar, aber der Alltag ist ein unbeirrbarer, ständig vorantreibender Begleiter, der keine Trauer kennt, keine Wut, keine Freude. Der kaum Pausen lässt. In dem Innehalten und Erinnern per se keinen Platz finden. Er besteht aus Aufgaben, aus Terminen, aus Pflichten. Dinge müssen erledigt werden und in einem Haushalt mit vier Kindern gibt es davon wahrlich zuhauf. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick trostlos, aber so ergibt sich auch etwas: Struktur – und damit auch Halt.Heute, vor genau einem Jahr, hat Franzi uns verlassen müssen. Himmelfahrt - der Tag könnte keinen passenderen Namen tragen. Um 21:45 Uhr werden es dann genau 365 Tage sein. Ein ganzes erstes Jahr, das wir ohne sie verbringen mussten. Ein Jahr, in dem wir vieles – eigentlich alles – zum ersten Mal ohne Franzi, ohne Mama, erlebt haben. Alle Geburtstage, Weihnachten, Ostern, alle Feierlichkeiten, ein ganzes Schuljahr, alle Ferien, alle Urlaube, alle Wochenenden, jede einzelne Woche, jeder einzelne Morgen, jedes Aufstehen und jedes Zubettgehen – einfach alles.Wir haben dieses Jahr gemeistert und wir haben bei allem Funktionieren auch das Erinnern nicht vergessen. Wir haben versucht, uns die Pausen zu nehmen, die uns der Alltag kaum ließ. Auch wenn es nicht viele Lücken gab in einem Kalender, der voller war als das Auftragsbuch vom Weihnachtsmann. Wir haben vor allem die Orte besucht, die uns mit Franzi verbinden. An ihrer geliebten Ostsee haben wir Zeit verbracht. Wir waren in Trassenheide, natürlich in Prerow, auf Rügen und in Misdroy an der polnischen Ostseeküste, wohin Franzi mit ihren Besties noch am letzten Himmelfahrt-Wochenende vor einem Jahr gereist war. Wir waren im Herbst an der Elbquelle im Riesengebirge und haben in Gedenken an Franzi sogar die nicht enden wollende Rückwanderung entlang der polnisch-tschechischen Grenze, am Ende im Dunkeln, wiederholt. Brixen zu Ostern, wo wir auch vor drei Jahren waren, mit dem Pistazieneis, das Franzi damals so gut schmeckte. Wir haben Fotos an den Orten gemacht, an denen wir auch zu sechst waren, mit denselben Motiven – nur eben größer, älter und mit einer geliebten Person weniger an unserer Seite.Gestern sind wir nach Esbjerg an die dänische Nordseeküste gereist. Lore nimmt mit ihrem Verein zum dritten Mal am internationalen Schwimmwettkampf teil und wir wollten die Zeit heute gerne noch zusammen statt getrennt im Bus verbringen. Franzi haben wir bei uns. Auf Fotos und in unseren Herzen. Eine Kerze ist angezündet und ich bin sicher, sie sieht uns zu und lächelt.Habt alle eine gute Zeit mit euren Familien und passt auf euch auf.Robi
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Der 8.6.2024 - ein Nachwort, ein Aufruf
Robert Kopetschke · 09.06.2024
Ihr Lieben, es ist gestern soviel passiert, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Zunächst war ich froh, endlich in Franziskas Namen die Spendenkampagne für das Familienhörbuch aufgesetzt zu haben. Ich wollte es unbedingt zu ihrem Geburtstag fertig haben, da verzichtet man gerne auf Schlaf. Der Lohn war, das dank eurer Hilfe schon nach wenigen Stunden das Spendenziel von 6000 Euro erreicht war - etwas, was ich vorher so nicht erwartet hatte und was mich schon den ganzen Tag über sehr beschäftigt hat. Dazu später mehr. Es war zunächst noch jede Menge für Franzis Geburtstagsfeier vorzubereiten, vor allem die Fotos für die Gestaltung des Sargs mussten noch gesichtet und ausgedruckt werden - etwas, was man ja besonders gut in knapp 1,5 Stunden schaffen kann. 😅 Aber mit Hilfe meiner großen Tochter Lore habe ich es noch hinbekommen. Albert stellte in der Zwischenzeit die Playlist zusammen, Stephi, Katrin, Melina und Franzis Eltern kümmerten sich um alle anderen Vorbereitungen, sodass wir mehr als pünktlich in Rixdorf, Franzis aktuellem Aufenthaltsort, ankamen. Natürlich ist es schwer, dem geliebten Menschen nach einer Woche „totsein“ wieder gegenüber zu treten. Zunächst ist da die Ungewissheit, wie Franzi wohl aussehen wird. Und wie die Kinder das aufnehmen werden. Ob eines in Tränen ausbricht oder sich vielleicht gar nicht traut, an den Sarg zu treten. Am Ende waren die Sorgen unbegründet. Franzi war von den Damen vom Junimond in ihren Lieblingssachen gekleidet worden (die weinrote Clownshose iykyk), Mama wurde begrüßt, gestreichelt, inspiziert, und fortan ausgiebig dekoriert. Mit Rosen, Rosenblättern, Gedichten, Zeichnungen, Fotos, kleinen Geschenken, Armbändern, Ketten. Am Ende war es ein wenig wie eine explodierte Pinata, es fiel schwer, die Ästhetik zu waren. Gerade Elise war schwer beschäftigt, Franzis Gesicht mit selbst gesammelten Blüten aus Halle zu dekorieren. Den Erwachsenen fiel es augenscheinlich nicht so leicht wie den Kindern. Man sieht, dass der Umgang mit dem Tod sehr viel schwerer fällt, je näher man ihm selbst kommt und wahrscheinlich auch immer ernster gelebt wurde, als es vielleicht hätte sein müssen (während die Kinder unbedingt in einem zweiten Sarg Probeliegen wollten, selbst mit geschlossenem Deckel, kann dieses Spielerische und Leichte die ältere Generation kaum ertragen). Hier ein gutes Miteinander für alle zu finden, ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Andersherum hatten alle außer uns Franziska so bisher nicht gesehen. Es flossen einige Tränen. Traurigschön trifft es gut. Zusammen weinen, es hat auch immer etwas Befreiendes. Als schließlich alle eingetroffen waren, sangen wir für Franzi ein wirklich gut klingendes „Weil heute dein Geburtstag ist“ und machten uns mit Kaffee und Kuchen an die Dekoration ihres Sarges. Die Innenseite des Deckels wurde mit Fotos von Familie und Freunden ausgekleidet. So kann sie uns immer sehen und alle sind bei ihr. Dann wurde die Außenseite nach Herzenslust bemalt. Es war ein ungezwungenes Beieinandersein, ein an Franzi Denken, ein etwas für sie gestalten. Am Ende haben wir uns nocheinmal alle im Andachtsraum versammelt und Franziskas Papa hat in Begleitung von Julia und Rebecca ein Abschiedslied angestimmt - „Guten Abend, gut Nacht“. Zusammen mit den Kindern habe ich dann den Sarg geschlossen. Schön war der Ruhemoment danach, als der ganze Raum in Stille an Franziska und ihre Abschiedsreise gedacht hat. Sie wird uns allen sehr fehlen, aber wir sind froher Hoffnung, dass es ihr dort, wo sie über uns wachen wird, gut gehen mag. ——— Zusammen mit den Kindern haben wir dann entschieden, dass die Kremation in Hennigsdorf, wo Franziska am Montag überführt wird, nicht wie es möglich wäre schon am Dienstag stattfindet, sondern wir diese erst am 17.6. begleiten möchten. Es war ihnen schlichtweg zu zeitig, dass ungute Wissen, den letzten Blick auf die Mama schon in 3 Tagen haben zu müssen. ——— Am 7.7. wird in Absprache mit der Laurentius Gemeinde in der St. Laurentius Kirche (Kirchstrasse 4, 12555 Berlin) um 15 Uhr der Erinnerungsgottesdienst für Franziska abgehalten. Sie hat sich diesen ausdrücklich gewünscht. Nicht Trauergottesdienst hat sie es genannt, sondern Erinnerungsgottesdienst. Nicht schwarz und dunkel, sondern hell und fröhlich. Ich musste nicht fragen, um zu wissen, dass alle in der Kleidung kommen mögen, in der sie sich wohl fühlen, in der sie Franzi vielleicht auch sonst immer begegnet sind oder die sie mit ihr verbinden. Als ich vor Monaten fragte, wie und was ich im Falle ihres Todes dann alles für sie organisieren soll, sagte sie, sie möchte einen Erinnerungsgottesdienst, wo jede und jeder der sie kannte, egal wie nah oder fern er ihr stand, die Möglichkeit haben soll, sich von ihr zu verabschieden. Im ersten Augenblick klang das für mich zu groß, zu pathetisch, aber dann habe ich ihre Sicht gesehen und verstanden: der späteren Seebestattung in der Ostsee, der werden nur wir beiwohnen (können). Kein anderer Rahmen als der von ihr gedachte kann aber allen Menschen mit ausdrücklich auch allen Kindern gerecht werden, die ihrer Trauer Ausdruck verleihen möchten - oder eben einfach nur tschüss sagen möchten. Das Denken an andere, es war das bestimmende Moment in ihrem Leben. Die Lebensfreude, die mir momentan etwas fehlt, die Fröhlichkeit, die Offenherzigkeit. Ich möchte dies gerne fortführen und auch unseren Kindern weiter vorleben. Immer eine offene Tür, ein offenes Ohr, ein offenes und kein verschlossenes Herz. Lars, der Inhaber der Duke Bar im Areal der Freiheit 15, hat mir den Wunsch erfüllt, nach dem Gottesdienst mit allen die möchten noch etwas zusammen zu trinken, zusammen zu reden, zusammen zu sein. Auch hier sind ganz herzlich alle eingeladen, die noch ein bisschen verweilen möchten. Bitte gebt mir kurz Bescheid, wer sich auch darauf freut, damit ich etwas realistischer planen kann. Für mich schließt sich am Ort unserer Hochzeit am 19.9.2015 auch hierdurch ein weiterer Kreis. ——— Zuletzt - die Anteilnahme und auch die Spendenkampagne, sie macht mich sprachlos, ehrlich gesagt überfordert sie mich auch. Ich möchte so gerne jeder Karte antworten, jede Nachricht honorieren, jedem Spender persönlich danken. Es ist in dieser Fülle nicht zu schaffen. Ich habe es glaube ich schon akzeptiert, aber es lässt mich nicht los. Die letzten Nächte waren dementsprechend kurz. Daher möchte ich wirklich ALLEN, auch allen Unbekannten, von ganzem Herzen, auch im Namen von Franziska, auch im Namen unserer vier Kinder, Danke sagen. Danke für den Zuspruch, danke für das Auffangen, danke fürs Kümmern, danke für die finanzielle Unterstützung. Franziska war niemals ein Mensch, der aufs Geld geachtet hat (ja, durchaus auch zu meinem Leidwesen). Sie war immer bereit, mehr zu geben als zu nehmen. Erwartungshaltung war ihr fremd. Ein Abrechnen auf den Cent hätte sie nicht gut geheißen. Könnte ich sie fragen, sie würde die Spende für das Familienhörbuch nun deutlich höher ansetzen, als zunächst ausgelobt. Ich weiß, dass viele Menschen auch explizit für unsere Kinder spenden und auch möchten, dass ihr Wunsch an Hilfe ebenso geachtet wird. Das macht es mir in der Summe schwer und dennoch folge ich da meinem Herzen, weil ich weiß, wie meine Frau entschieden und was sie von mir erwartet hätte. Am Ende ist es uns allen ein Bedürfnis, auch anderen zu helfen. Wer viel hat, kann auch viel geben. Nach dem 7.7. werde ich entscheiden, welchen Teil der Spendenkampagne ich dem Familienhörbuch übergeben werde. Ich halte euch darüber auf dem Laufenden. Eine letzte Bitte - bitte teilt meinen Text. Ich habe nicht alle Kontakte. Franziskas Schicksal, unser Leben, es ist inzwischen soweit gestreut, dass mir inzwischen mehr Namen unbekannt sind als andersherum. Ich möchte aber gerne, dass meine Gedanken und Worte für alle sichtbar werden. Liebe geht raus 🤍 Robert
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