Eine Geschichte aus dem Flüchtlingscamp

25.05.2022
Uschi Overhage Luckau (Wendland), Germany
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Eine Familie berichtet: Eltern und 2 Kinder (das ältere ist 7 Jahre alt, das jüngere 5 Jahre) leben in einem Zelt. Die Mutter berichtet die Geschichte: Sogar in der ersten Zeit des Krieges blieben wir in Syrien - wir wussten, wenn wir fliehen, wird unser Leben unsicher und härter......In unserer Stadt war der Krieg schrecklich! Aber es wurde immer schlimmer: es wurden chemische Waffen abgeworfen.....wir waren nie sehr politisch , wir mussten täglich zusehen, dass wir überleben..... Als die chemischen Waffen eingesetzt wurden, waren wir die meiste Zeit mit vielen anderen Menschen in einem unterirdischen Raum.......aber irgendwann mussten wir diesen Raum verlassen, um wieder Luft zu atmen, und dann wurde auf uns geschossen....sobald wir den unterirdischen Raum verliessen. So mussten wir wieder in den Keller flüchten - viele starben, weil sie die chemischen Stoffe eingeatmet haben. Aber ich erinnere mich an einen Mann, der tot schien, weil er die Giftstoffe eingeatmet hat. Viele Stunden lang rührte er sich nicht mehr und die anderen Menschen um ihn herum begannen, seine Beerdigung vorzubereiten - und auf einmal zeigte er wieder Lebenszeichen...... Auch viele Kinder starben wegen der Chemiewaffen - sie wurden, wenn sie bewusstlos waren, oft schnell ins Krankenhaus gebracht, aber manchmal fand man die Eltern nicht und konnte sie nicht benachrichtigen.... Es war das Allerschlimmste, was ich jemals erlebt habe.... Daher verliessen wir dann doch unsere Heimat und flohen in den Libanon. Mein Mann leidet an einer seltenen Krankheit.....Die Erkrankten erreichen manchmal nicht das 30igste Lebensjahr -sie werden ganz schwach und sind nicht mehr in der Lage, zu arbeiten. Sie können keine Dinge mehr tragen.......und wenn sie älter werden, können sie sich kaum mehr bewegen.... Nun ist er 35 Jahre alt, geht an Krücken und kann nicht mehr arbeiten.. Bislang habe ich in Häusern saubergemacht, um Geld zu verdienen, aber nun kann mein Mann nicht mehr auf die Kinder aufpassen, weil er zu schwach ist und ich muss zuhause bleiben.. Ich habe einen kleinen Laden versucht, aufzumachen, aber ich habe nicht genug Geld, um Ware zu kaufen. Manchmal bekomme ich vom UNHCR etwas Geld, aber es reicht gerade mal für die Miete und ein bischen Essen, nicht für Medikamente und dafür, den kleinen Laden vor unserem Zelt weiterzuführen....... Der Familie wird mit einem Lebensmittelpaket weitergeholfen und ausserdem werden Waren für den kleinen Laden gekauft, damit die Familie perspektivisch in der Lage ist, damit Geld zu verdienen und weil der Ehemann den Laden betreiben kann, weil er dabei sitzen kann. So kann er ein kleines Einkommen erzielen.
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